Projektarbeit

Einen wichtigen Teil der Ausbildung an der Theaterakademie August Everding bilden Projektarbeiten, bei denen die Studierenden sich künstlerisch austauschen und praktische Erfahrungen sammeln können. Ausgewählte Projekte stellen wir im Folgenden vor.

Premiere 4. Mai 2018
Akademietheater

Regie David Shiner
Licht Georg Boeshenz
Choreographie Marie Preußler
Regieassistenz Marie Preußler
Mit Berit Vander, Fabio Savoldelli, Tamara Romera Ginés, Sandra Julia Reils,
Steffen Recks, Irina Kurbanova, Sebastian Kremkow, Luiza Candido de
Oliveira Monteiro, Oscar Bloch, Aydin Aydin

Zu unbeholfen, das falsche Essverhalten, das falsche Sozialverhalten, zu hässlich, laut und anders. Und vor allem: keine Seele. Frankensteins Monster ist vor seinem Schöpfer geflohen und sucht im Verhalten anderer Menschen Antworten auf diese und viele weitere Fragen. Doch wird das Monster aus diesen Menschen so schlau wie es sich das erhofft?

Der zweite Jahrgang des Studiengangs Schauspiel begibt sich in der Inszenierung des Clowns David Shiner mit seiner Interpretation des Frankenstein-Stoffs auf eine Selbstfindungsreise durch unsere vermeintlich menschliche und beseelte Welt.

Premiere 16. Februar 2018
Akademietheater Mitte

Choreographie Katja Wachter
Inszenierung Katja Wachter
Kostüm Solveig Geisse
Dramaturgie Julia Hammerstiel
Licht Benjamin Schmidt
Regieassistenz Annabel Targownik
Video Diether Sommer
Komposition Florian Paul, Sophia Jani
Mit Lavinia Nowak, Benedict Sieverding, Lisa Schwarzer, Hardy Punzel, Almut Kohnle, Leonard Dick, Andrej Agranovski, Enea Boschen 

Getrieben vom Bedürfnis nach Nähe taumeln sie durch ihren Überholspur-Alltag. Mit dem Bildschirm haben sie sich das perfekte Gegenüber erschaffen: schlank, glatt, hochleistungsfähig. Auf ihren Screens und Devices haben sie alles im Griff. Sie sind ganz nah dran. Sie sind einsam.

Gemeinsam mit den Studierenden des zweiten Jahrgangs Schauspiel der Theaterakademie begibt sich Regisseurin und Choreographin Katja Wachter auf Spurensuche nach virtueller und realer Nähe, verhandelter und gelebter Nähe in Privatleben und Job. Auf Basis zweier Stücke von Falk Richter ("Zwei Uhr nachts" und "Play Loud") schlägt das Projekt die Brücke zwischen Tanz und Sprechtheater.

Premiere 23. Januar 2018
Akademietheater Mitte

Inszenierung
 Dimitrij Schaad
Co-Autor Alex Schaad 
Bühne Peter Hofmann
Kostüme Lara Hohmann 
Dramaturgie Lüder Wilcke 
Licht Bernd Gatzmaga 
Ton Udo Terlisten 
Regieassistenz Nathalie Schörken
Mit Peter Blum, Giulia Goldammer, Leon Haller, Thekla Hartmann, Lena Hilsdorf, Philip Lemke, Clara Liepsch, Karolina Nägele, Marie Sophie Schmidt und Yannik Stöbener

Das patriarchale System liegt im Sterben, aber verrecken will er einfach nicht, der todkranke Familienpatriarch, dem so ziemlich alles nachgesagt wird, was man dem alten, reichen, weißen, heterosexuellen Mann vorwerfen kann. Er war ein Rassist, ein Chauvinist, ein hemmungsloser Ausbeuter, ein machtgeiler Sexist, der fünf Kinder in die Welt setzte, die jetzt samt Anhang zusammenkommen. Wer soll diese Welt aus ihrem beschissenen, bluthustenden Zustand in eine bessere Zukunft führen?

Schauspiel nach den Gebrüdern Grimm

Premiere: 14. Juli 2017
Opernstudio

Inszenierung: David Shiner
Mit Lisa Schwarzer, Hardy Punzel, Lavinia Nowak, Almut Kohnle, Leonard Dick, Enea Boschen, Andrej Agranovski, Benedict Sieverding

Die Märcheninszenierungen des Clowns David Shiner mit dem 2. Jahrgang des Studiengangs Schauspiel haben bei Kindern und Jugendlichen bereits Kultstatus erreicht. In der diesjährigen Inszenierung bearbeitet David Shiner (der bereits im Circus Roncalli, dem Circus Knie und dem Cirque du Soleil spielte) mit den Studierenden das bekannte Märchen Der Wolf und die sieben Geißlein nach den Gebrüdern Grimm. Im Fokus der Clowning-Arbeit stehen dabei die Themen Körperlichkeit und Slapstick. 
Spaß für Groß und Klein ist garantiert.

Premiere: 18. Januar 2017
Akademietheater

Die ganzen Wahrheiten
Schauspiel von Sathyan Ramesh

Inszenierung: Shenja Lacher
Bühne und Kostüme: Theresa Scheitzenhammer
Mitarbeit Dramaturgie/Programmheftgestaltung: Lüder Wilcke

Mit
Kjell Brutscheidt, Emery Escher, Philipp Rosenthal, Nora Schulte und Theresa-Sophie Weihmayr

Einmal glücklich sein. So richtig glücklich. Das wünschen sie sich alle. Aber was heißt das? Und wann sollte man es spätestens sein? Wann ist es zu spät, um es zu werden? Fünf Figuren auf der Suche nach dem Glück, dem Leben - und den ganzen, eigenen Wahrheiten.

Die Konsistenz der Wirklichkeit (AT) 
Stückentwicklung von Dimitrij Schaad und Ensemble

Inszenierung: Dimitrij Schaad
Dramaturgie/Co-Autor: Alex Schaad
Bühne: Jana Boenisch
Mitarbeit Dramaturgie/Programmheftgestaltung: Lüder Wilcke

Mit Maja Amme, Marina Blanke, Yasin Boynuince, Adi Hrustemovic, Pål Fredrik Kvale, Thea Rinderli, Ricarda Seifried und Cem Lukas Yeginer

Die Welt bellt uns an. Postfaktisch und wütend. Lasst uns machen, was wir können sollten: zuhören, verdauen, ausscheißen, zurückballern und dabei vielleicht was Kluges zaubern. Meistens nicht. Aber manchmal.

Zwei Schauspieler feiern ihre Debüts als Regisseur - und zwar an einem Abend: Shenja Lacher und Dimitrij Schaad inszenieren mit Wahrheiten und Wirklichkeit zwei Stücke mit den Schauspiel-Studierenden der Theaterakademie. Sathyan Ramesh Die ganzen Wahrheiten wird dabei von Shenja Lacher in Szene gesetzt, während Dimitrij Schaad gemeinsam mit seinem Ensemble das Projekt Die Konsistenz der Wirklichkeit erarbeitet.

Komödie von Georges Feydeau

Premiere: 31. Mai 2016
Akademietheater Mitte

Inszenierung:
Miguel Abrantes Ostrowski
Bühne: Maximilian Lindner
Kostüm: Cátia Palminha
Musik: Christoph Weber
Ton: Miriam Reinhardt
Sprachbetreuung: Andreas Sippel
Kostümassistenz: Nicole Gernhardt
Regieassistenz: Marie Preußler
Maske: Sarah Stangler

Mit
 Sebastian Griegel, Olga von Luckwald, Klaus Steinbacher, Jakob Tögel, Barbara Krzoska, Sveta Belesova, Daniel Holzberg

Ferdinand Bois-d'Enghien feige, bankrott und bereits vergeben, sucht reiche Frau zum Heiraten. Die passende Kandidatin ist schnell gefunden. Der Hochzeit steht nur noch sein Verhältnis mit der Sängerin Lucette Gautier im Weg. Doch Ferdinand findet nicht den richtigen Zeitpunkt, um seine Affäre zu beenden. Anstatt Lucette zu verlassen, verstrickt er sich immer tiefer in ein Netz aus Lügen, Missverständnissen und Ausflüchten. 

Georges Feydeaus Komödien stehen für Situationskomik und Sprachwitz: "Ein Klotz am Bein" ist ein Feuerwerk aus rasanten Dialogen, wahnwitzigen Pointen und absurden Begegnungen.

Von Swetlana Alexijewitsch

Premiere: 26. Februar 2016
Akademiestudio

Inszenierung: Alia Luque
Dramaturgie: Friederike Wrobel
Bühne und Kostüme: Martha Pinsker

Mit Olga von Luckwald, Barbara Krzoska, Cornelia von Grafenstein

Soldatenmutter, Krankenschwester, Opfer - die Rollenzuweisungen sind klar, wenn über Frauen im Zweiten Weltkrieg gesprochen wird. Bis heute wissen wenige, dass in der Wehrmacht rund 500.000 und in der Roten Armee sogar etwa eine Million Frauen gekämpft haben. Der Krieg hat kein weibliches Gesicht, nach dem gleichnamigen Werk der nobelpreisgekürten Autorin Swetlana Alexijewitsch, lässt die Rotarmistinnen zu Wort kommen, deren Geschichten vergessen und verdrängt wurden, während man die Männer als Sieger und Helden feierte.

"Der 'weibliche' Krieg hat seine eigenen Farben und Gerüche, seine eigenen Empfindungen und seinen Raum für Gefühle. Seine eigenen Worte." In einer Collage aus einzelnen Stimmen, Erinnerungen und Gefühlen wird ein ganz neues Bild der Geschichte des Krieges gezeichnet. Und die Frage kommt auf, ob die Schicksale der Soldatinnen - gestern noch Studentinnen oder einfache Ehefrauen - unserem eigenen nicht näher sind, als wir glauben.

Von Sibylle Berg

Premiere:
4. November 2015
Akademietheater Mitte

Inszenierung: Katja Wachter und Mario Andersen
Bühne: Katja Wachter, Mario Andersen und Stefan Wintersberger
Choreografie: Katja Wachter
Dramaturgie: Antonia Leitgeb
Licht: Peter Platz
Ton: Miriam Reinhardt
Sprachbetreuung: Helmut Becker 
Kostümmitarbeit: Christina Vogel
Regieassistenz: Marie Preußler

Was passiert eigentlich, wenn die Arbeit zum einzigen Lebensinhalt eines Menschen wird? 
In Hauptsache Arbeit! kämpfen die Angestellten einer Versicherungsfirma verbissen um ihre Arbeitsplätze und enthüllen dabei ihre Angst vor Perspektivlosigkeit und Einsamkeit. Denn der Verlust ihrer Arbeit ist für sie gleichbedeutend mit dem Verlust ihrer Identität. 

Sibylle Bergs skurrile Gesellschaftsstudie beleuchtet schlaglichtartig die Entfremdung des Menschen von sich selbst und denkt die Auswirkungen eines allein auf Produktivität ausgerichteten Arbeitslebens konsequent zu Ende.

Nach dem Erfolg von Der Weg zum Glück in der vergangenen Spielzeit erkundet das Regieduo Katja Wachter und Mario Andersen erneut zusammen mit dem 2. Jahrgang Schauspiel das Wechselspiel von Sprache und Bewegung.

Trailer "Hauptsache Arbeit!"Externer Link

Von Wolfgang Herrndorf

Premiere: 8. Oktober 2015
Akademietheater Mitte

Regie: Philipp Moschitz
Dramaturgie: Katharina Nay

Mit 
Sveta Belesova, Daniel Holzberg, Klaus Steinbacher

Jeder kennt ihn. Den einen, unvergesslichen Sommer. Die Zeit der ersten großen Liebe. Die Zeit der Abenteuer. Die Zeit der guten Geschichten. In diesen Sommerferien startet Maiks Mutter einen weiteren Versuch ihre Alkoholsucht zu überwinden und sein Vater nutzt die Zeit, um sich mit seiner Assistentin zu vergnügen. Für Maik bedeutet das: sechs Wochen gähnende Langeweile. Bis Tschick plötzlich vor der Tür steht. Ohne Führerschein, aber mit einem geklauten Lada geht es planlos und mit Vollgas in Richtung Walachei. Unterwegs erleben sie viel. Auf einer Müllhalde lernen sie Isa kennen. Aber das erzählen die drei am besten selbst.

Der goldene Drache

Von Roland Schimmelpfennig

Eine Koproduktion mit dem Metropoltheater München
Premiere: 14. Mai 2015

Regie und Bühne: Jochen Schölch
Kostüme: Cornelia Petz
Dramaturgie: Andrea Berger, Anna Gojer
Licht: Bernd Gatzmaga


Ein Abend in einem mehrstöckigen Gebäude, irgendwo in Europa: Ein junger Chinese leidet in der Küche des Thai-China-Vietnam-Schnellrestaurants „Der goldene Drache“ an heftigen Zahnschmerzen. Eine Aufenthaltsgenehmigung hat er nicht, und auch seine verschollene Schwester hat er noch nicht gefunden. Auf dem Balkon über dem „Goldenen Drachen“ möchte ein alter Mann die Zeit zurückdrehen, während seine Enkelin in der Dachwohnung vor den Trümmern ihrer Beziehung steht. Im Stockwerk darunter wird ein Mann von seiner Frau verlassen und besucht nebenan seinen Kumpel, den Lebensmittelhändler. Eine Flugbegleiterin behält ein Fundstück, das sie mit dem jungen Chinesen verbindet. Und dann ist da noch die Ameise, die ganz in der Nähe eine Grille für sich arbeiten lässt…

Der Weg zum Glück

Schauspiel von Ingrid Lausund

Premiere: 9. Dezember 2014
Akademietheater Mitte

Regie, Bühne und Kostüm: Katja Wachter und Mario Andersen
Kostümmitarbeit: Christina Vogel
Dramaturgie: Tamara Yasmin Bauer
Licht: Peter Platz

Mit Svetlana Bielievtsova, Barbara Krzoska, Maren Pertiet, Olga von Luckwald, Sebastian Griegel, Daniel Holzberg, Klaus Steinbacher und Jakob Tögel

Trailer: Der Weg zum Glück

Trailer: Der Weg zum Glück

Ingrid Lausunds Glückssucher wird von Identitätskrisen, Panikattacken und schizophrenen Persönlichkeitsstörungen zerrissen und wirkt dabei doch seltsam clownesk. Er sucht krampfhaft nach einem Sinn und jongliert mit immer neuen Strategien zur Glücksfindung. Denn jeder ist "seines Glückes Schmied". Wer nicht mehr funktioniert, muss sich selbt heilen. Ist es nicht sogar seine Pflicht, glücklich zu sein?