Ausbildung für die Zukunft des Theaters

Ausbildung fürs Theater vollzieht sich im Rahmen gesellschaftlichen Wandels, der vor allem von der Ökonomisierung aller Lebensverhältnisse und von der digitalen Revolution geprägt ist. Ausbildung für die Bühne hat nicht nur die Erfordernisse des klassischen Ensemble- und Repertoiretheaters zu berücksichtigen, sondern muß mit einem gewandelten Theaterbegriff, mit veränderten Strukturen und Organisationsweisen und mit neuen Darstellungsformen umgehen. Zum einen hat sich die Art und Weise, wie Theater produziert und wie die künstlerische Arbeit organisiert und sozial abgesichert wird, deutlich verändert; zum anderen hat sich das Theater mit anderen Künsten verbündet und sich gegenüber performativen, nicht-textbasierten Ästhetiken geöffnet. Ausbildung, oder besser und weniger zweckrational formuliert: Bildung an der Theaterakademie August Everding trägt diesen gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen Rechnung, ohne sie bloß affirmativ zu adaptieren. Bildung an der Theaterakademie muß die Studierenden nicht nur auf das breite Spektrum bereits bestehender Theaterformen vorbereiten, sondern hat zu antizipieren, wohin sich die Theaterlandschaft und die Beschäftigungsmöglichkeiten in den darstellenden Künsten entwickeln werden, hat den Nachwuchs für ein Theater von morgen zu trainieren. Der Diskurs über die künstlerische Bildung für die Bühne schließt immer schon den Diskurs über die Zukunft des Darstellens und über die darstellerischen Praktiken nicht nur im Theater, sondern auch im Film, im Fernsehen und in den digitalen Medien mit ein.

Die Theaterakademie August Everding stellt sich die Aufgabe, die besten Formen der künstlerischen Bildung zu erarbeiten und zu praktizieren und die Entwicklung der Studierenden zu selbstbewußten Künstlerpersönlichkeiten zu befördern. Hierfür besitzt sie ideale Voraussetzungen, indem sie in einzigartiger Weise Theorie und Praxis miteinander verbindet: Zum einen kooperiert die Akademie mit der Hochschule für Musik und Theater, der Ludwig-Maximilians-Universität, der Hochschule für Fernsehen und Film und der Akademie der Bildenden Künste und ermöglicht und fördert die Zusammenarbeit der Studiengänge; zum anderen ist sie in ein Theater integriert, das mit seinen Spielstätten Prinzregententheater, Akademietheater und Akademiestudio alle Möglichkeiten der Darstellung eröffnet.

Prof. Hans-Jürgen Drescher

Organisation

Im Jahr 1993 gründete der Freistaat Bayern auf Initiative August Everdings die Bayerische Theaterakademie mit der Absicht, künstlerische Ausbildung für eine Vielzahl von Theaterberufen unter einem Dach zu ermöglichen. Sitz dieser Akademie wurde das Prinzregententheater in München. Seit der Spielzeit 2014/2015 wird sie von Prof. Hans-Jürgen Drescher geleitet. Mit derzeit acht Studiengängen und drei professionell ausgestatteten Theatern (Prinzregententheater, Akademietheater, Akademiestudio) ist die Theaterakademie August Everding die größte Ausbildungsstätte für Bühnenberufe in Deutschland. In diesem Lehr- und Lerntheater durchdringen sich Theorie und Praxis in den Studiengängen Schauspiel, Regie, Musiktheater/Operngesang, Musical, Dramaturgie, Bühnenbild und -kostüm, Maskenbild - Theater und Film sowie Theater-, Film- und Fernsehkritik. Die Studierenden beenden ihr Studium je nach Studiengang mit Diplom-, Bachelor- oder Masterabschluss. Kooperationspartner sind dabei die Hochschule für Musik und Theater München, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Akademie der Bildenden Künste München und die Hochschule für Fernsehen und Film München, an denen die Studierenden je nach Studiengang immatrikuliert sind. Darüber hinaus gibt es Produktionspartnerschaften mit der Bayerischen Staatsoper, dem Residenztheater, dem Gärtnerplatztheater und dem Münchner Rundfunkorchester sowie weiteren bayerischen, überregionalen und internationalen Theatern und Festspielen.

Durchschnittlich werden mit den Studierenden pro Studienjahr ca. 40 Produktionen erarbeitet. Eintrittskarten zu den Vorstellungen sind über den zentralen Kartenverkauf der Bayerischen Staatstheater erhältlich.

Sofern das Prinzregententheater nicht für Eigenproduktionen genutzt wird, vermietet die Theaterakademie das Haus an Konzertveranstalter. Aus dem Erlös des Vermietgeschäfts werden etwa 20 Prozent des Gesamtbudgets der Akademie finanziert. Träger der Theaterakademie August Everding ist der Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

 

 

Ehrenmitglieder

Ehrenmitglieder der Theaterakademie August Everding sind:

  • Prof. Dr. Hellmuth Matiasek
  • Prof. Klaus Zehelein