Erfahrungsberichte

Daphne Ebner

Daphne Ebner, Absolventin des Studiengangs Dramaturgie

Das Studium bereitet auf mehr als "nur" den klassischen Aufgabenbereich des Dramaturgen vor. Dieser befindet sich ohnehin im permanenten Wandel. Gleichbleibend sind vielleicht nur die Paradoxien, die den Beruf des Dramaturgen so reizvoll machen. Als inspirierende Beobachter sind wir Teil des künstlerischen Prozesses, speisen unsere Ideen in den kreativen Austausch ein, vermitteln nach innen und außen, und müssen dabei immer auch eine kritische Distanz zu den Dingen bewahren. Hingabe ist genauso wichtig wie die permanente Frage: Was treiben wir hier eigentlich? Rückblickend würde ich sagen, dass sich mein Studium genau dadurch ausgezeichnet hat, nämlich neben der Entwicklung der eigenen Kreativität und des kritischen Denkens das Aushalten, Aufspüren und Angezogen-Sein von Paradoxien und Widersprüchen auszubilden.

Daphne Ebner

Daphne Ebner studierte von 2006-2012 Dramaturgie, Spanisch und Ethnologie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding, der Ludwig-Maximilians-Universität und der Universidad de Buenos Aires in Argentinien. Sie schloss ihr Studium mit Auszeichnung ab und erhielt verschiedene wissenschaftliche Stipendien (DAAD, PROSA-Stipendium der LMU) für Forschungs- und Studienaufenthalte in Chile, El Salvador und Argentinien. Während des Studiums arbeitete sie als Regieassistentin und Abendspielleitung am Bayerischen Staatsschauspiel.
Sie ist Teil des Theaterkollektivs Fake to Pretend, mit dem sie seit 2010 Theaterstücke, Performances und Projekte realisiert. U.a. schrieb sie zusammen mit Tobias Ginsburg das Stück "Weltenbrand" (ausgezeichnet mit dem JugendStückePreis des Heidelberger Stückemarkts 2015, nominiert für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2014, eingeladen zu den Mühlheimer Theatertagen 2016) und führte Regie bei der spanisch-deutschen Produktion "Malinche" (ausgezeichnet mit dem Jury-Preis bei den Bayerischen Theatertagen 2013, eingeladen zum Baltic House Festival/St. Petersburg, zur Lateinamerika Woche/Nürnberg, Young Actors Week/Salzburg, zu den Kulturtagen Herzogenaurach, u.a.).
Als freie Dramaturgin und Autorin arbeitete sie an den Kammerspielen/ Otto-Falckenberg-Schule München, der Schauburg - Theater der Jugend und der Bayerischen Theaterakademie. Die von ihr dramaturgisch betreute Produktion Schwarze Jungfrauen (Feridun Zaimoglu/Günter Senkel. Textfassung: Daphne Ebner und Malte C. Lachmann) gewann 2012 den Körber-Preis des Körber Forums für junge Regie und wurde zu den Bayerischen Theatertagen 2012 und den Lessingtagen 2013 des Thalia Theaters eingeladen.
Seit Beginn der Spielzeit 2014/15 ist sie Schauspiel-Dramaturgin am Oldenburgischen Staatstheater.

Sarah Israel

Sarah Israel, Absolventin des Studiengangs Dramaturgie

Ich hatte das Glück, mein Studium an der Theaterakademie August Everding zu beginnen, als Herr Prof. Zehelein die Leitung der Akademie sowie des Studienganges Dramaturgie übernahm. Mit ihm hatten wir StudentInnen jemanden, der uns forderte, die Akademie mit allen ihren Vorzügen zu nutzen und sie zugleich niemals in Ruhe zu lassen. D.h. wir sollten sie immer auch mit Blick auf unsere Bedürfnisse in Frage stellen, kritisieren und versuchen ihre Grenzen auszuloten und zu überschreiten, damit Neues entstehen konnte. Die Theaterakademie wurde so für mich zu einem Ort der Reibung, der mir einerseits viel ermöglichte und mich andererseits dazu anhielt an ihr nicht bequem zu werden, da ich wusste, dass nicht alles so sein musste, wie es mir durch den bürokratischen Apparate  - und der ist auch an dieser Akademie nicht klein - suggeriert wurde. Seitdem ich die Akademie verlassen habe, hat sich dort einiges verändert  und entwickelt. Ich führe dies noch immer auf Herrn Prof. Zehelein zurück, der seine Studierenden immer ermutigte niemals unkritisch mit sich selbst sowie mit dem eigenen Umfeld im Rahmen eines künstlerischen (gemeinsamen) Schaffens zu sein. 

Sarah Israel

studierte Dramaturgie, Neue Deutsche Literatur und Philosophie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2009 erhielt sie das Marie-Zimmermann-Stipendium zur Förderung junger Dramaturgen, verbunden mit einem Aufenthalt an der Akademie Schloss Solitude. Seit Februar desselben Jahres arbeitete sie als Dramaturgin am Schauspiel Stuttgart. Im Sommer 2012 beendete sie ihr Arbeitsverhältnis, um für vier Monate am Instituto Superior de Arte in Havanna zu lehren. Seit 2012 entwickelt sie mit dem Choreografen und Tänzer Taigué Ahmed und seiner Organisation Ndam Se Na künstlerische Projekte im Tschad und in Deutschland.
2014 war sie als Dramaturgin beim RODEO Festival der Freien Theater- und Tanzszene München für die Erarbeitung des Programmheftes sowie die Konzeption und Organisation der Masterclass verantwortlich. Im Oktober 2014 leitete sie bei der 9. Deutschen Theaterwoche des Goethe Institutes in Havanna einen Workshop zum Dokumentartheater und war zudem an der Uraufführung der deutsch-kubanischen Koproduktion Der schlechte Geschmack (Regie: Moritz Schönegger, Marcos Antonio Diaz) beteiligt, die zum Festival Offene Welt in Ludwigshafen eingeladen wurde. Aktuell arbeitet sie an verschiedenen internationalen Tanz- und Theaterprojekten, u.a. an What about Thai-Lady (AT) mit dem Choreografen Thanapol Viruhakul (Bangkok), produziert vom Staatstheater Karlsruhe. In Sommer 2015 wurde Sie von der Stadt München zur Künstlerischen und organisatorischen Leitung sowie als Dramaturgin für das Festival RODEO 2016. 

Heiko Voss

Heiko Voss, Absolvent des Studiengangs Dramaturgie

Theater-Dramaturgie ist Dialog – mit Regisseuren, Bühnen- und Kostümbildnern, Autoren, Komponisten und Dirigenten, den darstellenden Künstlern, und nicht zuletzt mit dem Publikum. Der Dramaturg steht dabei ein für die Sache, streitbar, präzise hinterfragend und zugleich mutig vorantreibend. Die Theaterakademie lebt diesen lebendigen Austausch und vermittelt damit: das Theater selbst ist Dialog. Im besten Fall entsteht dadurch ein schillerndes, vielschichtiges und berührendes Kunstwerk, das es dann zu analysieren und zu bewundern gilt. Dramaturgie ist (zu)hören, (hin)sehen, (neu)lesen, (ein)ordnen – um schlussendlich einen Schritt zurückzutreten, zu staunen, zu fühlen und zu erahnen.

Heiko Voss

geboren in Ostfildern – Studium der Dramaturgie, Musikwissenschaft und Neueren deutschen Literatur an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität sowie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding – Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes – Produktionsdramaturg mehrerer Projekte der Bayerischen Theaterakademie während des Studiums – Dramaturg der Spielfilmproduktion „Das Zimmer im Spiegel“, einem Film von Rudi Gaul – in der Spielzeit 2008/09 Dramaturg am Theater Heidelberg – von 2009 bis 2011 Dramaturg am Salzburger Landestheater – seit der Spielzeit 2011/12 als Dramaturg am Theater Freiburg engagiert – Lehraufträge an der Ludwig-Maximilians-Universität und der Hochschule für Musik Freiburg – Produktionsdramaturg der Münchener Biennale für neues Musiktheater 2014 – Inszenierungsdebüt im Regieduo mit Rudi Gaul im Februar 2015 am Theater Freiburg mit Giuseppe Verdis „Il Trovatore“.