Der Visionär - August Everding und die Theaterakademie

2018 jährt sich die Eröffnung der Theaterakademie zum 25. Mal - und ihr Gründer, der große Theatermann August Everding, wäre 90 Jahre alt geworden. Die Ausstellung blickt zurück auf das Leben und Wirken August Everdings und zeigt, wie seine Vision einer Ausbildungsstätte für Bühnenberufe Realität wurde.
Mit historischen Fotos und Dokumenten aus den Beständen des Stadtarchivs München und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs blicken wir zurück auf das Leben und Wirken Everdings.

Öffnungszeiten & Tickets

Die Ausstellung findet im Foyer des Prinzregententheaters statt.

Öffnungszeiten: 31. Oktober 2018 bis 26. Januar 2019

Bitte beachten Sie, dass die Ausstellung außerhalb der öffentlichen Führungen nur mit gültiger Eintrittskarte jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet ist. Falls Sie nur die Ausstellung besuchen möchten, nutzen Sie bitte die öffentlichen Führungen am 11., 16., 23., und 30. November 2018.

Tickets: Für VorstellungsbesucherInnen des Theaters ist der Eintritt frei.
Für alle anderen InteressentInnen werden öffentliche Führungen angeboten. Karten sind für € 5 erhältlich. Weitere Termine auf Anfrage unter  089/21852909.

Impressionen

Die Ausstellung im Radio

Einen kleinen Vorgeschmack gibt es beim BR-Klassik, der uns auf einer Führung durch die Ausstellung begleitet hat. Hier geht es zum Beitrag.

Bilder der feierlichen Ausstellungseröffnung

Das Prinzregententheater feierlich beleuchtet.
Ausstellungseröffnung im Gartensaal
Prof. Hans-Jürgen Drescher
Prof. Dr. Marion Kiechle

Der digitale Ausstellungskatalog

August Everding

August Everding

August Everding (* 31. Oktober 1928 in Bottrop, + 26. Januar 1999 in München) hat durch sein vielfältiges Wirken im Bereich des Theaterwesens und als engagierter Kulturpolitiker in ganz besonderer Weise Theatergeschichte geschrieben.

Ein Höhepunkt seines Engagements für die Bühnenkunst und für deren Nachwuchs war die Verwirklichung einer zentralen Ausbildungsstätte für die verschiedenen Bühnenberufe im deutschsprachigen Raum. Die Bayerische Theaterakademie wurde 1993 gegründet und hat ihren Sitz am Münchner Prinzregententheater. Seit 1999 nennt sie sich zu Ehren ihres Initiators Bayerische Theaterakademie August Everding. Die Wiederbespielbarkeit des Prinzregententheaters hatte Everding bereits ab 1982 durch tatkräftigen Einsatz auf den Weg gebracht. Ab 1988 konnte es renoviert für das Publikum wieder zugänglich gemacht werden.

In der Ausstellung „DER VISIONÄR – August Everding und die Theaterakademie“ werden anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Theaterakademie August Everding sowie des 90. Geburtstages ihres Gründungspräsidenten vorwiegend Exponate aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv und dem Stadtarchiv München gezeigt. Aus konservatorischen Gründen können allerdings keine Originale ausgestellt werden.

Das Bayerische Hauptstaatsarchiv gibt aus seinen Beständen in zwei Vitrinen Einblick in August Everdings berufliche Tätigkeit für den Freistaat Bayern und sein Hinwirken auf die Etablierung der Theaterakademie. Belegt wird dabei auch ein letztlich im Sande verlaufener Anstoß zur Gründung einer solchen Akademie vor Everdings aktiver Zeit. Ergänzend wurden Leihgaben aus Privatbesitz mit aufgenommen.

Das Stadtarchiv München zeigt in fünf Vitrinen Exponate aus dem seit 2013 dort verwahrten, umfangreichen Nachlass von August Everding. Die ausgewählten Schriftstücke und Fotos vermitteln eindrucksvoll die private und berufliche Entwicklung August Everdings. Sie dokumentieren zugleich sein vielfältiges, globales Kulturschaffen in der Theaterwelt des 20. Jahrhunderts. Einige Objekte aus dem Nachlass werden in dieser Ausstellung zum ersten Mal öffentlich präsentiert.


August Everding: Geborgen in der Familie - verwurzelt im Glauben

Probe zu Der Hauptmann von Köpenick, Münchner Kammerspiele, Premiere 29. Dezember 1962. © Hildegard Steinmetz
  1. August Everding (*31.Oktober 1928 in Bottrop) als Zweijähriger, 1930,
    Foto: Atelier Keller, Bottrop. Stadtarchiv München: NL-EVE-1772-1
  2. In Bottrop daheim – in der Welt zuhause: Familienfoto des Propsteiorganisten August Everding sen. mit Ehefrau Gertrud und ihren drei Kindern August jun. (*1928), Johanna (*1925) und Cäcilie (*1923), 1944,
    Foto: Schweizer. Stadtarchiv München: NL-EVE-1772-3
  3. August Everding (ganz links) mit seinen Klassenkameraden der Bottroper Oberschule beim Schanzarbeiten-Einsatz während des 2. Weltkriegs, November 1944, Foto: privat. Stadtarchiv München: NL-EVE-1772-2
  4. Zeugnis der Reife (Abiturzeugnis) für August Everding von der Oberschule für Jungen in Bottrop, 26. Januar 1949. Die ausgezeichneten Schulabgangsnoten verschafften August Everding ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. Von seinem ehemaligen Englischlehrer ist folgender erstaunter Kommentar überliefert: „Mein Jott, der Everding ist zum Theater jegangen – der hat doch so`n gutes Abitur jemacht!“ Stadtarchiv München: NL-EVE-0748
  5. Studententheater des theaterwissenschaftlichen Seminars bei Prof. Dr. Hanns Braun an der LMU München mit dem Theaterstück „Scapin 's Schelmenstreiche“, aufgeführt im Amerikahaus. Gruppenfoto mit August Everding und dessen Studienkollege Dieter Hildebrandt (3. und 2. von rechts), 1951, Foto: unbekannt. Stadtarchiv München: NL-EVE-1749-3
  6. August Everding als Student der Philosophie, Germanistik, Theologie, Geschichte und Theaterwissenschaft in Bonn und München, 1951, Foto: privat. Stadtarchiv München: NL-EVE-1749-1
  7. „Die Personifikation des Todes im Drama des 20. Jahrhunderts“, Gliederung zu der von August Everding begonnenen Dissertation an der LMU, Fakultät für Theaterwissenschaft mit handschriftlichem Kommentar von Prof. Dr. Hanns Braun, 03. Dezember 1952. Das Theatralische in der Theologie – darin findet der Theologiestudent August Everding endgültig seine Berufung und schlägt den beruflichen Weg zum Theater ein, indem er Promotion und Studien an der LMU abbricht und nach seinem Volontariat an den Münchner Kammerspielen dort ab 1953 als Regieassistent erste vertragliche Bindungen eingeht. Stadtarchiv München: NL-EVE-0739
  8. Hochzeit von August Everding mit der zukünftigen Ärztin Dr. Gustava von Vogel (*1940) in ihrer gemeinsamen westfälischen Heimatstadt Bottrop in der katholischen Kirchengemeinde Propstei St. Cyriakus, 30. Juli 1963, Foto: Letgemann. Stadtarchiv München: NL-EVE-1772-8
  9. Tischkarte „August“ zur Hochzeitsfeier in Bottrop, 30. Juli 1963. Stadtarchiv München: NL-EVE-1772-8
  10. Familienvater August Everding mit drei seiner vier Söhne in München:
    Marcus (*1964, Mitte), Cornelius (*1965, rechts) und Christoph (*1966, links)
    ca.1968, Foto: Dr. Gustava Everding „Nesthäkchen“ Johannes (*1976) wurde während der Intendanz in Hamburg geboren. Stadtarchiv München: NL-EVE-1772-9
  11. und
  12. Theologengespräche über Gott und die Welt: August Everding mit dem Religionsphilosophen Eugen Biser und Kardinal Josef Ratzinger in der Katholischen Akademie in Bayern, 03. Februar 1985, Foto: Gerd Pfeiffer. Stadtarchiv München: NL-EVE-1750-3
  13. BISS-Plakat mit August Everding – Werbung von August Everding für das Münchner Straßenmagazin „BISS“ (Bürger in sozialen Schwierigkeiten), 1997.
    Stadtarchiv München: NL-EVE-1786
  14. Gebet von August Everding, Januar 1999. Dieses Gebet hat August Everding zwei Tage vor seinem Tod handschriftlich verfasst und wurde erstmalig bei seiner Beerdigungsmesse in Truchtlaching von Sohn Marcus vorgelesen. Stadtarchiv München: NL-EVE-1735

Vom Schauspiel zum Musiktheater - Münchner Kammerspiele, Bayerische und Hamburgische Staatsoper

Probe zu Die Zauberflöte mit Francisco Araiza, Nationaltheater, Premiere 30. Oktober 1978. © Anne Kirchbach
  1. „Peterchens Mondfahrt“ von Gerdt v. Bassewitz, Münchner Kammerspiele 1955. Die Collage aus Besetzungsblatt und Inszenierungsfotos von Hildegard Steinmetz als Erinnerung an seine erste Regie beim o.g. Kindermärchen war ein Abschiedsgeschenk der Münchner Kammerspiele an ihren 1973 scheidenden Intendanten August Everding. Die ausgestellte Fotoreproduktion beschrieb Mario Adorf mit seinem Autogramm anlässlich seiner Lesung aus seinem Buch „Schauen Sie mal böse“ am 22. Januar 2016 bei einem persönlichen Treffen mit Barbara Seebald in den Münchner Kammerspielen und erhielt als Geschenk eine ebensolche Reproduktion. Stadtarchiv München: NL-EVE-1170
  2. Probe zu „Astutuli“ (Uraufführung) von Carl Orff (re.), Intendant Hans Schweikart (Mitte) und Regieassistent August Everding (li.), Münchner Kammerspiele, Oktober 1953, Foto: unbekannt. Stadtarchiv München: NL-EVE-1751-7
  3. August Everding als Oberspielleiter an den Münchner Kammerspielen; in dieser Lebensphase rauchte er täglich bis zu 60 Zigaretten. Ca. 1959, Foto: Charlo Mor v. Weber. Stadtarchiv München: NL-EVE-1751-1
  4. und
  5. „Frank V., Oper einer Privatbank“ (Deutsche Erstaufführung) von Friedrich Dürrenmatt (li. und Mitte), Probe mit den Regisseuren Hans Schweikart (1. von li.) und August Everding (re.), Münchner Kammerspiele, Oktober 1960,
    Foto: Charlo Mor v. Weber. Stadtarchiv München: NL-EVE-1743-6
  6. „Der Hauptmann von Köpenick“ von Carl Zuckmayer, Hauptprobe mit Heinz Rühmann (re.) und Regisseur August Everding (li.) Münchner Kammerspiele,
    30. Dezember 1962, Foto: dpa. Stadtarchiv München: NL-EVE-1743-8
  7. „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ von Bertolt Brecht mit Martin Held (oben) und Regisseur August Everding (unten li.) sowie N.N. (unten re.), Münchner Kammerspiele, November 1964, Foto: Hildegard Steinmetz. Stadtarchiv München: NL-EVE-1743-9
  8. „Vietnam-Diskurs“ – Text der Pressenotiz von Intendanz und Direktion der Münchner Kammerspiele, 16. Juli 1968. Politisch weltweite 1968er Probleme beeinträchtigten u.a. auch in München den Kulturbetrieb an den Kammerspielen. So vor allem eine immer mehr ins Persönliche gehende Kontroverse um die Sammlung für eine Waffenspende an den Vietcong bei den Theaterbesuchern nach der Premiere des Stückes „Vietnam-Diskurs“ von Peter Weiss, welche von Intendant August Everding untersagt wurde. Oder das Programm-heft von Dramaturg Heinar Kipphardt für Wolf Biermanns Stück „Der Dra-Dra“, in dem Ministerpräsident Dr. Alfons Goppel und OB Dr. Hans-Jochen Vogel bildlich als „im Sinne des Stückes zu tötende Drachen“ dargestellt wurden, dessen Druck der Intendant zwar verbot, das aber mit zwei leeren Seiten dennoch erschienen ist. Stadtarchiv München: NL-EVE-0904
  9. „Vietnam-Diskurs“ – Brief von Dr. Hans Lamm an den Intendanten der Münchner Kammerspiele August Everding, 20. Juli 1968. Reaktionsschreiben von Dr. Hans Lamm, Publizist und von 1970-1985 Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde von München und Oberbayern zu der oben genannten zeitgenössischen Problematik im Spielbetrieb der Münchner Kammerspiele.
    Der Nachlass von Dr. Hans Lamm (1913-1985) befindet sich im Stadtarchiv München. Stadtarchiv München: NL-EVE-0904
  10. Der Schauspielregisseur entdeckt die Oper: „La Traviata“ von Giuseppe Verdi, Probe mit Regisseur August Everding (li.), Hermann Prey (Mitte) und Teresa Stratas (re.), Bayerische Staatsoper, März 1965, Foto: Gerd H. Siess. Stadtarchiv München: NL-EVE-1743-10
  11. „Die Hebamme“ von Rolf Hochhuth, Probe zur Uraufführung mit Michael Schwarzmaier (li.), Regisseur August Everding (Mitte) und Maria Becker (re.), Münchner Kammerspiele, Mai 1972, Foto: Felicitas Timpe. Stadtarchiv München: FS-ERG-H-0936
  12. „Alles vorbei“ nach dem gleichnamigen Theaterstück von Edward Albee (Deutsche Erstaufführung) – aussagekräftiges und humorvolles Faschingskostüm von August Everding als scheidender Intendant der Münchner Kammerspiele am Faschingsball mit Ehefrau Dr. Gustava im Deutschen Theater, Januar 1972, Foto: Felicitas Timpe. Stadtarchiv München: NL-EVE-1756-3
  13. „Münchner Kammerspiele 1963-1973“ 20-seitiges Heft zum Abschied von Intendant August Everding mit der Auflistung von sämtlichen Inszenierungen während seiner Intendanz und einer Würdigung von Kulturreferent Dr. Herbert Hohenemser, 1973. Bilanz nach 20 Jahren August Everding, davon 10 Jahre als Intendant: 46 Ur- und Erst-aufführungen, 10 Werkraumwochen, Rückkehr und langfristige Engagements von berühmten Schauspielern/-innen und Regisseuren, z.B. Martin Held, Maria Becker,
    Jürgen Flimm. August Everding: „Ob etwas eine Ära ist, erweist sich glücklicherweise erst, nachdem man gegangen ist“. Stadtarchiv München: NL-EVE-0909

August Everding: "Kultur ist immer Herausforderung" (Opern, Filme, TV-Inszenierungen, Medien, Freiluft- und Performance-Theater)

BISS-Plakat mit August Everding, 1997. Mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs München
  1. August Everding am Regiepult der Münchner Kammerspiele
    ca. 1960, Foto: Felicitas Timpe. Stadtarchiv München: NL-EVE-1751-4
  2. „Das Labyrinth. Der ‚Zauberflöte‘ zweiter Teil“ von Peter v. Winter
    Probe mit August Everding (li.) und Bodo Brinkmann (re.) als Papageno Cuvilliéstheater, November 1978, Foto: Anne Kirchbach. Stadtarchiv München: NL-EVE-1744-12
  3. „Tristan und Isolde“ von Richard Wagner, Regiebuch mit handschriftlichen
    Regieanweisungen (linke Seite) von August Everding für seine Inszenierung an der Bayerischen Staatsoper, Premiere: 27. Juli 1980. Die Schrift von August Everding ist allgemein sehr schwer zu lesen. Hier z. B. Anweisung Nr. 2: „Sie [Isolde] verbirgt den Kopf in ihrem Schoß, ihr ganzer Körper sagt nein“. Stadtarchiv München: NL-EVE-0558
  4. „Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner an der Lyric Opera Chicago: das verantwortliche und viel umjubelte Produktionsteam: John Conklin (li., Bühne u. Kostüme), August Everding (Mitte, mit Regiebuch) und Zubin Mehta (re., Dirigent), 1993, Foto: Dan Rest. Stadtarchiv München: NL-EVE-1754-2
  5. August Everding als „Krawattenkauer“ nach seiner Raucherentwöhnung.
    Beim Krawattenkauf soll er des Öfteren gefragt worden sein: „Soll es eine zum Tragen oder zum Kauen sein?“ Probenfoto zu „Salome“ von Richard Strauss, Hamburgische Staatsoper, November 1970, Foto: Felicitas Timpe. Stadtarchiv München: FS-PER-E-0208
  6. „Als wär’s ein Stück von mir“ von Maria Matray und Answald Krüger nach der Autobiographie v. Carl Zuckmayer, August Everding (li., Regie) und N.N. (re.), TV-Inszenierung als Koproduktion von ZDF, ORF und SRG in Hamburg, Aufzeichnung vom 03. Dezember 1976: Foto: du Vinage. Stadtarchiv München: NL-EVE-1748-3
  7. und
  8. Opernregisseur mit Leib und Seele beim „Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner, August Everding (re. und li. als „Maskenbildner“) und Robert Satanowski (li., Dirigent), Teatr Wielki, Warschau, 1988/1989, Foto: Hanns-Jörg Anders. Stadtarchiv München: NL-EVE-1746-6
  9. „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck, Probenfoto zum Film mit Brigitte Fassbaender (li., Hänsel) und Edita Gruberova (Mitte, Gretel), Regie: August Everding, Wien, Ausstrahlung im ZDF am 24. Dezember 1981, Foto: Eduard Straub. August Everding betritt ein neues Terrain: den Musikfilm.
    Stadtarchiv München: NL-EVE-1748-1
  10. und
  11. „Die Bernauerin“ von Carl Orff, Probenfotos mit August Everding (re., Regie) sowie u.a. Veronica Ferres (vorne re. am Rand des Badezubers sitzend).
    Freilufttheater der Bayerischen Staatsoper im Alten Hof, Juli 1985, Foto 10: Sabine Toepffer; Foto 11: Anne Kirchbach. Geburtsstunde für August Everdings Idee: weg von konventionellen Theater-räumlichkeiten hin zum Freilufttheater z.B. mit einem „bayerischen Jedermann“ sowie Kultur für die Massen mit „Oper für alle unter freiem Himmel samt Verköstigung“. Stadtarchiv München: NL-EVE-1745-5
  12. „Fegefeuer in Ingolstadt“ im Rahmen der TV-Theatergespräche im ZDF 1968-1975 mit (von links): Nikola Weisse, Klaus Hellweg, August Everding (Diskussionsleiter), Marieluise Fleißer, Jürgen Flimm und Eo Plunien, 10. Januar 1973, Foto: Felicitas Timpe. Die von der Bevölkerung zunehmender genutzten Fernsehgeräte bewogen den Kulturpolitiker August Everding seit den 1970er Jahren dazu, auch in diesem Medium mitzumischen. Sowohl seine Mitgliedschaft im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks als auch seine kontinuierliche Präsenz bei den seit Mitte der 1980er Jahre aufkommenden neuen Sendern (z.B. 3sat) verhalfen ihm zu bundesweiter Popularität. Stadtarchiv München: NL-EVE-1758-4
  13. „Da capo“-Sendungen 1986-1998 (ZDF-Serie für den 3sat-Sendekanal) „August Everding im Gespräch mit…“, hier: mit der Sopranistin Dame Gwyneth Jones, 08. Januar 1994, Foto: Jacqueline Krause-Burberg. In diesem Zeitraum war er Gastgeber für insgesamt 70 Gespräche. Stadtarchiv München: NL-EVE-1758-2 und NL-EVE-1313
  14. „Ubu Rex“ (Uraufführung), Probe mit Komponist Krzysztof Penderecki (li.) und August Everding (Mitte, Regie), Bayerische Staatsoper, Premiere: 6. Juli 1991, Foto: Anne Kirchbach. 20 Jahre musste die Bayerische Staatsoper auf Pendereckis „Ubu Rex“ warten und Staatsoperndirektor Wolfgang Sawallisch war dankbar, dass Generalintendant August Everding als Regisseur die Uraufführung garantierte. Der damalige Gesangsstudent Jonas Kaufmann war bei dieser Uraufführung in zwei Rollen zu hören: als polnischer Bauer und russischer Soldat. Stadtarchiv München: NL-EVE-1746-9
  15. „Schweinsbraten. Härter als das Leben. Die Geschichte der Hanni R.“
    von Franz Innerhofer (Deutsche Erstaufführung) Performance in der Kantine des Prinzregententheaters. August Everding mit „seiner“ Kantinenwirtin Hermine Lang. Premiere: 18. Oktober 1995, Foto: Volker Derlath. Gemäß seinem Zitat „Wer den Zeitgeist heiratet, wird bald Witwer sein“, war der Regisseur August Everding mit seinen künstlerischen Ideen der Mode oft voraus, wie dieses Beispiel der neuen Theaterform „Performance-Theater“ zeigt; hier werden Schauspieler und Zuschauer gleichermaßen Teil des Geschehens. Die Kantine des Prinzregententheaters mit der niederbayerischen Wirtin Hermine Lang war für August Everding oftmals sein meditativer und kulinarischer Rückzugsort mit seiner Leibspeise Tiroler Gröstl und Ochsenfleisch. Stadtarchiv München: NL-EVE-1746-13 und NL-EVE-1567

Kulturmanager August Everding - "Everding for everything"

Tag der offenen Tür zur Wiedereröffnung des Prinzregententheaters mit Hauptbühne, 8. November 1996. © Regine Heiland
  1. Schreiben des Organisationskomitees für die Spiele der XX. Olympiade in München an August Everding zu seiner vertraglichen Verpflichtung als "Künstlerischer Berater" für das Programm der olympischen Eröffnungs- und Schlussfeier, München, 01. August 1972. August Everding war als Intendant der Kammerspiele in München u.a. verantwortlich für das Kunstprogramm „Olympischer Sommer 1972“. Stadionsprecher bei der Eröffnungs- und Schlussfeier 1972 im Olympiastadion war Joachim Fuchsberger. Stadtarchiv München: NL-EVE-0503
  2. Vorolympischer Passierschein für August Everding (Intendant der Münchner Kammerspiele) für das Münchner Olympiastadion, Juli 1972. Stadtarchiv München: NL-EVE-1774
  3. August Everding mit Leichtathletin Heidi Schüller bei einer gemeinsamen Sprechprobe für den von ihr zu sprechenden Olympischen Eid bei der Eröffnungsfeier im Münchner Olympiastadion, August 1972. Foto aus Nachruf auf August Everding in der tz am 29. Januar 1999. Stadtarchiv München: NL-EVE-1774
  4. Kultureller Austausch mit Fernost: August Everding begleitet Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl (CDU) mit seiner Delegation auf dessen Chinareise vom 07.-13. Oktober 1984, Foto: unbekannt „Vom Deutschen Bühnenverein bis zu der Internationalen Opernkonferenz (AIDO) bin ich in so vielen Gremien in der Welt, da macht man Kulturpolitik. Da kann man Politiker beeinflussen, aufklären und eine Lobby für die Kultur sein“ (August Everding). Stadtarchiv München: NL-EVE-1755-21
  5. Eröffnung der Opernfestspiele in der Bayerischen Staatsoper mit von links: Intendant August Everding mit Ehefrau Dr. Gustava, Ministerpräsident Dr. h.c. Franz Josef Strauß mit Ehefrau Marianne und Kultus-Staatssekretärin Dr. Mathilde Berghofer-Weichner, ca. 1980, Foto: Anne Kirchbach. Stadtarchiv München: NL-EVE-1755-7
  6. Besuch des sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow im Prinzregenten-theater, März 1992, Foto: privat. Der Münchner Generalintendant August Everding wurde als sog. „deutscher Kultusminister“ im gesamten, wiedervereinigten Bundesgebiet zum Sprecher für kulturelle Angelegenheiten. So erkämpfte er in seiner Eigenschaft als Präsident des Deutschen Bühnenvereins notwendige Subventionen für die zahlreichen und kleinen ostdeutschen Theater („Die kleinen Theater sind der Humus, ohne den die großen nicht leben können“) und verhinderte somit kulturpolitisch ein größeres Theatersterben. Beim damaligen Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel setzte er eine auf internationales Normmaß reduzierte Steuer für sämtliche Künstler- und Sängergagen durch. Stadtarchiv München: NL-EVE-1755-19
  7. Generalintendant August Everding als Gastgeber für Königin Silvia von Schweden und Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber in der Bayerischen Staatsoper, 1989, Foto: Otti Lohss. Hofhaltung wie bei einem Theaterfürsten: trotz seiner zahlreichen Ordensauszeichnungen ist der Westfale Everding stets volkstümlich, bodenständig und bescheiden geblieben. Stadtarchiv München: NL-EVE-1755-9
  8. Kulturmanager August Everding führt den ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger am 06. Juli 1992 durch Münchens diverse Kulturinstitutionen, hier: vor der Bayerischen Staatsoper, Foto: Sabine Schürfeld „Kultur lebt nur dort, wo man mit ihr lebt“ (August Everding). Stadtarchiv München: NL-EVE-1755-27
  9. Eröffnung des Richard-Strauss-Instituts, von links: Kulturreferent Dr. Jürgen Kolbe, GMD Wolfgang Sawallisch, Generalintendant August Everding und Siegfried Janzen (Direktor der Siemens AG), 23. November 1984, Foto: H. Angermaier „Kultur ist nicht Dekoration, sondern Kern des demokratischen Lebens“ (A. Everding). Stadtarchiv München: NL-EVE-1755-3
  10. Damenprogramm zum Internationalen Weltwirtschaftsgipfel in München: August Everding begrüßt die beiden First Ladies Barbara Bush und Hannelore Kohl auf Schloss Neuschwanstein, re. hinten: der bayer. Finanzminister Dr. Georg Frhr. von Waldenfels, Juli 1992, Foto: König-Ludwig-Club. Als „Kulturpolitiker der Bundesrepublik“ führt August Everding während des Internationalen Weltwirtschaftsgipfels (heute: G7-Gipfel) als Gesellschafter die Politikergattinnen durch die bayerischen Königsschlösser; das Schönste daran soll für ihn der Hubschrauberflug von einem Schloss zum anderen gewesen sein. Stadtarchiv München: NL-EVE-1755-24
  11. Terminkalender des Generalintendanten der Bayerischen Staatstheater und Kulturmanagers August Everding für das Jahr 1988, hier: 17. und 18. Oktober.
    Stadtarchiv München: NL-EVE-0980
  12. Kultur vereint Politik und Wirtschaft („Kultursponsoring“), von links: der Industrielle Peter von Siemens, der CDU-Politiker Dr. Rainer Barzel, Intendant August Everding und Ministerpräsident Dr. Alfons Goppel, ca. 1978, Foto: Christine Strub. August Everdings Kulturpropaganda: „Die Wirtschaft muß das herstellen, was an-kommt, wir aber machen das, worauf es ankommt“. „Wenn die Politik im argen liegt, ruft sie nach der Kultur. Braucht die Kultur Geld, ruft sie nach der Politik“. Stadtarchiv München: NL-EVE-1755-1
  13. Volkstümlicher Gast und fürstliche Gastgeberin: Generalintendant August Everding auf dem Barockfest von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis in Regensburg, Juni 1986, Foto: privat. August Everding traf bei Gesellschaften jeglicher Art sowohl als Gastgeber als auch als Gast immer den richtigen Ton und beherrschte meisterhaft die Sprache der Könige und Bettler. Stadtarchiv München: NL-EVE-1771-4
  14. „New York oder München? August Everding muß sich schnell entscheiden“, Zeitungsartikel in der Münchner Abendzeitung, März 1984. Diverse Schwierigkeiten an der Bayerischen Staatsoper sowie belastende Kompetenz-streitigkeiten veranlassten den seit 1982 zum Generalintendanten der Bayerischen Staatstheater ernannten August Everding, über einen beruflichen Wechsel in die USA nachzudenken, was in der Presse entsprechend thematisiert wurde: Anfang 1984 erhielt er von der Metropolitan Opera (MET) in New York die Einladung zu Gesprächen für die dortige Übernahme der Funktion als „General Manager“. Stadtarchiv München: NL-EVE-1125
  15. Handschriftliche „Pro und Contra-Liste München-New York“ von August Everding im März 1984 zum Angebot als „General Manager“ an die Metropolitan Opera (MET) zu wechseln: Pro München: seine Lehrtätigkeit an „Uni und Hochschule“ sowie „Familie und Wohnung in der Burg“ [Grünwald] waren für ihn trotz Contra-Punkten wie: „Strauß, CSU Kultur, Presse“ und der „Fragwürdigen Zukunft Europas“ von gewichtigerer Bedeutung. Die „Englische Sprache“, das Fehlen öffentlicher Gelder in den USA für kulturelle Einrichtungen sowie die begonnenen Sanierungsarbeiten am Prinzregententheater waren letztendlich ausschlaggebend für seine weitere Tätigkeit in München. „Es ist nicht meine Sprache und ich habe keine Subventionen. Hier muß ich nicht betteln gehen, um eine Neuproduktion finanzieren zu können“. Stadtarchiv München: NL-EVE-0945
  16. „Showgeschichten“ im BR: Moderator Gerhard Schmitt-Thiel (re.) im Gespräch mit August Everding, als Überraschungsgast: Heinz Rühmann, der dem überraschten Theatermann an diesem Abend sein persönlichstes Geschenk überreichte: „Ich heiße Heinz“ – „Ich heiße August.“ 30. Oktober 1993, Foto: Sessner, BR. Stadtarchiv München: NL-EVE-1757-10 und NL-EVE-1472
  17. Humoristische Bautafel fürs „Kulturprojekt“ Prinzregenten- und Akademietheater zum Ruhme des Freistaates Bayern bei der Silvestergala „Europa grenzenlos“ am 31. Dezember 1992, Foto: Wenzel. Stadtarchiv München: NL-EVE-1765-17 und NL-EVE-1558
  18. „Begegnung mit Loriot im Prinzregententheater“, Staatsintendant August Everding und Vicco von Bülow (Loriot) im Großen Haus des Prinzregententheaters, Oktober 1998, Foto: Sessner, BR. Stadtarchiv München: NL-EVE-1757-11
  19. „Treffen der Old Governors“ im Prinzregententheater und Büro des Präsidenten der Bayer. Theaterakademie August Everding, von rechts: Sir Edward Heath, ehemaliger Premierminister des Vereinigten Königreichs, Helmut Schmidt, Altbundeskanzler, August Everding, N.N., Juli 1998, Foto: unbekannt. Stadtarchiv München: NL-EVE-1755-23

Lebenswerk Prinzregententheater

Baumaßnahme Hauptbühne mit Orchestergraben, Herbst 1995. © Jens Masmann und Dominik Gigler
  1. Eine Vision – Zwei Theaterfürsten: Gründer und Bauherr Prinzregent
    Luitpold von Bayern (1821-1912, Büste von Heinrich Waderé) und Sanierer
    August Everding vor der Teilinstandsetzung zur Wiederbespielbarkeit des „Prinze“ („Kleine Lösung“ ab 1988, „Große Lösung“ ab 1996), ca. 1983,
    Foto: Anne Kirchbach. Von 1944-1963 erfolgte die tägliche Bespielung des Prinzregententheaters durch die Bayerische Staatsoper, weil das Nationaltheater kriegszerstört war. Nach dessen Wiederaufbau und Eröffnung 1963 wurde das, bei den Münchner Bürgern wegen seiner optimalen Sicht und Akustik auf jedem der 1028 Sitzplätze sehr beliebte und deshalb als „demokratisches Opernhaus“ geltende Prinzregententheater wegen Baufälligkeit geschlossen. Stadtarchiv München: NL-EVE-1781
  2. „Ein Lebenstraum wird Wirklichkeit“: August Everding als Bauherr besucht täglich die verschiedenen Baustellen im Haus während der einzelnen Bauphasen, März 1986, Foto: Sabine Toepffer. „Das Prinzregententheater muß wieder ein Theater werden, bevor das 80jährige Bestehen eines bald nicht mehr bestehenden Theaters gefeiert wird“ (Zitat von August Everding beim Festakt zum 75-jährigen Theater-Jubiläum). Stadtarchiv München: NL-EVE-1782
  3. Maler- und Restauratorenarbeiten an der Decke des Zuschauerraumes, März 1986, Foto: Sabine Toepffer. Stadtarchiv München: NL-EVE-1782
  4. Umbau mit „Großer Lösung“: Akustikproben auf der neuen Bühne mit August Everding (Mitte) und Prof. Karl Köwer (vorne li.), Künstlerischer Direktor und als Baubeauftragter 1994-1996 verantwortlich für den Wiederaufbau der Theaterbühne sowie für die Planung der Theaterakademie-Räume, August 1996. Foto: Jens Masmann und Dominik Gigler. Aus Kostengründen war für die „Kleine Lösung“ nur eine Bühne über dem bisherigen Orchestergraben erstellt worden; die Bayerische Staatsoper probte weiterhin auf der alten Bühne hinter dem eisernen Vorhang ihre Premieren. Das wegen notwendiger Sanierungsarbeiten ebenfalls ans „Prinze“ ausquartierte Bayerische Staatsschauspiel bespielte einige Jahre diese neue, viel zu kleine, schmale Bühne ohne Schnürboden und zu wenigen Scheinwerfern. Kulturpolitisch günstig für Bayern war 1993 die von August Everding langersehnte Gründung einer Bayerischen Theaterakademie, welche heute mit acht Studiengängen die größte Ausbildungsstätte für Bühnenberufe in Deutschland ist. Durch die Bereitstellung von insgesamt 30 Millionen DM staatlicher Finanzmittel sowie durch August Everdings Spendeneinnahmen in Höhe von 6 Millionen DM konnte dann in Rekordbauzeit doch die „Große Lösung“ der „Prinze“-Wiederbespielbarkeit realisiert werden mit: Ausbau der ursprünglichen Bühne im unversehrten Bühnenhaus mit gleichzeitiger Erhaltung der originalen Schnürboden-Seilzüge aus dem Jahr 1901, Wiederherstellung des 1988 mit Beton überzogenen Orchestergrabens, Austausch des eisernen Vorhanges, Anschaffung eines neuen Bühnenvorhanges, Umwandlung des alten Maler-saales in ein Akademietheater, Rekonstruktion des Gartensaales und Errichtung des Cafés „Prinzipal“. Stadtarchiv München: NL-EVE-1763-4
  5. Nach amerikanischem Vorbild („Kultursponsoring“) lässt sich August Everding zahlreiche und innovative Spendenaktionen zur Finanzierung des „Prinze“ einfallen, hier: „Künstler helfen“, Versteigerungsaktion der Abendzeitung mit Opernsänger Ferry Gruber, 1983, Foto: Sabine Toepffer. Stadtarchiv München: NL-EVE-1781
  6. Auch die Bestuhlung im Zuschauerraum muss erneuert werden, Frühjahr 1987, Foto: unbekannt. Stadtarchiv München: NL-EVE-1782
  7. Symbolischer Stuhlverkauf: für 5.000,00 DM konnten Sponsoren einen Stuhl mit ihrem Namensschild erwerben, 18. Oktober 1985, Foto: Christine Woidich. Stadtarchiv München: NL-EVE-1765-4
  8. Spendenaktion „Bierkrug und Tasse“ der Dresdner Bank AG, gestaltet von der Münchner Malerin Petra Moll (re.) mit vier verschiedenen Motiven zu je 110,00 DM (Porzellan-Bierkrug) und 150,00 DM (Porzellan-Tasse), Frühjahr 1984, Foto: unbekannt. Stadtarchiv München: NL-EVE-1781
  9. Baustein Nr. 001 (von insgesamt 999) im Wert von 10,00 DM vom Verein
    „Münchner helft dem Prinzregententheater e.V.“ zugunsten dessen Wiederherstellung. Stadtarchiv München: NL-EVE-1781
  10. August Everding mit Else Mauerer, geschäftsführende Vorsitzende der „Volksbühne München e.V.“ und ehemalige SPD-Stadträtin bei der Ausstellungseröffnung „Das Prinzregententheater 1901-1983“ am 08. Juli 1983, Foto: Robert Hetz. Stadtarchiv München: NL-EVE-1781
  11. Neuerungen auch hinter den Kulissen: Besuch im neuen Magazin samt Staatlichen Theater-Werkstätten in Poing: Kultusminister Dr. Hans Maier im Gespräch mit einem Werkstätten-Mitarbeiter, 23. März 1986, Foto: Sabine Toepffer. Stadtarchiv München: NL-EVE-1782
  12. „Das Prinzregententheater in München“: August Everding und Karl Köwer (re.) stellen die neu erschienene Publikation von Dr. Klaus Seidel vor, 26. November 1984, Foto: unbekannt. Stadtarchiv München: NL-EVE-1781
  13. Die Münchner wollen „ihr Prinze“ wieder: Tag der offenen Tür mit persönlicher Führung durch Generalintendant August Everding in seinem Büro, 1988, Foto: Thomas Stankiewitz. Mit den Renovierungsarbeiten wurde 1982 im „Königssalon“, dem Dienstzimmer des Generalintendanten, begonnen, hier waren notwendig: Reinigung der Decken-malereien von Julius Mössel und Erneuerung der roten Seidentapeten. Stadtarchiv München: NL-EVE-1764-4
  14. Nach dem Tag der offenen Tür – das Mitarbeiterteam um August Everding beim Spendengeld-Zählen: reicht es nur für die „Kleine“ (ca. 43 Millionen DM) oder doch für die „Große Lösung“ (ca. 86 Millionen DM)?, 1985, Foto: privat „Um 12 Uhr Mittag fürchtete der General-Intendant um sein Prinzregententheater“, wie Michael Müller am 25. März 1985 im Münchner Merkur schreibt. Das Gedränge am Tag der offenen Tür war furchterregend, mit solchem Besucherzuspruch hatte niemand gerechnet. Stadtarchiv München: NL-EVE-1765-18
  15. Das Etappenziel ist erreicht: Erste Wiedereröffnung mit „Kleiner Lösung“ am
    09. Januar 1988 mit Feuerwerk und vielen Festveranstaltungen von links: Herzog Max Emanuel in Bayern mit Ehefrau Herzogin Elisabeth, Alois Glück (CSU-Politiker), August Everding mit Ehefrau Dr. Gustava, Dr. Helmut Röschinger (Inhaber der ARGENTA-Unternehmensgruppe), Foto: Bernd Lindenthaler. Stadtarchiv München: NL-EVE-1764-6
  16. August Everding vor dem Werbeplakat zur zweiten Wiedereröffnung mit
    „Großer Lösung“, Juli 1996, Foto: Christine Strub. Stadtarchiv München: NL-EVE-1764-10
  17. Zweite Wiedereröffnung am 08. November 1996 mit: „Die Fledermaus“,
    1. Reihe von links: Kultusminister Dr. Hans Zehetmair, Bundespräsident
    Dr. Roman Herzog und Staatsintendant August Everding, Foto: Otti Lohss
    Triumpf für den Theatermann August Everding, denn die Eröffnung des Prinzregententheaters (Live-Übertragung in der ARD) wird durch die anwesenden Politiker zum Staatsakt und weit über die Grenzen Münchens hinaus beachtet, August Everding zum „Napoleon der Theaterkunst“ ausgerufen. Seine jahrzehntelange Vision war Wirklichkeit geworden, denn mit seiner Inszenierung von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ (Premiere: 10. November 1996), lieferte August Everding den besten Beweis dafür, dass im Prinzregententheater mit altem-neuem Orchestergraben jetzt wieder richtig Theater gespielt werden kann. Übrigens fanden ein Jahr nach der „Prinze-Wiedereröffnung“ dort bereits insgesamt 700 Veranstaltungen statt.
    Stadtarchiv München: NL-EVE-1764-7
  18. Der Visionär und Theatermann August Everding hat sein Lebensziel erreicht: Wiederbespielbarkeit des Prinzregententheaters (1988/1996) sowie Gründung der Bayerischen Theaterakademie (1993), deren Präsident er bis zu seinem Tod im Januar 1999 war und die heute seinen Namen trägt. Er hat das Prinzregententheater und die Theaterakademie untrennbar miteinander verbunden, sodass einer ohne den anderen nicht leben kann, gemäß seinem Vermächtnis: „Kultur lebt nur dort, wo man mit ihr lebt“. Hier: Tag der offenen Tür, 1996, Foto: Regine Heiland. Stadtarchiv München: NL-EVE-1764-14

Die Theaterakademie - vom Wunsch zur Verwirklichung

Eröffnung des Studienjahres 1996/97 sowie des Akademietheaters, 14. Oktober 1996. © Winfried Rabanus
  1. Wunsch der Studentenschaft
    Bei der dritten internationalen Theaterwoche der Studentenbühnen in Erlangen 1951 verfassen die Teilnehmer eine Entschließung, in der sie „als unerlässliche Notwendigkeit“ die Errichtung einer deutschen Theaterakademie fordern.
  2. Theaterakademie wird begrüßt, aber nicht realisiert
    Auf den Vorschlag der Studierenden hin bittet das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus die Leiter der Staatstheater
    um Stellungnahmen. Der Intendant der Bayerischen Staatsoper Dr. Rudolf Hartmann unterstützt die Forderung im Oktober 1951 –  realisiert wird die Theaterakademie aber vier Jahrzehnte lang nicht.
  3. Pläne von Everding
    Eine Aktennotiz von 1987, angefertigt für eine Besprechung im Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, zeigt August Everdings Pläne.  Neben  der Wiederbespielbarmachung des Prinzregententheaters wird  die Theaterakademie als „Fernziel“ anvisiert.
  4. Generalintendant wird Akademiepräsident
    Nachdem auf August Everdings Initiative hin die Gründung einer Bayerischen Theaterakademie beschlossen wird, wechselt er 1993 nahtlos in seine neue Position als deren Gründungspräsident.
  5. Dank für Unterstützung
    Durch das positive Votum des Haushaltsausschusses des Landtags  
    zugunsten der Theaterakademie Anfang des Jahres 1994 ist deren  Ausbau gesichert. August Everdings Dank gilt besonders den Landtagsabgeordneten Richard Wengenmeier und Martin Haushofer.

Quellenangaben:
1+2 BayHStA, MK 50660
3 BayHStA, Generalintendanz der Bayerischen Staatstheater,
 Abgabe Theaterakademie 2010, Ordner 150
4 Leihgabe von Prof. Karl Köwer, München
5 Leihgabe von Frau Renate Haushofer, Pähl


August Everding - Ein Leben für das Theater

Probe zu Lohengrin mit Catarina Ligendza und René Kollo, Nationaltheater, Premiere 28. Juli 1978. © Sabine Toepffer
  1. Spielplan-Gefechte
    Als Intendant der Bayerischen Staatsoper hat August Everding manche Nöte bei der Abstimmung seiner Spielpläne mit dem Staatstheater am Gärtnerplatz. Im Januar 1979 ringt er heftig mit dessen Intendant Kurt Pscherer.
  2. Lob von Strauß
    Anfang 1985 hat sich August Everding bereits zweieinhalb Jahre in der
    Position des Generalintendanten bewährt. Ministerpräsident Franz Josef Strauß spricht ihm seine Anerkennung für sein Wirken aus.
  3. Tadel von Strauß
    Zur Klärung offener Fragen wendet sich August Everding im Juli 1987 an Ministerpräsident Strauß. Der aber vertritt die Meinung, Everding solle das selbst regeln, und bringt dies in seinem unverkennbaren Stil auch deutlich zum Ausdruck.
  4. Everdings letztes Schreiben
    Fünf Tage vor seinem Tod informiert August Everding im Januar 1999 Staatsminister Hans Zehetmair über die soeben erfolgte Eröffnung der Maskenbildnerschule als letztem neuem Fachbereich der Bayerischen Theaterakademie. Everdings Lebenswerk ist vollendet.
  5. Reminiszenz eines Weggefährten
    Als Studenten hatten sich August Everding und der spätere Kabarettist
    Dieter Hildebrandt schon Anfang der 1950er Jahre kennengelernt. In seiner Erinnerung vom September 1999 stellt Hildebrandt Ereignisse von damals Everdings Lebensweg gegenüber.

Quellenangaben:
1  BayHStA, Staatstheater am Gärtnerplatz 1552
2–5  BayHStA, Generalintendanz der Bayerischen Staatstheater,
 Abgabe Theaterakademie 2010, Ordner 1 (2+3), 164 (4), 188 (5)


Impressum

Stadtarchiv München:
Projektleitung, Konzept, Objektauswahl, Texte: Barbara Seebald
Reproduktionen: Inga Fesl und Erich Weichelt
Gestaltung: Karin Elstner

Bayerisches Hautpstaatsarchiv:
Projektleitung, Texte: Gerhard Fürmetz
Konzept, Objektauswahl, Texte: Thomas Schubert

Der Nachlass August Everding (NL-EVE) steht im Stadtarchiv München für Forschungszwecke zur Verfügung. Das Findmittel dazu kann online eingesehen werden.

Literatur:
Reissinger Marianne, August Everding - Die Biographie, München 1999
Dr. Seidel Klaus Jürgen, Das neue Prinzregententheater - Offizielle Festdokumentation anlässlich der Wiedereröffnung am 9. Januar 1988, München 1988

Theaterakademie August Everding:
Präsident: Prof. Hans-Jürgen Drescher
Idee und Projektleitung: Prof. Karl Köwer

Wir danken den Freunden des Nationaltheaters München e.V., die diese Ausstellung ermöglicht haben.