Projektarbeit

Premiere 10. Juli 2019
Akademietheater

Regie Franziska Angerer
Komposition Maximilian Hirning
Bühne Valentina Pino Reyes
Kostüme Lisa Chiara Kohler, Valentina Pino Reyes
Dramaturgie Carolin Müller-Dohle
Licht David Jäkel
Mit Yosemeh Adjei, Steven Barrett, Marie Domnig, Thekla Hartmann, Maximilian Hirning, Sebastian Kremkow, Karolina Nägele, Artemis Sacantani und Makoto Sakurai

metamorphosen steht für das gemeinsame Erkunden von körperlicher Transformation, quer zu sozialen Ordnungssystemen und biologischer Abstammung. Verwandlungsversuche und Erzählungen von symbiotischen Allianzen bilden den Humus, aus dem Entwürfe zukünftiger Lebensweisen keimen können. Es entspinnt sich ein Fadengeflecht zwischen Körpern, Kreaturen und Arten, Sprache und Musik, Mythos und Science-Fiction, ohne Anfang und Ende, zusammenlaufend in einem organischen, pulsierenden Punkt der andauernden Gegenwart.

Premiere 26. Juni 2019
Akademiestudio

Regie Demjan Duran
Bühne Katarzyna Oleksinska
Kostüme Josefin Kwon
Dramaturgie Friederike Wrobel
Licht Bernd Gatzmaga
Ton Matthias Schaaff
Regieassistenz Kerry Shanley McCabe
Mit Oscar Bloch, Adi Hrustemovic, Regina Speiseder und Thomas Sprekelsen

Nach dem gleichnamigen Textfragment von Bertolt Brecht

Johann Fatzer steigt aus: "Ich scheiße auf die Ordnung der Welt." Mit seinen drei Kameraden desertiert er und wartet auf eine Revolution, die nicht kommt. Bertolt Brecht bezeichnete sein über 500-seitiges Textfragment selbst als "unaufführbar". Demjan Duran und sein Team machen sich damit, zwischen Individuum und Massenmensch, Egoist und Kollektiv, auf die Suche nach Abhängigkeiten. Was bedeutet es für die Gruppe, wenn der Einzelne nurmehr nach seinen eigenen Regeln spielt? Ist Johann Fatzer ein Egoist, ein Spieler oder gar ein Prinzip?

© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes

Premiere 8. Mai 2019
Akademietheater

Regie David Moser
Bühne und Kostüme Amelie Sabbagh
Musik Giovanni Berg
Dramaturgie Jana Gmelin
Licht Bernd Gatzmaga
Mit Wilhelm Beck, Agnes Decker, Marie Domnig und Mariann Yar

Schauspiel nach Homers Odyssee

Nach dem Sieg über Troja macht sich Odysseus auf den Heimweg und erkundet Inseln, Fabelwesen und Gottheiten - er ist der Held, der später als "Aufklärer der Antike" bezeichnet wird. Doch nun sitzt er seit sieben Jahren auf der Insel der Nymphe Calypso fest und zögert die Rückkehr nach Ithaka immer wieder hinaus. Während die gierigen Freier und zürnende Götter nicht nur Ithaka, sondern ganz Griechenland in Gefahr zu bringen drohen, versucht Calypso, den alt gewordenen Odysseus vom Aufbruch zu überzeugen. Dieser schafft es jedoch nicht, hin- und hergerissen zwischen Lethargie und Aufbruchsstimmung, das Hotel Calypso zu verlassen.

 

© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes

Uraufführung 22. Februar 2019
Reaktorhalle

Regie Gineke Pranger
Komposition Caio de Azevedo
Bühne und Kostüme Lena Böckmann
Dramaturgie Laura Mangels, Teresa Martin
Licht Benjamin Schmidt
Mit Solomìa Antonyak, Irene de Luis Ballesteros, Maria Emilia Ciria, Maria Dafka, Cornelia Demmer, Julie Catherine Eggli, Maksim Liakh, Anna Pontz, Ronja Sophie Putz und Theresa-Sophie Weihmayr

Von Menschen, die das Tanzen entdeckten. Von Prozessionen durch die brasilianische Wüste. Von einem grotesken Duell zwischen Heiligem und Profanem. Von Mündern, die Bäuche füttern. Und vom Karneval. FINITA erschafft ein Themennetz, dessen Fäden vom brasilianischen Karneval zu heiligen Ritualen, von kulturellen Kannibalismus zum Verdauungstrakt und von Banditen zu Narrenfiguren gespannt werden. FINITA bildet die Legenden und entführt dabei, als Liturgie angelegt, in einen musiktheatralen Kosmos ohne Anfang und Ende.

© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes

Premiere 11. Dezember 2018
Akademietheater

Regie David Moser
Dramaturgie Lüder Wilcke
Bühne und Kostüme Lisa Rüger, Amelie Sabbagh
Live-Musik Giovanni Berg
Maskenbild Maxi Schwarzkopf
Licht David Jäkel
Ton Matthias Schaaf
Video Thilo David Heins
Regieassistenz Merve Gülay Caylar
Mit Giovanni Berg, Sofie Gross, Thekla Hartmann, Luis Lüps, Tamara Romera Ginés

Nach einer Erzählung von Christa Wolf

Kein Ort. Nirgends spielt mit einer fiktiven Begegnung: Karoline von Günderrode und Heinrich von Kleist haben sich in Wirklichkeit vermutlich nie getroffen. Aber es hätte passieren können. Doch hätte ihnen, die im Denken und Fühlen ihrer Zeit nicht heimisch werden konnten, das Erlösung verschafft?
Wie Christa Wolf in den siebziger Jahren der DDR, rieben sich die jungen Dichterinnen zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts "an der gesellschaftlichen Mauer die Stirn wund". Durch den Wolfschen Zeitschacht hindurch befragt die Inszenierung von David Moser das zeitlose Spannungsverhältnis zwischen Gesellschaft und Individuum, zwischen praktischer Vernunft und unstillbarer Sehnsucht.

© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes

Premiere 4. Dezember 2018
Akademietheater

Regie Camille Hafner
Bühnenbild Leonard Schulz und Camille Hafner
Kostüme Fabian Lindhorst
Maskenbild Cornelia Schlinger
Musik Claas Krause
Dramaturgie Jana Gmelin
Licht David Jäkel
Ton Matthias Schaaff
Video Leonard Schulz und Camille Hafner
Regieassistenz Laura Krahn
Mit Katja Brenner, Emery Escher, Steffen Recks, Katharina Wittenbrink

Schauspiel von Jean-Paul Sartre

Garcin, Inès und Estelle finden sich nach ihrem Tod in einem geschlossenen Raum wieder. Die Hölle, wie Jean-Paul Sartre sie hier entwirft, gleicht einer Versuchsanordnung für die Konfrontation mit den Abgründen der Anderen. Zwischen Einsamkeit und erzwungener Gemeinschaft versuchen sich die Figuren miteinander zu arrangieren – doch wie funktioniert Vertrauen, wenn man sich in der Hölle befindet? Wie kann man zusammenleben, wenn es keine Geheimnisse mehr gibt? Wie liebt man, wenn alle zuschauen?

© Regine Heiland
© Regine Heiland
© Regine Heiland
© Regine Heiland

Premiere 14. November 2018
Reaktorhalle, Luisenstraße 37a

Regie und Fassung Karin Herrmann
Bühne Fabian Wendling
Kostüm Ensemble
Dramaturgie Britta Janssen
Licht David Jäkel
Ton Klemens Schulze
Musik Michaela Bangemann
Regieassistenz Johanna Comtesse
Mit Michaela Bangemann, Marina M. Blanke, Enea Boschen, Kjell Brutscheidt, Thea Emilia Giertler, Fabio Savoldelli, Ricarda Seifried, Andrej Agranovski

Der satirische Science-Fiction-Roman handelt von der Entdeckung hochintelligenter Molche, die rasch zum globalen Wirtschaftsfaktor werden und mit der Menschheit in gefährlicher Symbiose leben. Als Arbeitstiere eingesetzt, wenden sie sich schließlich gegen ihre Ausbeuter. Die Inszenierung thematisiert den egoistischen Umgang des Menschen mit seiner Umwelt genauso wie die Gefahr eines Wissensdurstes, der keine moralischen Grenzen kennt.

Emilia Giertler und Fabio Savoldelli © Regine Heiland
Kjell Brutscheidt und Enea Boschen © Regine Heiland
Emilia Giertler © Regine Heiland
Ricarda Seifried und Andrej Agranovski © Regine Heiland

Premiere 12. Juni 2018
Akademietheater

Regie Caner Akdeniz
Dramaturgie Jana Gmelin, David Moser
Konzeptuelle Mitarbeit Istek Serhan Erbek
Bühne und Kostüme Lugh Wittig
Licht Bernd Gatzmaga
Mit Cansu Ezgi Ince, Tara Demircioglu, Deniz Danisoglu, Ece Nur Ates, Anil Ates, Ahsen Özercan

Sechs SchauspielerInnen kommen von Istanbul nach München, um hier ihrer Arbeit nachzugehen - sie sind eingeladen, auf einer deutschen Bühne Theater zu spielen. Die Akteure versuchen, sich eines deutschen Stücks zu bemächtigen, einer unbekannten Sprache, deren Worte sie nicht verstehen.

Regisseur Caner Akdeniz lotet in Faust, vielleicht? die Grenzen des Eigenen im Fremden aus. Zwischen Erwartungen und Ansprüchen arbeiten sich die DarstellerInnen an kulturellen Widersprüchen ab. Werden sie in einer fremden Sprache eine zweite Heimat finden können? Eine Suche nach neuem Halt jenseits des Vertrauten.

Faust, vielleicht?: Cansu Ezgi Ince

Premiere 29. Mai 2018
Akademietheater

Inszenierung Demjan Duran
Kostüm Josefin Kwon
Dramaturgie Natalie Baudy
Musik Giovanni Berg
Licht Bernd Gatzmaga
Maske Lea Eberhardt
Ton Matthias Schaaff
Regieassistenz und Abendspielleitung Dayana Hristova
Bühnenbild- und Kostümassistenz Denise Dörner
Mit Ricarda Seifried, Lisa Schwarzer, Enea Boschen

Ein Kurztrip nach Knokke: Ein Ort am Meer, wie er überall sein könnte. Klein, gemütlich, nichtssagend. Freudig wird durch die Straßen flaniert, im Schwimmbad entspannt und in der Kneipe getrunken. Aber man bleibt alleine und ehe man sich versieht, überkommt einen die Langeweile - wo kann man denn hier was erleben? Basierend auf einem Text des Künstlers Martin Kippenberger inszeniert Demjan Duran einen Schauspielabend über Unruhe und Sehnsucht - ob nach Rückzug oder Exzess, nach Isolation oder Gesellschaft bleibt unklar, verschiebt und überlagert sich.

Premiere: 11. April 2018
Akademietheater Mitte

Inszenierung
Karin Herrmann
Kostüm Karin Herrmann
Bühne Fabian Wendling
Puppenbau Ida Herrmann, Sabine Köhler
Dramaturgie Friederike Wrobel
Licht David Jäkel
Ton Matthias Schaaff
Abendspielleitung Nathalie Schörken
Regieassistenz Nathalie Schörken
Mit Maikel Drexler, Thea Emilia Giertler, Luisa Grüning

Das Wesentliche passiert immer woanders. Wenigstens darin sind sich Lenore, Claudette und Idris einig. Ansonsten aber haben sich die Schwestern nicht viel zu sagen. Gemeinsam kehren sie an den Ort ihrer Kindheit zurück, an dem sich jede mit ihrem persönlichen Grausen und familiärem Horror konfrontiert sieht. Ein grotesker Abend, in dem Puppen und SpielerInnen den allgemeinen wie speziellen Wahnsinn implodieren lassen und die Grenzen zwischen äußeren und inneren Welten verschmelzen.

Premiere 23. März 2018
Akademietheater Mitte

Inszenierung
Gineke Pranger
Musikalische Leitung und Klavier Amy Brinkman-Davis
Bühne Katarzyna Oleksinska
Kostüm Birgit Wagner
Regieassistenz Florentine Illner
Dramaturgie Julia Jordà Stoppelhaar
Tenor Berthold Schindler
Alt Judith Werner, Céline Akcag
Sopran Solomía Antonyak, Julie Catherine Eggli
Schauspiel Ann-Kristin Mayr

Inspiriert von einer Reihe anonymer Gedichte, die 1916 in der Brünner Zeitung erschienen, komponierte Leos Janácek diesen Liederzyklus für Tenor, Alt, Chor und Klavier. Er erzählt von der Begegnung des Bauernsohnes Janicku mit der fremden Zigeunerin Zefka. Tagsüber arbeitet er auf dem Feld, nachts träumt er von der rätselhaften Frau. An der Weggabelung zwischen dem sicheren Zuhause und einer ungewissen Zukunft muss sich Janicku der Entscheidung stellen: Pflicht oder Freiheit?

Premiere 28. Februar 2018
Reaktorhalle, Luisenstraße 37a

Inszenierung
Franziska Angerer
Bühne und Ausstattung Valentina Pino Reyes
Dramaturgie Carolin Müller-Dohle
Musik Maximilian Hirning
Darsteller Paul Wolff-Plottegg

Die Ahnung einer Katastrophe schwebt über uns. Untergangsprognosen und endzeitliche Vorstellungen sind so alt wie die Menschheit selbst: Apokalyptische Reiter, Weltuntergangs-Romantik, Zombie-Dystopien. Sie alle thematisieren den Niedergang eines Systems und stellen die Frage nach dem Ende der Geschichte oder dem Beginn einer neuen Weltordnung. Doch was ist eigentlich mit dem Jetzt? Der Abend spielt mit Handlungsmöglichkeiten im Angesicht der Bedrohung.

Premiere: 13. Dezember 2017
Akademietheater

Regie Demjan Duran

  • Dramaturgie Anna Staab
    Regieassistenz Annabel Targownik
    Bühne, Kostüm Markus Zäch
    Kameraführung Tamino Wildner
    Musik Giovanni Berg
    DarstellerInnen Ricarda Seifried, Sofie Gross, Kjell Brutscheidt, Pål Fredrik Kvale, Daniel Wittmann

    Medea ist maßlos, im Kalkül wie im Kontrollverlust. Zwischen Furcht und Faszination beobachten nicht nur die Zuschauer, sondern auch ihr Mann und ihr Gefolge, wie sie - eiskalt berechnend und dennoch haltlos verzweifelt - zur Mörderin ihrer eigenen Kinder wird. Die Inszenierung untersucht die Anziehungskraft radikaler Biographien. Ist Medeas Tragödie tatsächlich unabwendbares Schicksal - oder selbsterfüllende Prophezeiung?

Premiere: 14. November 2017
Reaktorhalle

Regie Maike Bouschen
Bühne Klara Mand
Kostüm Stephanie Zimmer
Komposition Caio de Azevedo
Dramaturgie Natalie Baudy
Regieassistenz Annabel Targownik
Mit Dora Garcidueñas, Maria Jose Rodrievera, Thomas Würfflein, Tobias Butorac, Benedict Sieverding, Lavinia Nowak, Clara Liepsch, Maria Magdalena Mund


Mit dem Tod wollen wir nichts zu tun haben. Mit dem eigenen schon gar nicht. Trauer wird selten öffentlich ausgetragen, Beerdigungsrituale nur noch stark verkürzt praktiziert. Und dennoch bleibt die nagende Gewissheit der Unausweichlichkeit des eigenen Sterbens. Also doch mal einen Gedanken daran riskieren. Das Sterben kennen wir vor allem durch Filme, Berichte und Literatur. Können wir durch die Auseinandersetzung mit dem Sterben anderer erfahren, was es für uns selbst bedeutet? Und kann man sich da nicht irgendwie besser vorbereiten, auf dieses Sterben?

In "Nach den Fakten kommt das Nichts" untersucht Maike Bouschen gemeinsam mit den Mitwirkenden und zu Musik von Caio de Azevedo, ob man Sterben üben kann.

Premiere: 18.10.2017
Reaktorhalle

Inszenierung und Bühne Blanka Rádóczy
Kostüm Andrea Simeon
Komposition Patrick Schäfer
Dramaturgie Natalie Baudy
Schauspiel Yannik Stöbener, Natalina Muggli, Tim Mackenbrock, Lena Hilsdorf, Leonard Dick
Gesang Bavo Orroi
Schlagzeug Flurin Mück
Saxophon Vanja Sedlak
Akkordeon George Lolas
Kontrabass Daniel Pytel

Zwei Menschen, die sich in der Abgeschiedenheit begegnen, sich verlieben, ihren Alltag miteinander teilen. Doch was bedeutet schon Zweisamkeit, wenn keiner ohne Vorgeschichte ist. Welche Erinnerungen muss man einander mitteilen und wie viel kann zurückgehalten werden?

Blanka Rádóczy setzt sich mit der komplexen Struktur zwischenmenschlicher Beziehungen auseinander, inspiriert von Ingmar Bergmans Film "Die Stunde des Wolfs" sowie mit Texten von Roland Barthes und Maurice Blanchot. Im Zusammenspiel mit der Musik von Patrick Schäfer entsteht ein atmosphärischer Abend über Begegnung und Erinnerung zweier Liebender an einem Ort zwischen Ferienidyll und Sumpflandschaft.

Premiere: 21 Juni 2017
Akademietheater

Regie Caner Akdeniz
Bühne und Kostüme Ji Hyung Nam
Dramaturgie Julia Schinke
Mit 
Svetlana Belesova, Cem Lukas Yeginer

Im steten Hin und Her unseres Alltags, im nie abreißenden Fluss von Informationen verliert Vavien, die Protagonistin dieses Projekts, nicht nur den Kontakt zur Außenwelt, sondern auch sich selbst. Zurück bleibt Ohnmacht, ein Dasein in Handlungsunfähigkeit.

Im Entwicklungsprozess von Vavien steht die Erforschung der Möglichkeiten und Grenzen verbaler Kommunikation im Vordergrund. In der Interaktion jenseits der Sprache, im körperlichen Ausdruck auf der Grenze zwischen Realem und Surrealem soll der Idee des "Va-et-vient" im Hin und Her unserer Gegenwart nachgegangen werden.

© Regine Heiland
© Regine Heiland
© Regine Heiland
© Regine Heiland

Premiere: 20. Mai 2017
Akademietheater

Regie Fiete Wachtholtz
Bühne Anna Knöller
Kostüme Johanna Armstorfer
Text Ulrike Feibig
Dramaturgie Natalie Baudy, Nadine Wiedemann
Licht Benjamin Schmidt
Ton Udo Terlisten

Mit Theresa-Sophie Weihmayr, Sophie Becker, Daniel Adriansson, Aron Nowak, Clara Wärme Otterstrom, Lotta Sandborgh, Mikkel A. Toettrup

Ein Abend, der sich mit einer immer komplexeren und verzahnteren Welt auseinandersetzt, in der es nicht mehr den einen Hebel gibt, mit dem sich die Gesellschaft verändern lässt.
Und in dem es doch das eine umspannende Gefühl gibt: Angst. Und mit der Vermutung, dass dies alles mit einer nicht mehr zentral zu ortenden digitalen Maschine verbunden ist. Sind wir noch frei in unserem Willen? Oder schon Ferngesteuerte der Digitalität?

Gemeinsam mit dem Kollektiv LIEBEr KRAWALL entwickelt der Regie-Student Fiete Wachtholtz einen Abend über den Überlebenskampf des Menschen im Zeitalter der Digitalisierung - choreographisch, installativ und performativ.

© Regine Heiland
© Regine Heiland
© Regine Heiland
© Regine Heiland

Nach Georg Büchner
Premiere: 3. Mai 2017
Akademietheater

Regie Maike Bouschen
Komposition Caio de Azevedo
Bühne Maike Brunner
Kostüm Jan Wilhelm Vahl
Dramaturgie Anna Gojer
Regieassistenz und Abendspielleitung Lydia Finzl

Mit Kjell Brutscheidt
Fagott Arturas Gelusevicius
Querflöte Yu-Ting Huang
Klarinette Ivan Ng
Hackbrett Anna Pontz
Violine Christian Zahlten
Percussion Flurin Mück

"Hören Sie denn nichts, hören Sie denn nicht die entsetzliche Stimme, die um den ganzen Horizont schreit, und die man gewöhnlich die Stille heißt..." 

Der graue Wald, der Nebel, die Nacht - alles drängt auf den jungen Dichter Jakob Lenz ein, spricht zu ihm, verfolgt ihn. Nicht nur das Getöse der Außenwelt, auch die Stimmen in seinem Inneren werden ihm unerträglich. Den Lärm zum Schweigen bringen, zur Ruhe kommen - darum ringt der Getriebene beständig, doch gerade die Stille befördert seinen Wahn. 

Maike Bouschen und Caio de Azevedo hören genau in Büchners Sprachbilder und in Lenz' Seelenzustand hinein und schaffen einen sphärischen Klangraum, der dessen Stimmungen und Gefühle auf eindringliche Weise darstellt.

Nach William Shakespeare
Premiere: 20. Dezember 2016
Akademietheater

Inszenierung
Julia Prechsl
Bühne und Kostüme Valentin Baumeister
Musik Fiete Wachholtz
Maske Steffen Roßmanith
Dramaturgie Hannes Köpke
Produktionspraktikantin Nastasja Rauch

Mit
Elisa Ueberschär, Julius Bornmann, Volker Wachholtz, James Newton

Katharina aus Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" ist bloßes Objekt. Zwar ziert sie als "Widerspenstige" den Titel der Komödie, doch hat sie vom Autor kaum Text bekommen. Sie wird von ihrem Vater an den Meistbietenden verheiratet, von ihrem Ehemann gedemütigt, gefoltert und schließlich gebrochen - um dann der Männerwelt in tiefer Demut ihr Gehorsam zu geloben. So absurd uns dieses Frauenbild in seiner Passivität heute scheint, steckt es doch in den meisten Frauenfiguren der dramatischen Literaturgeschichte. 
Grund genug, das Objekt zum Subjekt zu machen und "Die Widerspenstige" wirklich zu Wort kommen zu lassen.

Premiere: 15. März 2017
Akademietheater

Inszenierung und Bühne: Blanka Rádóczy
Kostüm: Andrea Simeon
Musik: Fiete Wachholtz
Maske: Till Kleine-Möller
Dramaturgie: Anna Gojer

Video: Nicole Marianna Wytyczak
Licht: Bernd Gatzmaga
Ton: Miriam Reinhardt
Videotechnik: Fabian Kraxenberger
Regieassistenz: Marisa Wienert
Ausstattungsassistenz: Anna Wörl

Mit Jakob Tögel, Clara Liepsch, Marina Blanke
Statist: Hardy Punzel

Eine scheinbar unüberwindbare Kluft schiebt sich zwischen Mensch und Natur, und unter der Oberfläche beginnt es zu brodeln: Die Dinge, die uns umgeben, starren uns an. Die Natur spricht zu uns, wir haben nur verlernt hinzuhören.
In Golem schläft erwacht die Landschaft mit sirrenden Klängen zum Leben und tritt mit Hilly in Dialog: Hilly ist den Individualitäts- und Authentizitätszwang leid und sucht deshalb nach einer neuen Existenzform - sie möchte zu einem Ding werden. Doch wie lässt sich das erreichen?
Blanka Rádóczy verwebt in dieser Uraufführung Objekt- und Diskurstheater zu einem atmosphärisch dichten Bilderreigen.

Premiere: 25. Januar 2017
Akademiestudio

Inszenierung:
Franziska Angerer
Konzeption: Franziska Angerer, Steven Barrett, Katharina Schulz
Ausstattung: Bianca Bättig
Musik: Flurin Mück

Mit
Steven Barrett

Ein Performer - zwei Geschlechter - eine Frage.
Eine Beschwörung.
Who is Elsa?

Who is Elsa?
ist die Suche nach dem eigenen, verborgenen Schatten, eine Suche nach dem Ausdruck einer ungestillten Sehnsucht. In einem offenen Prozess gehen die Regisseurin Franziska Angerer und der Performer Steven Barrett auf sehr persönliche Weise der Frage nach, in welchem Verhältnis Rollenverkörperung, Spiel und Identität stehen.

Nach dem Roman von James Joyce

Premiere: 30. November 2016
Akademietheater

Regie: Hannes Köpke
Bühne/Kostüm/Video: Olivia Rosendorfer, Julius Zimmermann
Regieassistenz: Tizia Rosendorfer
Dramaturgie: Nadine Wiedemann

Mit
Yannik Stöbener, Isabell Przemus, Ferdinand Nowitzky, Clara Liepsch, Laura Immler

Mit Stephen der Held will James Joyce Anfang des 20. Jahrhunderts einen autobiografischen Künstlerroman schaffen. Nachdem er über 1000 Seiten geschrieben hat, wirft er unzufrieden das Manuskript ins Feuer - und schreibt stattdessen Ein Porträt des Künstlers als junger Mann. Der konventionelle Erzähler von Stephen der Held weicht einer völlig neuen Erzählstruktur aus Fragmenten und Bewusstseinsströmen. Mit diesen Mitteln kann Ein Porträt des Künstlers als junger Mann das Konzept der Identität, der Seele und der Persönlichkeit neu ausloten und problematisieren.

Nach dem Roman von Ahmet Hamdi Tanpinar

Premiere: 17. November 2016
Reaktorhalle

Regie: Caner Akdeniz
Musik: Theresa Zaremba, Sophia Jani
Bühne: Ayse Özel
Kostüm: Meryem Hilal Coskunirmak
Dramaturgie: Kornelius Paede

Mit Adi Hrustemovic, Karolina Nägele, Lena Hilsdorf, Thekla Hartmann, Peter Blum

Das Uhrenstellinstitut ist eine wahnwitzige Behörde, die im ganzen Land Bußgelder auf falsch gestellte Uhren verhängt. Sein Gründer Hayri Irdal, ein Mann ohne Eigenschaften, sieht sich damit endlich am Ziel seines unsteten Lebenswegs. Doch Zeiten ändern sich. Kann sich eine Gesellschaft im Aufbruch noch eine absurd-bürokratische Institution leisten?

Caner Akdeniz liest Ahmet Hamdi Tanpinars satirischen Gesellschaftsroman über den Abgesang auf das Osmanische Reich als widerständige, zeitlose Parabel auf gesellschaftliche Dynamiken.

nach Motiven von Pier Paolo Pasolinis gleichnamiger Erzählung

Premiere: 13. Juli 2016
Akademiestudio

Inszenierung und Bühne: Blanka Rádóczy
Kostüm: Andrea Simeon
Dramaturgie: Anna Gojer
Komposition: Patrick Schäfer
Licht: Bernd Gatzmaga
Ton: Miriam Reinhardt
Video: Nicole Marianna Wytyczak
Maske: Diego Andrés Rojas Ortiz

Mit 
Maria Magdalena Rabl, Anton Figl, Marina Blanke, Hannes Köpke, Natalina Muggli, Leon Haller

Ein mysteriöser junger Fremder dringt in den Alltag einer wohlhabenden Familie ein und stiftet Verwirrung. Alle Familienmitglieder sowie das Dienstmädchen erliegen nach und nach der sinnlichen Faszination, die von dem göttlich anmutenden Gast ausgeht. Er bringt die Personen mit ihren verborgenen Sehnsüchten und Abgründen in Berührung. Nach seiner Abreise hinterlässt er seelisches Chaos und eine irritierende Leere, welche die Zurückgelassenen auf unterschiedliche Weise kompensieren.

Die Regiestudentin Blanka Rádóczy untersucht anhand von Pasolinis Erzählung Teorema den Einbruch des Göttlichen in eine Gesellschaft, die den Sinn für alles Heilige verloren hat.

Operette nach Franz von Suppé

Premiere: 01. Juli 2016
Akademietheater Mitte

Arrangement: Jacopo Salvatori
Komposition: Tom Smith
Musikalische Leitung: Jacopo Salvatori, Tom Smith
Inszenierung: Till Kleine-Möller
Bühne und Kostüm: Nicole Marianna Wytyczak
Video: 
Nicole Marianna Wytyczak,Thomas Zengerle
Dramaturgie: Stefanie Fischer
Licht: Georg Boeshenz
Ton: Matthias Schaaff

Mit 
Philip Ceglarski, Amina Görsch, Andromahi Raptis, Elizabeth Marshall, Gustavo Castillo Estrada, Tom Amir, Wiebke Isabella Neulist, Manuel Wagner, Anahita Dittmann, Teresa Sperling, Rebecca Lorenz, Antonia Hoffmann, Julia Hornung, Leonhard Kuhn, Sebastian Wolfgruber

In der Hölle ist Revolution: Die Teufel wollen Demokratie und Freiheit, doch der Höllenfürst Satanas denkt nicht daran seine Macht zu teilen. Mit Hilfe seiner drei teuflischsten Minister will er den Aufstand zerschlagen - zu dumm nur, dass die sich gerade noch im Urlaub auf der Erde befinden und niemand weiß, welche Gestalt sie angenommen haben. So macht sich Satanas mit seinem Hofmeister Mephisto zusammen auf, um sie zu finden. Doch woran erkennt man einen Teufel? Es beginnt eine ironisch- philosophische Suche nach dem Bösen auf Erden. Werden sie es schaffen, die Minister zu finden und die Revolution zu beenden? 
Mit einer umfangreichen musikalischen Bearbeitung, die verschiedene Musikstile von Klassik über Jazz bis hin zu Rock und Elektronik miteinander verbindet, werden Suppés eingängige Melodien in neue Kontexte gesetzt. Der Abend wird so zur bunten Reise durch die europäische Vergangenheit, der nach dem Unterschied von Gut und Böse und dem Für und Wider von Revolution fragt.

Premiere: 20. April 2016
Akademietheater

Regie: Maike Bouschen
Bühne: Maike Nienborg
Kostüme: Alexander Djurkov Hotter
Sound Design: Lutz Gallmeister
Dramaturgie: Anna Gojer

Mit Kjell Brutscheidt, Emery Escher, Olga von Luckwald, Ricarda Seifried, Theresa-Sophie Weihmayr, Cem Lukas Yeginer

Auf der Praça Roosevelt, einem Platz im Herzen von Sao Paolo, kreuzen sich die Schicksale einer Handvoll Menschen. Es sind gestrandete Existenzen auf der Suche nach Sinn, Erlösung und Nähe. Eine todkranke Sekretärin sucht Halt bei ihrer einzigen Freundin, einer alternden Transsexuellen. Ein Waffenfabrikant fühlt sich für die Morde verantwortlich, die mit seinen Waffen verübt werden und trifft auf eine Bingo-Zahlenansagerin, die das Gefühl hat, ihr Leben finde ohne sie statt. Ein Mann ohne Perspektiven setzt sich auf die Praça, schweigt und steht nicht mehr auf. Inmitten dieser Menschen sucht ein Polizist verzweifelt nach seinem Sohn und nach seiner Erinnerung.
Dea Loher blickt in ihrem Stück auf eine Gesellschaft der Vereinsamung, in der Zusammenhalt überlebenswichtig ist.

Premiere: 16. März 2016
Akademietheater

Inszenierung: Mathilde Lehmann
Bühne: Julie Junge
Kostüm: Mathilde Lehmann
Dramaturgie: Theresa Kost

Mit: 
Sebastian Griegel, Ines Hollinger, Laura Maire, Jakob Tögel

Er ist ein Narzisst, ein Spieler, der schließlich von übernatürlichen Kräften seine Strafe erhält: Don Juan! In einer Welt normierter Moralvorstellungen ist er der Fremdling. Ein Mann, der sich vom Leben nimmt, was ihn vergnügt und befriedigt. Einer, der nur an das glaubt, was er selbst beweisen kann: „Ich glaube, zwei und zwei sind vier und vier und vier sind acht.“ 

Roman von Hermann Hesse in einer Bühnenfassung von Joachim Lux

Premiere: 17. Feburar 2016
Akademietheater

Inszenierung: Julia Prechsl 
Bühne: Cedric Kraus
Video: Florian Schaumberger
Kostüm: Olivia Rosendorfer
Dramaturgie: Miriam Fehlker

Mit Maja Amme, Marina Blanke, Nora Schulte, Yasin Boynuince, Philipp Rosenthal

Hermann Hesses weltberühmter Roman
Der Steppenwolf scheint auch 89 Jahre nach seiner Veröffentlichung nichts von seiner Aktualität verloren zu haben: Es sind die Unangepassten, die Fragensteller, die Steppenwölfe eben, die sich angesichts des Chaos der Welt mit den braven Regeln eines guten Lebens nicht abfinden können. 

Nach Alfred Andersch

Premiere: 30. Oktober 2015, 20 Uhr
Reaktorhalle / Luisenstraße 37a

Inszenierung: Hannes Köpke
Bühne, Kostüme, Video: Olivia Rosendorfer, Julius Zimmermann
Sound: Jasmina Rezig
Maske: Daniel Eisenmann
Licht: 
Georg Boeshenz
Ton: Daniel Brzoska
Dramaturgie: Nadine Wiedemann

Mit Jonathan Heidorn, Valentina Inzko Fink, Barbara Krzoska, Isabell Przemus, 
Cornelia von Grafenstein

Es ist Spätherbst 1937. In der kleinen Hafenstadt Rerik  treffen der Junge, Pfarrer Helander, Fischer Knudsen, die Holzplastik des lesenden Klosterschülers, der KPD-Funktionär Gregor und die Jüdin Judith aufeinander. Seit der Machtübernahme der Nazis wird die auferlegte Stille unerträglich. Trotz der Kälte planen sie die Flucht weg aus einem Ort der vollkommenen Einsamkeit und Leere. Doch ohne einander können sie es nicht schaffen.

Nach dem Roman von László Krasznahorkai

Premiere: 14. November 2015
Reaktorhalle / Luisenstraße

Inszenierung: Blanka Rádóczy
Bühne: Lucas Gross
Kostüme: Claudia Irro
Maske: Daniel Eisenmann
Bearbeitung: Blanka Rádózcy, Lucia Kramer
Dramaturgie: Anna Gojer
Licht: Georg Boeshenz
Regieassistenz: Marisa Wienert

Mit Christoph von Friedl, Daniel Holzberg, Vanessa Eckart, Klaus Steinbacher, Johannes Osenberg, Nadia Steinhardt

Der ungarische Archivar Korin ist verbittert über den Zustand der Welt und beschließt seinem Leben ein Ende zu setzen. Zufällig findet er im Archiv ein geheimnisvolles, faszinierendes Manuskript. Diese herzergreifende Erzählung aus dem Archiv in die Gegenwart hinüberzuretten, wird zu seiner letzten Aufgabe.

Die aus Ungarn stammende Regiestudentin Blanka Rádóczy legt in ihrer Bearbeitung den Fokus auf die schöpferische Kraft des Erzählens und lässt die Grenze zwischen Realem und Fiktion verschwimmen. Persönlich, jedoch weit hoffnungsfroher, ist ihr Zugang zu Krasznahorkais düsterem Roman.

Das Nest

Von Franz Xaver Kroetz

Premiere:
5. Juli 2015, 19 Uhr
Marstall / Residenztheater

Regie: Julia Prechsl
Bühne und Kostüme: Lili Anschütz
Video: Florian Schaumberger
Dramaturgie: Rose Reiter

Mit
 Simon Heinle, Genija Rykova, Fiete Wachholtz

DAS NEST ist eine von fünf Inszenierungen im Rahmen des Marstallplans: ein Minifestival in der kleinsten Spielstätte des Residenztheaters, das jungen Regisseuren eine Plattform bereitstellt, um sich auszuprobieren und ihre Arbeiten gemeinsam zu zeigen.

Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will? Folgen ist bequemer als fragen. Erst als der Lkw-Fahrer Kurt durch einen „Spezialauftrag“ seines Chefs beinahe seinen Sohn umbringt, wird ihm die eigene Unmündigkeit, in die ihn seine finanzielle Abhängigkeit gebracht hat, bewusst.

Kroetz stellt in seinem Volksstück, mit dem er 1976 den Mülheimer Dramatikerpreis gewann, die Frage nach dem Handlungsspielraum von jemandem, der die Spielregeln einer kapitalistischen Gesellschaft nur allzu bereitwillig akzeptiert hat.

Bühnenbildworkshop 2015 - mit Ludwig Haugk und Barbara Ehnes

Arbeitstitel Zenzi

Premiere: 24. November 2014
Akademietheater
  
Inszenierung: Julia Prechsl
Bühne und Kostüme: Lili Anschütz
Dramaturgie: Rose Reiter

Mit
 Maja Amme, Tom Ditz, Christian Lex, Maria Magdalena Rabl, Rita Prechsl und Klaus Steinbacher

Heimat, was soll das sein?! Die Frage nach der Herkunft, nach dem Ort der Kindheit, des Erwachsenwerdens lässt sich in der Regel leicht beantworten. Aber Heimat – die besitzt weder einen konkreten Ort noch eine Zeit. Sie besteht vielmehr aus einem Konstrukt persönlicher Erfahrungen, kann sich an Menschen genauso wie an Dinge, Empfindungen und Handlungen knüpfen. Heimat drückt das Gefühl einer inneren Verbundenheit zu einer bestimmten Umgebung aus und steckt dabei voller Widersprüche.

In Arbeitstitel Zenzi setzen sich vier Darsteller mit ihrer Herkunft aus verschiedenen bayerischen Dörfern auseinander, die ihnen mal mehr, mal weniger eine Heimat waren oder immer noch sind. Den Ausgangspunkt für diese Unternehmung bildet eine Liebesgeschichte, so kitschig wie ein Groschenroman: In einem kleinen bayerischen Dorf am Rande der Alpen liebt die Zenzi den Edi, der liebt eigentlich eine andere und als die Zenzi schwanger ist, bricht er ihr das Herz. Aus Liebeskummer und weil sie Angst hat vor dem Urteil ihrer konservativen Mutter, will sich die Zenzi das Leben nehmen. Das kann aber Gott sei Dank der Rocky, der geheimnisvolle und ungeheuer gut aussehende Fremde im Dorf, gerade noch rechtzeitig verhindern…In der Geschichte von der Auer-Zenzi wird das anachronistische wie verklärte Bild einer ländlichen Idylle zur Schau gestellt, in der die Welt noch in Ordnung ist, in der traditionsbewusste und moralische Menschen im Einklang mit sich und der Natur leben und in der die Zeit bisweilen stillzustehen scheint. Wessen Heimat wird hier gezeigt? Was zunächst wie ein Blick durch Großmutters Brille scheint, wird für die Darsteller zum Katalysator von Assoziationen, zu einer Spielwiese, auf der sie die eigenen Erinnerungen an ihre Heimat auf humorvolle Art und Weise lebendig werden lassen.