Diversität

Vielfalt in unserem Alltag ist ein Gewinn. Die aktive Förderung von Diversität bietet die Chance, verschiedene Perspektiven kennenzulernen, diese zu nutzen und sich dadurch weiterzuentwickeln. Sie ist Bereicherung, nicht nur für jede:n Einzelne:n, sondern für die gesamte Theaterakademie August Everding.

Durch die Unterzeichnung des enoa-Manifests und durch Workshops zu den Themen Diversitätssensibilität, Rassismuskritik, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und unterbewusste Diskriminierungsformen hat die Akademie einen internen Diversitätsprozess angestoßen, der uns über die nächsten Jahre hinweg begleiten wird und in dem uns die britische Organisation Tonic Theatre zusätzlich von außen unterstützt. 

Um gemeinsam über unterschiedliche Formate, Aktionen und Ideen nachzudenken und weitere Schritte zu planen, finden in regelmäßigen Abständen Treffen zum Thema Diversität statt. 

Constanze Sünwoldt
Assistentin des Präsidenten
Koordinatorin für Diversität


Statements Studierender

Fnot Taddese
Studiengang Schauspiel


"Diversität bedeutet für mich Geschichte und der daraus resultierende Wunsch nach einer Zukunft, in der Gleichberechtigung die Norm ist. Eine Zukunft, in der Vielfalt gefördert und der Blick auf die Welt geweitet wird. Diversität bedeutet für mich Freiheit und das Recht, Mensch sein zu dürfen.

Aufgrund meines äußeren Erscheinungsbildes bin ich dazu gezwungen, mich damit auseinanderzusetzen. Das ist eine Auseinandersetzung, um die ich sehr froh bin, denn sie ermöglicht mir, verschiedene Perspektiven wahrzunehmen und zu verstehen. Ich darf dazulernen und immer wieder erkennen, wie groß die Welt eigentlich ist."

Jacoba Barber-Rozema
Master-Studiengang Musiktheater/Operngesang


"Der größte Teil des Standardrepertoires ist aus einer Perspektive erzählt – einer weißen, männlichen, heterosexuellen und cisgender Perspektive. Die Gesellschaft lernt, wächst und verändert sich durch das Erzählen von Geschichten und der Weg nach vorne besteht darin, Perspektiven zu zeigen, die bisher unterrepräsentiert waren."

Danai Simantiri
Studiengang Musical


"In unserer Gesellschaft herrschen rasante Veränderungen. Die Sprache, die wichtigen Themen, die Prioritäten ändern sich in einem Tempo, das nicht unbedingt nachvollziehbar ist. Und wir versuchen zu folgen, wollen noch mehr verändern.

Was bedeutet also Diversität für mich in diesem Tempo? Wahrnehmung. Der Versuch offen zu bleiben, in Bezug auf das Fremde. Nein, ich verstehe nicht alles, aber ich versuche, mich zu informieren und mich weiterzuentwickeln.

Und sonst? Na, Probieren geht über Studieren. In der Akademie könnte man diesen geschützten Raum schaffen (und hat man teilweise schon geschaffen). Einen Raum, in dem neue Formen von Theater entwickelt werden, sei es Schauspiel, Musical oder Musiktheater. Wo Klassik eine Verbindung zur Gegenwart findet und wir – eine neue Generation von Darsteller:innen – nicht nur die Kunst der Vergangenheit bedienen, die vielleicht immer noch Geld verdient, aber nichts fördert, sondern auch diese rasante Veränderung der Gesellschaft auf der Bühne miterleben.

Ja, wir werden scheitern. Aber was ist die Kunst, wenn nicht der Erfolg nach dem Scheitern?"

Johannes Hebsacker
Master-Studiengang Dramaturgie


"Vielfalt im (Musik-)Theater muss auch dessen Form betreffen! Die Idee eines Opernkanons, wie wir sie heute Spielzeit für Spielzeit reproduzieren, ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Können Klassiker Fragen unserer Gegenwart beantworten? Ganz egal, wie jemand zu dieser Frage steht – sie dürfen nicht die einzigen Antworten bleiben.

Vielfalt im (Musik-)Theater muss auch dessen Form betreffen!

In der Oper werden in den meisten Fällen Stücke gezeigt. Sie beruhen auf (dialogischen) Texten mit Musik, die sich irgendwann mal jemand ausgedacht hat. Wenn (Musik-)Theaterhäuser neue Perspektiven bisher ungehörter Künstler:innen zulassen, neue Ideen davon, was Theater eigentlich ist und sein kann, wie es funktioniert – nur dann wird auch ihr Publikum heterogener."

Emily Hehl
Studiengang Regie
über ihre Erfahrungen aus dem Workshop Unconscious Bias mit Tonic Theatre


"Wie kann ich meine eigenen unbewussten Urteile, meine „Unconscious Bias“, erkennen und damit Entscheidungen im Umgang mit Menschen bewusster treffen? Denn meine eigenen Erfahrungen sind zunächst einmal die wichtigsten Referenzpunkte, wenn ich Entscheidungen fälle – sei es im privaten Umfeld oder im beruflichen Alltag. Doch viele dieser scheinbaren Entscheidungen unterliegen unbewussten Prozessen, die ich im normalen Tagesablauf nicht bemerke.

Das sind grundlegende Überlebensmechanismen des Körpers – gute Erlebnisse werden an einen bestimmten Menschen geknüpft, schlechte ebenfalls – und in neuen Situationen wendet das Gehirn diese Erfahrungen an. Doch wie kann ich genau diesen Vorgang umgehen, um nicht unbewusst von einer Person auf die andere zu schließen?

Eine Antwort darauf ist: Zeit. Umgehen kann man die Vorgänge zwar nicht ganz, aber ich kann sie mir bewusster machen. Indem ich mir Zeit nehme und Entscheidungsprozesse entschleunige, um die eigenen Gedankenverläufe besser nachzuvollziehen."


DiskursDonner

Unter dem Titel DiskursDonner hat die Theaterakademie August Everding eine studien­gang­übergreifende Veranstaltungsreihe wieder aufgenommen, die auf der Eigeninitiative von Studierenden gründet und sich deren Themen und Belangen widmet. Alle Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter:innen sind herzlich eingeladen!

DiskursDonner I: Männermonotonie - Aussteigerprogramm für Einsteiger
Vortrag und Diskussion mit Christoph May
am Donnerstag, 28. Oktober, 18 Uhr im Opernstudio

Christoph Mays Vortrag verhandelt drei Themen: Männerbünde, Männerfantasien (Schwerpunkt) und Kritische Männlichkeit. Männerbünde bezeichnen männliche Monokulturen in Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft. Bei Männerfantasien sprechen wir über Männerbilder und männliche Erzählungen in Serien, Filmen und Theater. Und bei Kritischer Männlichkeit geht es um die Frage, wie wir die Kritik an Männern und Männerbünden beschleunigen können.

Wie können wir überhaupt kritisch über Männlichkeit sprechen? Welche Privilegien genießen Männer nur deshalb, weil sie männlich sind? Wieso ist strukturelle Ungleichheit in Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien für Männer oft ein blinder Fleck? Sollten wir statt Frauenquoten nicht besser Männerlimits festlegen, damit sich Männer endlich angesprochen fühlen? Und warum nehmen statistisch die meisten Männer nicht an der Sorge-, Pflege- und Erziehungsarbeit teil, Stichwort: Gender Care Gap.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Geschlechter und möchte vor allem auch Männer und männlich gelesene Personen ansprechen. 


DiskursDonner II: Wie wollen wir zusammenarbeiten?
Input und Diskussion mit Cagla Sahin und Benedikt Kosian
am Donnerstag, 10. Februar, 18 Uhr in AKA-Ost

Wie wollen wir eigentlich an der Theaterakademie zusammenarbeiten? Euch, Kolleg:innen mit den verschiedensten Spezialgebieten, Dozierende unterschiedlicher Fächer und Studierende aus sechs bis acht eigenständigen Studiengängen wollen Cagla und Benedikt fragen: Was braucht ihr, um gut mit anderen zusammen arbeiten zu können? Was funktioniert gut an der Akademie? Was können wir voneinander lernen?

Wir wollen uns gemeinsam austauschen und Verständnis füreinander gewinnen. Wir wollen gemeinsam überlegen, wie wir die Akademie als Arbeits- und Lernort gestalten wollen. Deshalb freuen wir uns ganz besonders über Teilnehmer:innen aus allen Bereichen und Abteilungen mit ihren vielfältigen Perspektiven in der Diskussion.


DiskursDonner III: Was bedeutet Vielfalt auf der Bühne?
mit Barbara Mundel und Nele Jahnke
am 28. April, 18 Uhr


DiskursDonner IV: Ist Theater rassistisch?
mit Tsepo Bollwinkel
am 7. Juli, 18 Uhr


Wie enoa die Opernwelt verändern will

Das aktuelle Programm des European Network of Opera Academies setzt sich für mehr Vielfalt, Inklusion und für die Förderung von bisher unterrepräsentierten Künstler:innen in der Oper ein. Unter dem kraftvollen Titel Empowering Opera: Breaking boundaries for institutions and artists haben sich die 12 Partner des internationalen Netzwerks in einem gemeinsamen Manifest dazu verpflichtet, durch Schulungen und Workshops zu den Themen Diversität, Inklusion und Chancengleichheit Veränderungen innerhalb der eigenen Institutionen anzuregen. Damit die Oper zukunftsfähig bleibt, werden Projekte und Künstler:innen unterstützt, die auf innovative Weise ästhetische, Sparten- und Genre-Grenzen überwinden und die Türen der Opernhäuser weit öffnen für eine größere Vielfalt von Künstler:innen, Projekten und ein diverseres Publikum. Die Theaterakademie unterstützt als offizieller enoa-Partner diesen Prozess mit der Durchführung von internationalen Workshops und Kooperationen sowie durch interne Fortbildungen und Arbeitsgruppen für Mitarbeiter:innen und Studierende zu Themen wie Anti-Rassismus, Diskriminierung, Unconscious Bias und Disability & Inclusion.

Daphne Ebner
Referentin für internationale Beziehungen


Arbeitsgemeinschaft gegen Machtmissbrauch, Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Gewalt (ARGE)

Die Theaterakademie August Everding fördert die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Frauen und Männern auf allen Funktionsebenen in Studium, Lehre, Kunst, Forschung und Dienstleistung. Sie tritt aktiv gegen Machtmissbrauch, jedwede Art der Diskriminierung und Benachteiligung, sexuelle Belästigung und Gewalt gegenüber Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Dozentinnen und Dozenten ein.

Die Besonderheiten einer künstlerischen Ausbildung mit ihrem großen Anteil an Einzel- und Kleingruppenunterricht und der persönlichen Verbindung zur Lehrperson erfordert einen besonders sensiblen Umgang mit diesen Themen. Insbesondere auch, weil Emotionalität als Transportmittel künstlerischer Entwicklung dient und in Studiengängen wie Schauspiel, Musical oder Musiktheater/Operngesang Körperlichkeit für das Erreichen des Ausbildungsziels eine Grundvoraussetzung ist.

Deshalb sind alle Angehörigen und Mitglieder der Theaterakademie in besonderem Maße dazu aufgefordert, an der Gestaltung eines Arbeits- und Studienumfeldes mitzuwirken, das Raum für künstlerische Entfaltung bietet, von gegenseitiger Achtung und Toleranz geprägt ist und in dem kein Platz für Benachteiligung, Diskriminierung, sexuelle Belästigung oder Gewalt ist.

Die Theaterakademie August Everding hat die Arbeitsgemeinschaft „Machtmissbrauch, Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Gewalt" (kurz ARGE) ins Leben gerufen, in der Vertreterinnen und Vertreter aus allen Bereichen der Akademie (auch Studierende) versammelt sind. Die Arbeitsgemeinschaft setzt sich für die Einhaltung der Richtlinie ein und sensibilisiert Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Dozentinnen und Dozenten der Akademie für einen Umgang miteinander, der von Respekt und Wertschätzung getragen ist. 

Die ARGE versteht sich als ständige Einrichtung, durch die ein vertraulicher Raum geöffnet wird, im dem man über Konfliktfälle sprechen und Lösungen finden kann. Es ist uns wichtig, die innere Debatte zu diesen Themen und die Diskussion darüber aktiv zu halten.

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft stehen allen, die Beratung benötigen, als vertrauliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung.

Die ARGE führte eine Umfrage zu den Themen, Machtmissbrauch, Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Gewalt durch, wertet sie aus und kommuniziert die Ergebnisse in mehreren Informations- und Diskussions-Veranstaltungen an Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Dozentinnen und Dozenten.

Der gesamte Prozess der ARGE wird begleitet und supervisioniert von Frau Giulietta Tibone, Dr. jur. Dipl.-psych. / Psychoanalytikerin (DGPT). Sie arbeitet in eigener psychoanalytischer Praxis in München. Sie ist Dozentin und Leiterin des Ethik-Arbeitskreises der Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München. Sie ist Supervisorin und vertritt die DGPT (Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie, Dachverband der deutschen PsychoanalytikerInnen) bei dem Verbändetreffen gegen Grenzverletzungen und sexuellen Missbrauch in Psychotherapie und psychosozialer Beratung. Sie berät psychoanalytische Institute und Kolleg:innen in ethischen Konflikten.

Wir wollen einen vertraulichen Raum öffnen, in dem man über Konfliktfälle sprechen und Lösungen finden kann.

Vertrauliche Ansprechpartner:

Marianne Bach (Kostümabteilung)
marianne.bach@theaterakademie.de

Antonio Di Carmine (Künstlerisches Betriebsbüro)
antonio.dicarmine@theaterakademie.de
089 / 2185 2824

Veronika Jabinger (Studiengang Schauspiel)
veronika.jabinger@theaterakademie.de
089 / 2185 2842

Fritz Rauchbauer (Studiengang Schauspiel)
0163 / 4721 872

Estelle Schmidlin (Studentin Schauspiel)
estelle.schmidlin@gmx.ch

Anregungen und Fragen gerne auch per Mail an arge@theaterakademie.de


DIE VIELEN

Die Theaterakademie August Everding bekennt sich zur Bayerischen Erklärung von DIE VIELEN!

Bayerische Erklärung der VIELEN
Kunst schafft einen Raum zur Veränderung der Welt

Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. Jede:r Aktive der Kulturlandschaft in Bayern trägt eine besondere Verantwortung. Hier wurde die Nationalsozialistische Bewegung gegründet. München war deren Hauptstadt und Parteizentrale der NSDAP. Bayreuth führte die Nazis und das Großkapital im Rahmen der Richard-Wagner-Festspiele zusammen. Der Obersalzberg wurde zum zweiten Regierungssitz des Dritten Reichs und Nürnberg der Aufmarschplatz der Reichsparteitage. Das Haus der Deutschen Kunst war der Tempel der germanischen Leitkultur, während gleichzeitig in Dachau der Prototyp des Konzentrationslagers entwickelt wurde. In diesem Land wurde die eine Kunst als entartet diffamiert, während die andere Kunst zu Propagandazwecken missbraucht wurde und die Reichskulturkammer Berufsverbote legitimierte. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil. Andere verschlossen die Augen, wurden zu Nutznießer:innen oder zu willfährigen Diener*innen des unmenschlichen Systems, in beiden Gruppen auch viele Künstler*innen.

Heute begreifen wir Kunst und ihre verschiedenen Einrichtungen wie Museen, Theater, Konzerthäuser, Clubs in urbanen oder ländlichen Räumen als Orte, die Vielen gehören, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung oder Weltanschauung. Die Versammlung heterogener Individuen bereichert unsere plurale Gesellschaft. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander.

SOLIDARITÄT STATT PRIVILEGIEN. ES GEHT UM ALLE. DIE KUNST BLEIBT FREI!

Demokratie heißt in diesem Sinne, ihre Ausgestaltung und unser Zusammenleben täglich neu zu verhandeln. Die Voraussetzung hierfür: es geht stets um Alle, um jede:n Einzelne:n als Abbild der vielen Möglichkeiten. Rechter Populismus steht Akteur:innen einer solchen gesellschaftlichen Vision feindlich gegenüber, wenn er Veranstaltungen stört oder behindert, versucht in Spielpläne oder Programme einzugreifen, gegen die Freiheit der Kunst polemisierend antritt und an einer Renationalisierung der Kultur arbeitet.

Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind Teil der alltäglichen Erfahrungen. Verächtlicher Umgang mit der Vielschichtigkeit unserer Gesellschaft, mit Menschen auf der Flucht, die unsere Hilfe benötigen, mit Künstler:innen, die versuchen, die Phänomene ihrer Zeit aufzuzeigen, kann nicht geduldet werden. Dieses Bündnis will nicht nur die Symptome bekämpfen, sondern durch die Auseinandersetzung mit den eigenen Strukturen sich diesen Phänomenen entgegenstellen und sich für die Freiheit der Menschen, des Denkens und insbesondere für die Freiheit der Kunst stark machen. Wir, die Unterzeichnenden der Bayerischen Kunst-, Kultur und Theatereinrichtungen und Interessensverbände, bekennen uns zur Vielfältigkeit unserer Gesellschaft und leben diese in unseren Institutionen. Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen einen offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechtspopulistische Strategien. Sie gestalten diesen Dialog sowohl mit den Mitwirkenden, als auch mit ihrem Publikum, in der Überzeugung, dass sie als beteiligte Häuser, Vereine, oder Gruppen den Auftrag haben, unsere Gesellschaft in einem demokratischen Sinne fortzuentwickeln.

  •  Die Unterzeichnenden bieten kein Podium für völkischnationalistische Propaganda.
  •  Wir wehren die Versuche ab, Kulturveranstaltungen für rechtsnationale Zwecke zu instrumentalisieren.
  •  Wir, die Unterzeichnenden, verbinden uns solidarisch mit all den Menschen, die durch rechte Ideologien an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden sollen.


Selbstverpflichtung – Bayerische Erklärung

1. Unterzeichner:innen sind Kultureinrichtungen, Kunstinstitutionen, ihre Interessenvertretungen oder Verbände sowie freie Künstler:innen und in der Kultur Tätige.
2. Mit der Unterzeichnung erklären sich die Leitungspersonen oder das Leitungsteam bereit, den Text dieser Erklärung innerhalb der eigenen Organisation unter Mitarbeiter:innen, Ensemblemitgliedern, Kurator:innen, Publikum und Besucher:innen bekannt zu machen und auch zur Diskussion zu stellen.
3. Die Erklärung wird auf der Internetseite, im Programmheft, als Aushang im Foyer u.v.m. veröffentlicht.
4. Die unterzeichnenden Kultureinrichtungen werden auf der Homepage www.dievielen.de sichtbar gemacht. Eine Verlinkung ist gewünscht.
5. Die golden-glitzernde Rettungsdecke, das Symbol der Vielen, soll, je nach Corporate Design der Einrichtung, Anwendung im Zusammenhang mit der Erklärung finden – ob als Fahne, Layout-Hintergrund, als Icon oder golden hinterlegte Schrift (Tool-Kit wird bereit gestellt).
6. Die Termine der Informationsveranstaltungen, Gespräche und Aktivitäten im Sinne der vier oben genannten Handlungsebenen der Erklärung werden gemeinsam über www.dievielen.de kommuniziert.
7. Im Rahmen der eigenen Pressearbeit werden die Erklärung und die Kampagne veröffentlicht. Aktivitäten wie das Hissen der goldenen Rettungsdecke an den verschiedenen Kulturorten werden selbstständig realisiert und gemeinsam organisiert.
8. Die Kampagne zur Erklärung der Vielen hat regionalen Charakter und wird über regionale Zusammenschlüsse von Kultureinrichtungen als „Münchner, Berliner, Dresdener u.v.m. Erklärung der Vielen" bundesweit verbreitet.
9. Neben den unterzeichnenden Kultureinrichtungen können auch Einzelpersonen und Künstler:innengruppen ihre Zustimmung als Unterstützende per Mail an unterstuetzung@dievielen.de erklären.
10. Die unterzeichnenden Einrichtungen beteiligen sich aktiv an bundesweiten Kampagnen. Diese Kampagnen können beispielsweise die Teilnahme an Demonstrationen, das Planen von Dialogforen oder die Partizipation an einer „Woche der Vielen" umfassen.
11. Die Unterzeichnenden verpflichten sich zu gegenseitiger Solidarität mit Kultureinrichtungen und Akteur:innen der Künste, die durch Hetze oder Schmähungen unter Druck gesetzt werden.


Solidarität mit der Ukraine

Wir alle, die unter dem Dach der Theaterakademie August Everding lernen, lehren und arbeiten, sind erschüttert und wütend über den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine. Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gelten den Opfern dieses Krieges in der Ukraine wie auch den Leidtragenden der russischen Zivilbevölkerung, die sich gegen Putins zerstörerischen Angriff stellen. Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die in der Ukraine und auf der Flucht in diesen Tagen unvorstellbarem Leid ausgesetzt werden. Und wir bewundern den Mut derer, die unter Gefahr des eigenen Lebens für Demokratie und Menschenrechte in Russland demonstrieren.

Wir fordern ein sofortiges Ende der kriegerischen Angriffe vonseiten der russischen Regierung, welche die Demokratie, den Frieden und die Freiheit in der ganzen Welt bedrohen. Wir fordern die politisch Verantwortlichen und alle Mitbürger:innen dazu auf, solidarische Hilfe für die Menschen zu leisten, die in diesen Tagen unmittelbar betroffen sind durch die Folgen von Krieg und Flucht. Diese Menschen dürfen nicht vergessen werden, bis der Frieden wieder hergestellt ist. Als Künstler:innen und Theatermacher:innen rufen wir dazu auf, die Leidtragenden dieses völkerrechtswidrigen Angriffskriegs und damit Menschenleben und Menschenrechte vor allen anderen Interessen ins Zentrum diplomatischer Verhandlungen zu stellen.


Links zu Initiativen und Statements unserer Partner und Freund:innen:

  • enoa:
    Solidarity with Ukraine
    The enoa network and all its members stand in solidarity with all Ukrainian people, artists, and their friends and families. Democracy and freedom of expression are cornerstones of our society, and our network was built on the necessity of ongoing dialogue and artistic exchanges.
    enoa is committed to actively support the following initiative and encourage anyone to join us in signing this petition : https://www.change.org/p/international-cultural-collaboration-with-ukraine-must-be-supported-by-world-leaders

    “We stress that the European cultural sector is united and that you can count on us. We will not allow the aggression of one Head of State to destroy the peace and connections that have flourished and been nurtured in recent years. Let’s show that together we are committed to promoting dialogue, mutual respect, and artistic freedom.” #StandWithUkraine

  • European Theatre Convention