Projektarbeit

Premiere 20. März 2019
Großes Haus im Prinzregententheater München

Musikalische Leitung
Matthias Foremny
Inszenierung und Bühne Eva-Maria Höckmayr
Kostüm Julia Rösler
Dramaturgie Julia Schinke
Maskenbild Clara Bonnen, Laura Breckner, Lea Eberhardt, Luna Kaiser, Sabeth Kelwing Jimenez, Pia Leinberger, Selina Schardt, Katharina von Wechmar
Licht Georg Boeshenz
Ton Matthias Schaaff

Raphaël Jeong Meen Ahn
Tébaldo Thomas Kiechle (als Gast)
Bursica Damien Gastl
Nunciata Heike Grötzinger (als Gast)
Margarita Milena Bischoff
Vanina Céline Akça?
Léandri Emery Escher
Drei Kinder Markus Hellmund, Mara Kracht, Anne Michaeli, Sophie Rondeck, Oleg Surmeli (alternierend)
Diener, Eltern Jakob Albert, Deborah Betz, Christian Beutel, Maria Burnauer, Jonas Häusler, Laura Hemingway, Maria Grazia Insam, Annette Kroll, Johannes Krusche, Moritz Külbs, Julia Lautenbacher, Kajta Maderer, Konstanze Preuss, Thierry Jean-Michel Ringadoo, María-José Rodríguez, Paul Sabel, Jakob Schad, Daniel Schmitt di Prinzio, Peter Vilsmeier, Jaewon Yun (Solo)
Mit Münchner Rundfunkorchester

Die Sonne geht auf über Korsika. Ein friedliches Summen ist zu hören, wenn der Eremit Raphaël seine Bienen zum Honigsammeln ausschickt. Doch diese Idylle täuscht. Seit Jahrzehnten tobt eine blutige Familienfehde zwischen den Pietra Neras und den Fabianis, die immer neue Opfer fordert. Angetrieben vom Hass der Ahnin Nunciata, gerät die junge Vanina in einen mörderischen Konflikt zwischen Liebe und Loyalität. Es entspinnt sich eine Dreiecksgeschichte zwischen Vanina, deren Milchschwester Margarita und dem jungen Tébaldo aus der Sippe der Pietra Neras. Ihr Ausgang scheint vorbestimmt.

Mehr als hundert Jahre nach der Entstehung wird das Drame lyrique L’Ancêtre nun von der Theaterakademie August Everding gemeinsam mit dem Münchner Rundfunkorchester erstmals auf einer Münchner Bühne in Szene gesetzt. 

© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes

Premiere 28. November 2018
Großes Haus im Prinzregententheater München

Musikalische Leitung
Clemens Schuldt
Inszenierung und Bühne Bruno Klimek
Kostüm Alexandra Tivig
Dramaturgie Julia Maschke
Licht Benjamin Schmidt
Maskenbild Ines Muhalic, Maxi Schwarzkopf
Ton Ememkut Zaotschnyj
Video Thilo David Heins

Fiordiligi Henrike Henoch
Dorabella Céline Akça?
Despina Ayelet Kagan
Ferrando Tianji Lin
Guglielmo Christian Lange
Don Alfonso Gabriel Rollinson

Der erfahrene Don Alfonso schlägt Ferrando und Guglielmo vor, die Treue ihrer Partnerinnen Dorabella und Fiordiligi auf die Probe zu stellen. Das Spiel beginnt. Es zeigt sich schnell, dass auch die Treue der beiden jungen Männer auf dem Prüfstand steht ...

Die große Bühne des Prinzregententheaters bleibt unverstellt und wird zum idealen Spielraum für die sechs Sängerinnen und Sänger aus dem Studiengang Musiktheater/Operngesang. Im Fokus stehen die jungen Akteure.
Regisseur Bruno Klimek inszeniert eine eigens für die Theaterakademie August Everding erarbeitete deutsche Fassung von Mozarts Werk. Es musiziert das Münchener Kammerorchester unter der Leitung seines Chefdirigenten Clemens Schuldt. Alles in allem: Musiktheater pur.

© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes

Premiere Bayreuth 14. April 2018
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Premiere München 11. Mai 2018
Cuvilliés-Theater München

Musikalische Leitung
Michael Hofstetter
Inszenierung Balázs Kovalik
Kostüm Sebastian Ellrich
Dramaturgie Julia Schinke
Licht Benjamin Schmidt
Maske Studiengang Maskenbild - Theater und Film
Bühne nach einem Entwurf von Csaba Antal
Schwester Pauline Rinvet
Bruder Kathrin Zukowski
Mutter Natalya Boeva
Vater Eric Ander
Intrigant Tianji Lin
Markgräfin Wilhelmine Anja Silja
Mit Hofkapelle München

Ein blutiges Schwert, ein ermordeter König: Der beste Freund unter Verdacht. Der Protagonist der Oper Artaserse vertraut den Urteilsspruch dem Vater des mutmaßlichen Mörders an. Er verurteilt den eigenen Sohn zum Tode. Denn lässt sich Unschuld beweisen ohne einen anderen Schuldigen anzuklagen? Artaserse zeigt eine Welt voller Machtspiele, arrangierten Beziehungen und Geschwisterliebe, die auch der Markgräfin Wilhelmine aufs Beste bekannt war. Um diese Parallelen herum entspinnt sich die Barock-Oper mit Texten der preußischen Königstochter, bei der Historie und Bühnengeschehen zunehmend verschmelzen.

Anlässlich der feierlichen Wiedereröffnung des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth bringt die Theaterakademie August Everding mit der Bayerischen Schlösserverwaltung Johann Adolph Hasses Opera seria auf die Bühne. Mit der Aufführung von Artaserse wird an die Eröffnung des Opernhauses in Bayreuth im Jahre 1748 durch Markgräfin Wilhelmine angeknüpft. Die Schwester Friedrichs des Großen wählte dieses Werk für die Einweihungsfeierlichkeiten des von ihr mit Nachdruck betriebenen Neubaus. 

Mehr zur Renovierung des Markgräflichen Opernhauses

Premiere 15. Februar 2018
Großes Haus im Prinzregententheater

Musikalische Leitung Wayne Marshall
Künstlerische Gesamtkonzeption und -leitung Hardy Rudolz
Ausstattung Angelika Höckner
Dramaturgie Christof Kaldonek
Licht Georg Boeshenz
Ton Miriam Reinhardt, Christian Späth, Matthias Schaaff
Video Thilo David Heins
Maske Lea Eberhardt, Katharina von Wechmar, Laura Breckner, Clara
Bonnen, Luna Kaiser, Sabeth Jimenez Kelwing, Pia Leinberger, Selina
Schardt
Produktionsleitung Denis M. Rudisch
Bühnenbildassistenz Silvia Maradea
Kostümassistenz Christina Vogel
Inspizienz Marc Brinckmann
Beleuchtungsinspizienz Laura Imsirovic
Musikalische Einstudierung Christoph Weinhart, Oresta Cybriwsky, Manfred
Manhart, Liviu Petcu
Bewegungscoach Eckhard Paesler, Sophie Mefan
Technischer Produktionsleiter Roman Fliegel
Künstlerische Produktionsleitung Matthias Gentzen, Alexandra Zöllner
Mit Jennifer O'Loughlin, Julian Schier, Jeong Meen Ahn, Céline Akcag, Elene
Khonelidze, Christian Lange, Tianji Lin, Natalya Boeva, Kathrin Zukowski,
Irakli Atanelishvili, Bavo Orroi, Réka Kristof, Lean Fargel, Chris W. Young,
Joana Lissai, Daniel Wagner, Patrizia Unger, Tamara Pascual, Tobias
Stemmer, Amber-Chiara Eul, Martina Oliveira, Naomi Simmonds, Sarah K.
Martlmüller, Christian Bock, Edward Roland Serban, Florian Koller, Wiebke
Isabella Neulist, Miriam Neumaier, Johannes Osenberg

"Bernstein sein heißt: Dirigent, Komponist, Pianist, Autor, Lehrer, Fernseh-, Pult- und Gesellschaftsstar zu sein", so umschrieb August Everding treffend die mitreißende Persönlichkeit des Ausnahmekünstlers Leonard Bernstein. In seinem Wunsch, alle Menschen mit Musik zu umarmen, sah er sich "always marching for something" - auf der Suche also nach einer musikalischen Sprache, die die Unterscheidung zwischen ernster und unterhaltender Musik hinfällig machte. Happy Birthday, Lenny zeigt einen Querschnitt durch seine Bühnenwerke, in denen sich sowohl die jungen Musicaldarstellerinnen und -darsteller als auch die angehenden Opernsängerinnen und -sänger der Theaterakademie mit dem Münchner Rundfunkorchester zu einer musikalischen Hommage anlässlich des 100. Geburtstags von Leonard Bernstein vereinen.

Auf dem Programm standen Auszüge aus On the Town, Wonderful Town, Mass, Peter Pan, Candide, Trouble in Tahiti, A Quiet Place, 1600 Pennsylvania Avenue und natürlich der West Side Story.

Premiere 16. Juni 2017
Luisenstraße - Reaktorhalle

Musikalische Leitung Maria Fitzgerald
Inszenierung Rosamund Gilmore

Mit Irakli Atanelishvili, Natalya Boeva, Kathrin Zukowski, Réka Kristof, Bavo Orroi, Jaeil Kim, Carl Rumstadt, Pauline Rinvet, Alisa Milosevic

"Gerade weil ich ein großes Rindvieh bin, bin ich ein Philosoph." Don Tammaro scheint Sokrates' bescheidene Weisheit missverstanden zu haben. Er hat sich in der Lektüre der antiken Philosophen verloren und eine neue Identität adaptiert: Er hält sich für den zweiten Sokrates. Von der Toga über Doppelhochzeiten bis zum Wunsch, einen Nachttopf über den Kopf gegossen zu bekommen - im Eifer, das Leben seines Idols nachzuahmen, lässt Don Tammaro nichts unversucht. Seine Frau Donna Rosa muss als Xanthippe herhalten, der dumme grobschlächtige Barbier Antonio ist Plato, schließlich erhalten alle Familienmitglieder neue Namen. Diese verfolgen allerdings ganz eigene Ziele und wünschen sich den Ehemann, Vater und Hausherrn von früher zurück.

Die Musik des Mozart-Zeitgenossen Paisiello bietet ein farbenreiches Spektrum von der anspruchsvollen Arie über turbulente Ensembles hin zum volkstümlichen Tanz. Eine komische Oper voller Aufregung und Verwechslungen.

© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes
© Jean-Marc Turmes

Premiere: 3. März 2017
Akademietheater

Musikalische Leitung und Klavier:
Oresta Cybriwsky
Inszenierung: Kornelia Repschläger

Mit
Alexandra Flood, Kathrin Zukowski, Pauline Rinvet, Jaeil Kim, Natalya Boeva, Irakli Atanelishvili, Réka Kristof

"Auf des Lebens raschen Wogen" fliege "ihr Schifflein leicht dahin" , beschreibt Baronin von Freiberg aus
Der Wildschütz ihr so gar nicht trostloses Witwendasein. Die Spannbreite (weiblichen) emotionalen Handelns in Ausnahmesituationen ist das Thema des Szenenabends. 

Die ausgewählten Rollencharaktere (Agathe, Charlotte, Adina, Grete, Frau Fluth) müssen ihr eigenes Verhältnis und Verhalten zu dem Wechselspiel des Lebens auf tragische und auch komische Weise anpassen oder verändern.

Einen Rückblick in Wort und Bild auf diesen Szenenabend gibt's in
unserem Blog!

Oper von Jonathan Dove
Premiere: 17. Februar 2017
Prinzregententheater

Musikalische Leitung: Ulf Schirmer
Inszenierung: Balázs Kovalik
Bühne: Hermann Feuchter
Kostüm: Angelika Höckner
Choreographie: Ramses Sigl
Dramaturgie: Kornelius Paede
Video: Thomas Zengerle
Maske: Michéle Knuth, Ines Muhalic, Cornelia Schlinger, Martin Knoll, Viktoria Stieber, Maxi Schwarzkopf, Sara di Nasso, Camilla Olesen

Mit 
Stefan Sbonnik, Andromahi Raptis, Irakli Atanelishvili, Benedikt Eder, Pia Viola Buchert, Corinna Scheurle, Jan Wouters, Bavo Orroi, Vero Miller, Julia Moorman, Münchner Rundfunkorchester

Der Wartebereich eines Flughafens. Geschäftiges Treiben, Menschen in Urlaubsstimmung, ein Flüchtling, der sich vor der Einreisebehörde versteckt. Doch als ein Sturm den Flugverkehr zum Erliegen bringt, stranden die Wartenden und verbringen eine Nacht, in der sie Dinge tun, die ihnen sonst nicht im Traum einfallen würden.

Jonathan Doves post-minimalistische Oper Flight ist ein Panorama menschlicher Sehnsüchte nach Reise, Aufbruch und Neuanfang. Im Ausnahmezustand der Nacht am Flughafen treten die kleinen Begierden und Unzulänglichkeiten der Gestrandeten hervor. Doch was passiert am Morgen danach?

Musiktheater nach Claudio Monteverdi

Premiere: 17. Oktober 2016
Hinterbühne des Prinzregententheaters

Musikalische Fassung:
Joachim Tschiedel, Martina Veh
Musikalische Leitung: Joachim Tschiedel
Inszenierung und Bühne: Martina Veh
Kostüm: Christl Wein
Dramaturgie: Anna Raisich

Mit Stefan Sbonnik, 
Bavo Orroi, Julia Moorman, Andromahi Raptis, Flore van Meerssche, Jaeil Kim, Irakli Atanelishvili, Pia Buchert, Clara Corinna Scheurle, Vero Miller, Accademia di Monaco extra


Ein Hafen. Wartende Frauen. Ulisse ist mit seinen Männern in den Krieg gezogen - einen Krieg, der nicht der seine war. Penelope, seine Frau, wartet seit nunmehr 20 Jahren auf ihn. Sie und ihr Sohn Telemaco, der seinen Vater nie kennen gelernt hat, sind nur zwei von vielen orientierungslosen Verlassenen. Die Geschichte von Ulisses schwieriger Heimkehr beginnt.
In einer umfangreichen musikalischen Bearbeitung bringen die Regisseurin Martina Veh und der musikalische Leiter Joachim Tschiedel Claudio Monteverdis Oper in neuem Gewand auf die Bühne. Dabei wird bei dieser Aufführung die Hinterbühne des Prinzregententheaters bespielt - ein Ort, der für das Publikum normalerweise nicht zugänglich ist.

Oper von Christian Jost

Premiere: 15. Juni 2016
Reaktorhalle

Musikalische Leitung: Eva Pons
Inszenierung: Balázs Kovalik
Bühne und Kostüme: Angelika Höckner
Dramaturgie: Laura Knoll
Regieassistenz: Urte Regler
Video: Thomas Zengerle
Licht: Peter Platz

Mit Franziska Sarah Aristidou, Clara Corinna Scheurle, Julia Moorman, Vero Miller, Pia Buchert, Stefan Sbonnik, Jaeil Kim, Irakli Atanelishvili, Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Trailer: Die Arabische NachtExterner Link

Die brütende Hitze einer heißen Sommernacht treibt den Bewohnern eines Hochhauses nicht nur den Schweiß auf die Stirn, sondern fördert auch ihre heimlichsten Sehnsüchte zutage. Weil das Wasser auf mysteriöse Weise im 7. Stock abhandenkommt, macht sich der Hausmeister Lomeier auf die Suche nach dem verschwundenen Nass. Dabei trifft er auf zwei Mieterinnen, deren Wohnung zum Zentrum der Geschehnisse wird. Während Franziska, von einem bösartigen Fluch belegt, jede Nacht in lebhafte Träume versinkt und die Realität um sich herum vergisst, steht Fatima mitten im Leben. Die Schlafende scheint eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf die Männer des Hauses auszustrahlen. Im Taumel ihrer Leidenschaften gestehen diese ihre tiefsten Wünsche, welche sie schließlich in den Abgrund treiben. So überschlagen sich die Ereignisse. Irritierende Trugbilder, Erotik, Eifersucht, Mord - diese Nacht entführt den Zuschauer in einen orientalisch-sinnlichen Beziehungsreigen.

Trailer: Carmen Assassinée

Oper von Georges Bizet

Premiere: 18. Februar 2016
Prinzregententheater

Musikalische Leitung: Karsten Januschke
Inszenierung: Christof Nel
Szenische Analyse: Martina Jochem
Bühne/Kostüm/Video: Thomas Goerge
Körperarbeit: Valentí Rocamora i Torà
Dramaturgie Tamara Yasmin Bauer

Mit Nadia Steinhardt, 
Tianji Lin, Victória Real, Sarah Aristidou, Florence Losseau, Bavo Orroi, Stefan Sbonnik, Elías Benito Arranz, Jaeil Kim, Münchner Rundfunkorchester

Georges Bizets Carmen zählt zu den beliebtesten und meist gespielten Werken der Opernliteratur. War das Premierenpublikum der Pariser Uraufführung im Jahr 1875 noch empört, wie freizügig die Protagonistin mit dem „starken Geschlecht“ umgeht,  ist das heutige Publikum von dieser frechen, reizenden „femme fatale“ geradezu fasziniert. Regisseur Christof Nel und sein Team spüren dieser Faszination nach, indem sie sich auf eine gemeinsame Reise in den Stoff begeben: Ausgehend von der literarischen Vorlage, Prosper  Mérimées gleichnamiger Novelle, bis hin zur Charakterisierung der einzelnen Figuren. Was kann der Stoff dieser Oper jenseits der wunderbaren Musik heute in uns auslösen? 

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis weit ins 20. Jahrhundert hinein feierte die Wiener Operette, das zeitgenössische Unterhaltungstheater des Großbürgertums, ihre Blütezeit. Man unterscheidet zwischen der goldenen (um 1900) und silbernen (1920er), Ära. Die Melodien dieses mitreißenden Genres von Komponisten wie Jacques Offenbach, Franz von Suppé oder Franz Lehár erfreuen sich noch heute ungebrochener Beliebtheit. Enoa ist ein Netzwerk der elf europäischer Kulturinstitutionen und mittlerweile 12 Partnern aus 15 verschiedenen europäischen Ländern, das jungen Musiktheaterschaffenden eine Plattform zur künstlerischen Reifung gibt und sich als Sprungbrett auf eine internationale Bühnenkarriere positioniert hat. Außerdem werden sieben Gäste aus enoa Partnerinstituten mitwirken.

Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums des European Network of Opera Academies (enoa) entstand unter dem Titel „Be With Me Now“, ein gemeinsamer Musiktheater-Abend (für fünf Sänger und vier Instrumentalisten), der seinen Protagonisten auf der Suche nach der großen,  verlorenen Liebe  durch ganz Europa begleitet. Seine musikalische Reise führt ihn von Lambert über Wagner bis hin zu Neukompositionen von Daan Janssens und Vasco Mendonça durch vier Jahrhunderte europäischer Operngeschichte. 


Die Theaterakademie August Everding und die Hochschule für Musik und Theater München mit dem Master-Studiengang Musiktheater/Operngesang (Leitung: Balázs Kovalik, KS Prof. Andreas Schmidt) entwickelten diese Produktion in Zusammenarbeit mit enoa und in Koproduktion mit Aldeburgh Music, der Calouste Gulbenkian Foundation, der Dutch National Opera & Ballet, dem Festival d’Aix-en-Provence, von LOD, der Queen Elisabeth Music Chapel und der Polnischen Nationaloper.

Die Uraufführung von „Be With Me Now“ fand im Rahmen des Festival d’Aix-en-Provence unter Beteiligung von Studierenden der Theaterakademie im Juli 2015 statt. Nach dem einmaligen Gastspiel in München, wird die Produktion in wechselnden Besetzungen von weiteren enoa-Partnern in Lissabon, Warschau, Paris, Brüssel und Aldeburgh gezeigt.

enoa - Europäisches Netzwerk der Opernakademien 

Das enoa-Netzwerk entstand aus dem Willen mehrerer Institutionen der Gesangswelt – Akademien, Festivals, Stiftungen, Opernproduzenten –, bei der Unterstützung der jungen Künstler hinsichtlich ihrer beruflichen Eingliederung und der Entwicklung ihrer künstlerischen Ambitionen enger zusammenzuarbeiten. 

Durch die Unterstützung des Programms Kultur der Europäischen Union engagiert sich enoa seit 2011 für die Ausbildung und Mobilität aufstrebender Künstler und ermutigt dazu, in ganz Europa neue Opernwerke zu schaffen und bekannt zu machen. 

Elf Mitgliedsinstitutionen, vierzehn beteiligte Partner, mehr als tausend junge Künstler und ungefähr dreihundert Professionelle bilden heute die enoa-Gemeinschaft.

Trailer: Be with me nowExterner Link

Premiere: 12. Oktober 2015
Reaktorhalle

Künstlerische Leitung: Nicola Hümpel
Musik: Tobias Weber, Joachim Tschiedel
Tasteninstrumente: Joachim Tschiedel
Künstlerische Beratung: Cornel Franz
Ausstattung: Anika Söhnholz
Dramaturgie: Andrea Berger

Mit Jaeil Kim, Florence Losseau, Verena Maria Schmid, Sarah Aristidou, Victória Real, Michael Saphira, Nico and the Navigators

Wie kann ein Lebensgefühl aus dem 21. Jahrhundert mit einem Musik-Kulturerbe der 
letzten 300 Jahre in den aktuellen Dialog treten? Silent Songs into the Wild ist ein „Szenisches Konzert“, in dem klassisches Gesangsgut von jungen Sängern „heute“ untersucht wird. Zielstellung dieses Werkstattprojektes ist es, in einem Spannungsfeld von Intimität bis Ausbruch, eigene gesangliche und körperliche Interpretationsformen zu erforschen - ein Tänzer und ein E-Gitarrist reagieren dabei auf den Prozess. Gesungen und gespielt werden Lieder und Arien von Henry Purcell bis Franz Schubert. 

Trailer: Silent Songs into the WildExterner Link

L'arbore di Diana

Der antike Mythos der Göttin Diana und des Hirten Endymion in der heiteren Opernfassung des Librettisten Lorenzo da Ponte mit Musik von Vicente Martín y Soler, dem "Mozart aus Valencia"

Premiere: 20. Februar 2015
Prinzregententheater 

Musikalische Leitung: Paolo Carignani
Inszenierung: Balázs Kovalik
Bühne: Hermann Feuchter
Kostüme: Sebastian Ellrich
Dramaturgie: Esteban Munoz
Licht: Peter Platz
Maske: Julian Hutcheson, Steffen Roßmanith

Mit Danae Kontora, Victória de Sousa Real, Florence Losseau, Nadia Steinhardt, Ioannis Kalyvas, Ingyu Hwang, Nikolaos Kotenidis und Robert Crowe als Gast

Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München mit dem Master-Studiengang Musiktheater/Operngesang (Leitung: Balázs Kovalik, KS Prof. Andreas Schmidt).

 

 

Für die Göttin Diana und ihre Nymphen herrscht das Gebot der Keuschheit. Ein Apfelbaum in ihrem paradiesgleichen Garten ist hierfür unbestechliche Kontrollinstanz: Tritt ein Mensch reinen Herzens unter den Baum, so leuchten die Äpfel in schönstem Glanz und aus den Zweigen tönen liebliche Melodien. Hat aber einen der Menschen gegen die geforderte Tugend gefehlt, so werden die Früchte kohlschwarz, fallen der Schuldigen auf den Kopf, zerquetschen ihm das Gesicht oder schlagen ihm die Glieder entzwei. Dem Gott Amor ist das ein Dorn im Auge, da er seine Kompetenzen bedroht sieht: Flugs setzt er auf die Nymphen und Diana drei attraktive junge Männer an – ein Jäger, ein Schäfer und ein Hirte –, die deren Gefühlshaushalt gehörig durcheinander bringen. Schwarzes Obst fällt vom Baum. Diana selbst verliebt sich in den Schönsten der drei, nämlich in Endimione. Gegen Amor muss sie sich geschlagen geben und ihren Tugendwahn begraben.

Trailer: L'arbore di DianaExterner Link

Dr. Faust jun.

Trailer: Le Petit FaustExterner Link

Unter dem französischen Titel "Le petit Faust" schuf Florimond Ronger zusammen mit seinen Librettisten Hector Crémieux und Adolphe Jaime eine beißendkomische Offenbachiade über das berühmte Motiv des verdrießlichen Gelehrten. In deutscher Fassung mit dem Titel "
Dr. Faust jun." erfuhr die Operette in der Reithalle seine Münchner Erstaufführung.  

In dieser Kooperation des Staatstheaters am Gärtnerplatz mit der Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater München präsentieren sich Studierende des Master-Studiengangs Musiktheater/Operngesang. 

Herzog Blaubarts Burg

Judith lässt aus Faszination für Herzog Blaubart ihre Familie und ihren Verlobten zurück, ohne diesen Mann genauer zu kennen oder etwas von ihm zu wissen. So betritt sie seine finstere Feste, in die kein einziger Lichtstrahl dringt und deren Wände sich seltsam feucht anfühlen. Für die junge Frau ist dies ein unerträglicher Zustand, sie möchte Helligkeit in dieses Dunkel bringen - auch, um den Mann an ihrer Seite nun wirklich kennenlernen und ihm beistehen zu können. Ihr fallen sieben große, verschlossene Türen auf, die von der stattlichen Eingangshalle wegführen. Sie dringt in Blaubart, er möge ihr doch die Schlüssel zu diesen Türen übergeben, so dass frische Luft und Sonne das Schloss durchfluten. Zunächst versucht Blaubart noch, sie davon abzuhalten, doch ihr Insistieren wird immer nachdrücklicher. Endlich gibt er ihrem Drängen nach und überreicht ihr den ersten Schlüssel. Mit Spannung öffnet sie dieTür, hinter der sie eine Folterkammer entdeckt. Sie muss erkennen: Alle Gegenstände triefen vor Blut. Judith lässt sich von diesem Schrecken jedoch nicht zurückhalten und öffnet schließlich alle sieben Räume: Waffenkammer, Schatzkammer, einen Garten, einen Erker, der den Blick auf das weite Land Blaubarts freigibt, sowie einen See aus Tränen. Doch können diese Räume ihre machtvolle Schönheit stets nur kurz bewahren, denn immer wieder schimmert Blut auf und verhängt einen Schleier der Grausamkeit über das Gesehene. Die letzte Tür birgt allerdings das grausamste Geheimnis, denn hier stößt sie auf die drei früheren Frauen Blaubarts, die dort eingesperrt sind. Und auch Judith muss für ihre Neugier bezahlen: Blaubart erfreut sich noch ein letztes Mal an ihrer Schönheit, doch dann reiht er auch Judith ein in die Schar der Frauen, die an den Abgründen seiner Persönlichkeit gescheitert sind. Er verschließt sie in der siebten Kammerund bleibt allein zurück.

Inszenierung: Maike Bouschen
Musikalische Leitung: Theo Plath
Musikalische Einstudierung: Robert Selinger, Aris Blettenberg
Musikalische Bearbeitung: Alexander T. Mathewson
Bühne, Licht und Kostüm: Lotte Leerschool
Dramaturgie: Laura Knoll
Maske: Alisia Schreiner

Herzog Blaubart: Carl Rumstadt
Judith: Nadia Steinhart
Die früheren Frauen: Ruth Fuchs, Julia Heinrich, Theresa Weber
Musikensemble: Peter Morwa, Katharina S. Müller, Yu-Hsuan Feng

Regieassistenz: Elli Neubert
Bühnenbild- / Kostümassistenz: Sara Hoffmann

L'Olimpiade - ein Spiel?

Musiktheater mit Werken von Vivaldi bis Offenbach und Live-Elektronik

Musikalische Leitung: Eva Pons
Inszenierung: Martina Veh
Bühne: Anika Söhnholz
Kostüme: Anna Sophie Howoldt
Dramaturgie: Nikolaus Witty
Live-Elektronik: Gunnar Geisse

Mit: Eric Ander, Heeyun Choi, Marios Sarantidis, Jaewon Yun, Anna-Maria Thoma, Danae Kontora, Ingyu Hwang, Nadja Steinhart 

Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München mit dem Masterstudiengang Musiktheater / Operngesang (Leitung: Balázs Kovalik, KS Prof. Andreas Schmidt)

„Krieg ohne Kanonendonner“ – so beurteilte George Orwell 1941 den internationalen Leistungssport. Würden wir das heute auch unterschreiben

Beispielhaft nahe liegen Sport und Kriegsbereitschaft in den filmischen Bildern von Leni Riefenstahl beisammen, die 1936 meisterhaft Ideologie und Begeisterung transportierten. Zu jeder Zeit warfen die Spiele durch weltumfassende Krisenherde und terroristische Bedrohungen Grundsatzfragen auf. Was also bieten die olympischen Spiele der Neuzeit, ein idealistisches Projekt des 19. Jahrhunderts: Unterhaltung, Kampfgeist oder Gemeinschaftsgefühle auf Abruf? Großveranstaltungen, wie sie im Vier-Jahres-Rhythmus vom Internationalen Olympischen Komitee veranstaltet werden, liefern auch heute Prestige und politischen Zündstoff gleichermaßen. Der Olympische Gedanke ist vor Instrumentalisierung nicht gefeit, sei es für die Werbung von Weltkonzernen oder von Staatssystemen. Vor dem Hintergrund von Dopingskandalen, IOC-Knebelverträgen und Milliardendeals für TV-Übertragungsrechte, was bedeuten da Vokabeln wie Sportsgeist? Fairness? Gesundheit? Freiheit?

Das Bild des Helden, eines gesunden Menschen, eines Siegers wirft auch heute aktuelle Fragen auf, individuell in den Biographien des Athleten im Leistungssport sowie angesichts der „unsportlichen“ Mitglieder der Gesellschaft: immer nah und intim am Körper des Sportlers, doch durch unüberwindbare Barrieren wie Flachbildfernseher, Public Viewing und Stadionarchitektur abgetrennt. Wie die technologische Perfektionierung von Messungsmethoden im Hochleistungssport gewinnt auch die Leistungsbeurteilung im Alltag an Popularität. 2011 in München hat sich Deutschlands erste Quantified-Self-Gruppe gegründet, deren Methoden von „Lifelogging, lifecaching, lifestreaming“ über „Psychological self-assessments“ und „Medical self-diagnostics“ bis zu „Personal genome sequencing“ reichen. Sicherlich wäre unsere Welt ärmer ohne die heldenhaften Idealbilder von Erfolg, Potenz und vollendeter Jugend, doch taugen sie wirklich als Vorbilder? 

Ohne Kanonendonner, doch nicht ohne musikalisches Rüstzeug laden wir Sie zu einer musiktheatralen Recherche ein, die auch vor live-Elektronik nicht Halt macht. Als Leistungssportler treten acht Athleten aus dem Master-Studiengang Operngesang an, um sich in verschiedenen Disziplinen zu messen: nicht zuletzt an Passagen des Librettos „Die Olympiade“ von Pietro Metastasio (1698–1782) und dessen zahlreichen musikalischen Umsetzungen von Vivaldi bis Mozart. 

Die Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs Musiktheater / Operngesang können auf eine „sportlich“ und künstlerisch anspruchsvolle Zeit an der Theaterakademie August Everding zurückblicken, beenden diese mit einer Olympiade und präsentieren dabei Sport für die Ohren!

Martina Veh und Eva Pons setzen gemeinsam Ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Operngesang-Studierenden fort, die 2013 mit der „Nürnberger Puppe“ von Adolphe Adam begann.

Salomé

Lyrische Tragödie in einem Akt von Antoine Mariotte
Libretto nach dem gleichnamigen Drama von Oscar Wilde
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: 
Ulf Schirmer
Inszenierung: Balázs Kovalik
Bühne: Csaba Antal
Kostüme: Angelika Höckner
Dramaturgie: Markus Hänsel

Salomé:
Anna Maria Thoma (Mezzosopran)
Hérode: Eric Ander (Bass)
Hérodias: Idunnu Münch (Mezzosopran)
Iokanaan: Heeyun Choi (Bariton)
Narraboth: Ingyu Hwang  (Tenor)
Le Page d’ Hérodias: Nadja Steinhardt (Mezzosopran)
Premier Soldat: Benedikt Eder (Bariton)
Deuxième Soldat: Jiaxuan Li (Tenor)

Münchner Rundfunkorchester

Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München mit dem Master-Studiengang Musiktheater/Operngesang (Leitung: Balázs Kovalik , KS Prof. Andreas Schmidt). 

Zur gleichen Zeit wie Richard Strauss schuf auch der 1875 in Avignon geborene Komponist Antoine Mariotte eine Vertonung der Tragödie Salomé von Oscar Wilde. Mit 16 Jahren in die französische Marine eingetreten, war Mariotte zunächst einige Jahre zu See gefahren, bevor er sich entschied, eine Komponistenlaufbahn einzuschlagen. Wildes Theaterstück hatte an dieser Entscheidung nicht geringen Anteil:  Auf großer Fahrt im Chinesischen Meer erhielt Mariotte 1895 von einem Kameraden eine handschriftliche Kopie des Dramas und begann, inspiriert von seiner Musikalität, sofort mit ersten Entwürfen für ein Libretto. Um den Text schließlich in Musik setzen zu können, quittierte er seinen Dienst bei der Marine und studierte in Paris bei Charles-Marie Widor und Vincent d'Indy Komposition.  

Im Jahr 1902 begann er, seine Salomé-Oper zu komponieren, die ruhiger, intimer als die opulente Version Straussens wurde. Mariotte entfernte weitgehend den politischen Aspekt des Wilde-Stückes, strich den Streit der Juden und gestaltete auch die Rolle der Herodias zurückhaltend, sodass sich die Handlung auf das Dreieck Herode – Salomé – Jokanaan konzentriert. Musikalisch verzichtet er auf die Möglichkeit zur schrillen Überzeichnung der Charaktere, die Strauss mit kompositorischer Wollust ergriffen hat, und entfaltet stattdessen tableauhaft die Atmosphäre der Nacht, in der Salomé auf der Flucht vor den lüsternen Blicken ihres Stiefvaters Hérode ihr eigenes Begehren entdeckt. Den Versuch, dieses auch auf brutale Weise zur Erfüllung zu führen, lässt Mariotte jedoch scheitern: Am Ende erlebt Salomé keinen ekstatischen Freudentaumel, sondern bricht in Trauer zusammen, sodass diese Oper zur echten Liebestragödie wird.

Längst begonnen, bevor Strauss Wildes Tragödie überhaupt zur Kenntnis nahm, erlebte Mariottes Salomé ihre Uraufführung erst 1908 an der Oper in Lyon, also drei Jahre nach Straussens Salome in Dresden. Grund hierfür war unter anderem, dass Mariotte im Glauben, ein weitgehend unbekanntes Stück zu bearbeiten (er sah sich auch nach seiner Rückkehr aus Fernost nicht in der Lage, in Paris ein gedrucktes Exemplar der Salomé aufzutreiben und erarbeitete seine Komposition auf der Grundlage seiner handschriftlichen Kopie), sich nicht rechtzeitig um die Verwertungsrechte an Wildes Text gekümmert hatte und so Strauss und seinem Verleger Fürstner die Gelegenheit gab, sich diese zu sichern. 

In der Folge entbrannte ein heftiger Streit um die Aufführungsrechte für Mariottes Werk. Der Komponist wandte sich zunächst persönlich an Strauss, der ihm die Aufführung seiner Oper „so oft und wo Sie wollen“ genehmigte, was Fürstner aber wieder zurücknahm. Nachdem die französische Presse  von den Unstimmigkeiten Wind bekam und in beleidigendem Ton gegen die deutschen Barbaren zu wettern begann – was entsprechende Reaktionen in deutschen Zeitungen zur Folge hatte –, musste Mariotte persönlich nach Berlin reisen, um mit Strauss und Fürstner zu verhandeln. Das Ergebnis für den Franzosen war niederschmetternd: er durfte seine Salomé für die Dauer einer Spielzeit lediglich in Lyon spielen und hatte im Anschluss sämtliches Aufführungsmaterial an Fürstner zu übersenden, der sich das Recht zur Zerstörung vorbehielt. 

So erlebte Salomé ihre Uraufführung mit einiger Verzögerung erst 1908.  Nachdem sich Romain Rolland im Briefwechsel mit Strauss vermittelnd in die Frage der Aufführungsrechte eingeschaltet hatte, konnte von Fürstner auch die Freigabe der Oper erwirkt werden. So wurde Salomé bis 1910 in Nancy, Le Havre, Marseille, Genf, Prag und an einem kleinen Opernhaus in Paris gegeben. In der französischen Hauptstadt hatte das Werk freilich Probleme, sich gegen die Strauss-Oper durchzusetzen. 1919 wurde es schließlich auch an der Großen Oper im Palais Garnier gespielt, geriet aber nach diesem Triumph in Vergessenheit. 

Erst 2004 gab es im Rahmen des Radio France Musikfestivals eine konzertante Aufführung in Montpellier und später im selben Jahr die deutsche Erstaufführung am Landestheater Neustrelitz. Die zweite szenische Aufführung in Deutschland findet nun als Neuproduktion der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater München mit Studierenden des Master-Studiengangs Operngesang und in Kooperation mit dem Münchner Rundfunkorchester unter der musikalischen Leitung von Ulf Schirmer statt. 

Der ungarische Regisseur Balázs Kovalik, der gemeinsam mit KS Andreas Schmidt den Master-Studiengang Operngesang leitet, inszeniert Mariottes Werk auf der großen Bühne des Prinzregententheaters in München, der Geburtsstadt seines Kollegen und Konkurrenten Richard Strauss. 

Die Premiere ist am Freitag, 28. Februar 2014. Weitere Aufführungen finden am 6. und 8. März 2014 statt. Im Rahmen der Reihe „Klassik zum Staunen“ des Bayerischen Rundfunks gibt es eine vierte Aufführung am 11. März 2014. Die Vorstellung am 6. März 2014 kann man auch als Livestream auf der Website von BR-Klassik mitverfolgen. Als Video-on-Demand steht die Aufführung danach ein halbes Jahr in der Internet-Mediathek des BR zum Ansehen und Anhören bereit.

Salomé ist bereits die siebte Produktion, die in der erfolgreichen Kooperation zwischen dem Münchner Rundfunkorchester mit seinem Chefdirigenten Ulf Schirmer und der Bayerischen Theaterakademie entsteht. Balázs Kovalik hat an der Theaterakademie bereits La bohème (2009), Didone abbandonata (2010) und Solaris (2013) in Szene gesetzt.

Imeneo

Dramma per musica in drei Akten von Georg Friedrich Händel
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Joachim Tschiedel, Maria Fitzgerald
Inszenierung: Mira Ebert
Bühne und Kostüme: Ivan Bazak
Dramaturgie: Cordula Demattio
Barockorchester des Studios für Historische Aufführungspraxis der Hochschule f. Musik und Theater München  

Imeneo: Eric Ander / Jan Nash; Tirinto: Idunnu Münch / Eleonora Vacchi; Rosmene: Soomin Yu / Jaewon Yun; Clomiri: Frauke Burg / Josephine Renelt; Argenio: Carl Rumstadt / Marios Sarantidis

Eine Produktion der Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater München mit dem Master-Studiengang Musiktheater/Operngesang (Leitung: Balázs Kovalik und KS Prof. Andreas Schmidt) in Zusammenarbeit mit dem Studio für Historische Aufführungspraxis der Hoch-schule für Musik und Theater (Leitung: Prof. Mary Utiger)

Rosmene und Clomiri sind verschwunden. Argenio und Tirinto quälen sich in Sorge um die Vermissten, als plötzlich Imeneo die Szene betritt. Er hat die beiden jungen Frauen vor ihren Entführern gerettet und fordert nun zum Lohn die Hand Rosmenes. Diese jedoch liebt Tirinto und hofft einer Entscheidung entgehen zu können. In Argenio, der die gesellschaftlichen Regeln gewahrt sehen will, findet Imeneo einen vehementen Fürsprecher, Tirinto hingegen kämpft um die Beziehung zu Rosmene und muss doch mit ansehen, wie diese unter dem Druck zu wanken beginnt.

Mit IMENEO hat Händel ein intimes Kammerspiel geschaffen, das die Beziehungen zwischen den Protagonisten, ihre Wünsche und Hoffnungen wie auf dem Seziertisch offen legt. Er folgt dabei einer Vorlage des Dichters Silvio Stampiglia, der IMENEO als ein sogenanntes „Componimento drammatico“, ein halbszenisch angelegtes Werk anlässlich einer Hochzeit im Jahr 1723 verfasst hatte. Händel selbst arbeitete über mehrere Jahre an seiner Oper bevor sie schließlich im Jahr 1740 am Londoner Lincoln’s Inn Fields The-atre zur Uraufführung kam. Es ist seine vorletzte italienische Oper – dasjenige Genre, das über dreißig Jahre lang den Mittelpunkt seines Schaffens dargestellt hatte – bevor er sich ausschließlich der Komposition von Oratorien widmet.

Unter der musikalischen Leitung von Joachim Tschiedel und Maria Fitzgerald erarbeiten Studenten des Master- und Diplomstudiengangs Operngesang/Musiktheater Händels IMENEO gemeinsam mit der Regisseurin Mira Ebert.

Solaris

Kammeroper in drei Teilen von Michael Obst nach Stanislaw Lem
Libretto vom Komponisten (1994-96)

Musikalische Leitung: Konstantia Gourzi
Inszenierung: Balázs Kovalik
Bühne: Alena Georgi
Kostüme: Theresa Scheitzenhammer
Dramaturgie: Swetlana Boos
Klangregie: Andreas Breitscheid
ensemble oktopus

Mit: Maria Pitsch, Heeyun Choi, Eric Ander, Jan Nash und Helmut Stange

Seit der Entdeckung des Planeten Solaris widmen sich Wissenschaftler seiner Erforschung. Sie vermuten, dass der Ozean, der Solaris bedeckt, über ein eigenes Bewusstsein oder eine Art Intelligenz verfügt. Auf der Forschungsstation experimentiert man mit der Bestrahlung des Ozeans, seitdem ereignet sich Seltsames. Deshalb wird der Forscher und Psychologe Kris Kelvin gerufen, er findet die Station verwahrlost vor: Der Leiter des Experiments, Gibarian, beging Selbstmord, die anderen Forscher, Snaut und Sartorius, scheinen verängstigt und verwirrt. Bald darauf muss Kelvin den Grund für das Verhalten seiner Kollegen am eigenen Leib erfahren …

Das Sujet um den Ozean-Planeten Solaris beruht auf dem 1961 erschienenen Roman des polnischen Science-Fiction-Autors Stanis?aw Lem und wurde - nicht zuletzt durch die erste Verfilmung des russischen Regisseur Andrej Tarkovskij - zum Klassiker seines Genres. Der Komponist Michael Obst verwendet Lems Roman als Vorlage für seine Oper, die mit atmosphärischen wie experimentierfreudigen Klängen musikalisch die Tiefen des Ozean-Planeten auslotet. 

Die musikalische Leitung übernimmt Konstantia Gourzi, Professorin für Ensemble-Leitung Neue Musik und Leiterin des ensemble oktopus der Hochschule für Musik und Theater in München. Es inszeniert Balázs Kovalik, der seit letztem Jahr den Studiengang Gesang/Musiktheater leitet. 

Adelasia ed Aleramo

Oper in zwei Akten von Johann Simon Mayr, Libretto von Luigi Romanelli
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Andreas Spering
Inszenierung: Tilman Knabe
Bühne: Wilfried Buchholz
Kostüme: Gisa Kuhn
Dramaturgie: Cordula Demattio, Benedikt I. Stampfli
Hofkapelle München
Solisten des Masterstudiengangs Musiktheater/Operngesang
Projektchor der Hochschule für Musik und Theater München
Chorleitung: Verena Holzheu

Aleramo: Frauke Burg
Adelasia: Jaewon Yun
Teofania: Anna-Maria Thoma
Rambaldo: Marios Sarantidis
Roberto: Bonko Karadjov
Osmano: Jan Nash
Ottone: Keith B. Stonum

Prinzessin Adelasia, die Tochter Kaiser Ottones hat sich in Aleramo verliebt. Da Ottone gegen die unstandesgemäße Verbindung ist, muss das Paar fliehen. In der Ferne gründen sie eine Familie, bauen sich eine bescheidene Existenz auf und nehmen eine neue Identität an. Als Ottone Jahre später auf einem Feldzug gegen die Sarazenen in dieser Gegend lagert, kommt es zum Wiedersehen. Die Hoffnung, die Familie wieder zusammenzubringen, scheint jedoch aussichtslos, trotz der Bemühungen von Adelasia und ihrer Mutter, Kaiserin Teofania. Inzwischen nämlich hat Rambaldo, Ottones Vertrauter, einen Pakt mit den Feinden geschlossen, beschuldigt aber Aleramo des Verrats. Sein Kalkül ist es, auf diesem Weg zuerst Aleramo aus dem Weg zu schaffen, dann Ottones Thron zu besteigen und schließlich Adelasia zur Ehe zu zwingen. Diese hatte ihn vor Jahren abgewiesen und ihm Aleramo vorgezogen. Der perfide Plan scheint aufzugehen – bis im letzten Moment alles anders kommt.

Die auf einer Legende basierende Oper des aus Mendorf bei Ingolstadt stammenden Komponisten wurde 1806 an der Mailänder Scala mit großem Erfolg uraufgeführt. Die Münchner Erstaufführung fand 1808 im Cuvilliés-Theater anlässlich der Hochzeit von Caroline von Bayern mit Kronprinz Wilhelm von Württemberg statt. Über 200 Jahre ist die Oper dann nicht mehr zur Aufführung gekommen. Dank der besonderen Leistung des Instituts für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik und Theater München konnte in den vergangenen Jahren auf der Basis verschiedener Partiturhandschriften eine Neufassung erarbeitet werden - die entscheidende Grundlage für die jetzige Produktion. 

Johann Simon Mayr, der als Giovanni Simone Mayr seine größten Erfolge in Italien feierte, wäre 2013 250 Jahre alt geworden. Geprägt von der Wiener Klassik, verstand er es, neue Wege zu gehen und den Grundstein für die weitere Entwicklung der italienischen Oper bis zu Rossini und Donizetti zu legen.

Andreas Spering übernimmt die musikalische Leitung der Produktion. Es ist seine erste Zusammenarbeit mit der Hofkapelle München. Im vergangenen Sommer verantwortete er  beim Festival d’Aix-en-Provence die Neuproduktion von Mozarts La finta giardiniera. Tilman Knabe, Absolvent des Regiestudiengangs der Münchner Hochschule für Musik und Theater, arbeitet längst an vielen bedeutenden Opernhäusern des deutschsprachigen Raums. Nach Fredegunda von Reinhard Keiser im Jahr 2008 ist dies seine zweite Inszenierung an der Theaterakademie in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater München. Die Solistinnen und Solisten sind Studierende des Masterstudiengangs Musiktheater/Operngesang. 

Trailer: Adelasia ed AleramoExterner Link