• WILLKOMMEN
  • ZUR THEATERAKADEMIE
  • STUDIUM
  • SPIELPLAN
  • PRODUKTIONEN & PRESSE
  • STIPENDIEN & PARTNER
  • STELLENANGEBOTE
  • KONTAKT & TEAM
  • SITEMAP
 

Niyousha in London

Niyousha Nasri und ihr Chef Mathias Nacke

von Mathias Nacke

Maskenbild Teamleader Oper am Royal Opera House London

Niyousha Nasri kam im Oktober 2010 nach London, sie hatte ihre Abschlussprüfung an der Theaterakademie in München bestanden und als sie in ihrer schriftlichen Bewerbung mitteilte, dass sie jetzt in London wohnt, luden wir sie zu einem Vorstellungsgespräch ein, mit einem anschließenden “Make up und Frisier Test”. Zu dieser Zeit konnten wir ihr nur eine Beschäftigung als freie Mitarbeiterin anbieten – das heißt: frisieren und Vorstellungsdienst.

Ihre erste Vorstellung war das Ballett Sylvia - danach ein erster Einsatz in der Oper. Von da an arbeitete Niyousha für beide Sparten vornehmlich in der Statisterie und im Chor. In der Saison 2011/12 dann auch mit Solisten. Im Juni 2012 boten wir ihr eine Stelle im Ballett an, als Schwangerschaftsvertretung – ab November 2012 wird sie in eine Vollzeitposition in die Oper wechseln. Um an eine feste Position hier am Royal Opera House zu kommen, muss jeder Bewerber/in ein Vorstellungsgespräch (Interview) absolvieren, wo alle kreativen/technischen Aspekte der Position beantwortet werden müssen.

Danach wird in einem Gremium mit einer Punktewertung der beste Bewerber/in herausgefiltert.

Niyousha hat die Position bekommen, weil sie durch ihre kreative, flexible, eigenständige Arbeit überzeugte – und dies auch im Interview durch ihr gutes Englisch vermitteln konnte.

Das erwartet Niyousha in ihrer Festanstellung:

Die Royal Opera hat keinen Chefmaskenbildner – wir sind zwei Teams - Oper und Ballett - geführt von jeweils einem Teamleader. Hierarchische Strukturen gibt es nicht, somit wird Niyousha in allen Bereichen – Statisten, Chor, Solisten arbeiten. Wir legen Wert auf teamorientiertes, eigenständiges, kreatives Arbeiten. Wir haben die 48 Stundenwoche (oft mehr) und im Schnitt 4-6 Vorstellungen mit Proben in der Woche. Oftmals haben wir Proben und Vorstellung an einem Tag sind somit 13 Stunden im Haus. Flexibles Arbeiten wird erwartet.

Der künstlerische und menschliche Anspruch in der Maske ist hoch, weil wir mit allen namhaften Sängerinnen und Sängern, RegisseurInnen und AusstatterInnen in der Opernwelt zusammenarbeiten – somit benötigt Niyousha starke Nerven, um Stress und Zeitdruck auszuhalten. Das sie all dem gewachsen ist, hat sie in den letzten Jahren unter Beweis gestellt.

Unsere Teammitglieder kommen aus Deutschland, Schweden, Korea, Iran, Bosnien, Japan, Spanien , Frankreich und natürlich Großbritannien. Die Beherrschung der englischen Sprache wird vorausgesetzt.

Das Maskenteam und Ensemble freuen sich, dass Niyousha einen dauerhaften Vertrag antritt, um ihre freundliche Art und ihre künstlerische Kreativität dem Royal Opera House zur Verfügung zu stellen.

 

Ein Traum wird wahr!

Melanie und Florian in der Maskenbildabteilung der Opera de Bastille in Paris

von Melanie Glanzmann und Florian Zeughan

Opéra National de Paris- Opera de Bastille

Es ist nun schon über ein Jahr her, doch es kommt uns immer noch wie gestern vor. Als wir am 3. Januar 2011 unseren Arbeitsplatz als Maskenbildner/in in der Pariser Nationaloper antraten, begann eine der schönsten Erfahrungen unseres Lebens, und sie dauert bis heute an....

Alles begann in München. Kurz vor Abschluss unseres Maskenbild-Studiums an der Bayerischen Theaterakademie August Everding ergab sich für uns die einmalige Chance, ein mehrwöchiges Praktikum in der Opéra Bastille Paris zu machen. Dank der großzügigen Unterstützung der Münchner Richard-Stury-Stiftung konnten wir uns kurzfristig ein kleines Appartement in der Nähe des Eiffelturms leisten und verbrachten fünf wundervolle Wochen in dieser bezaubernden Stadt. Es war das schönste Erlebnis, das wir außerhalb des Studiums hatten, und wir haben fachlich sowie menschlich viele positive Erfahrungen gemacht.

Bereits am ersten Tag wurden wir in der Opéra Bastille sehr herzlich willkommen geheißen. Die Chefmaskenbildnerin und ihr Team des "Atelier Maquillage et Perruque" waren von Anfang an bemüht, uns einen möglichst tiefen Einblick in die größte Oper der Welt zu geben. Wir waren fasziniert von der immensen Größe und dem Charme dieser einzigartigen Spielstätte, und noch mehr beeindruckt hat uns die positive Atmosphäre, die uns im Atelier und im ganzen Haus umgab. Wir wurden sofort in den lebhaften Arbeitsbetrieb integriert und dadurch ergab sich ein Zusammengehörigkeits-gefühl, das sich in den folgenden fünf Wochen so sehr vertiefte, dass sich unser Abschied tränenreich gestaltete.

Wir arbeiteten mit den Maskenbild-ner/innen zusammen für verschiedene Produktionen; zum Beispiel fertigten wir Haarteile für die Oper "Les Noces de Figaro" und das Ballett "Roméo und Juliette" an, die in der Saison 2011 auf dem Spielplan standen oder wir frisierten Bärte für die damals aktuelle Produktion "Le Barbier de Séville", etc.

Wir lernten die größte Oper der Welt hautnah kennen und bis heute fasziniert uns ihre einzigartige Bühne mit dem imposanten Zuschauerraum, der regelmäßig 2700 begeisterte Gäste mit den bekanntesten Sängern der Welt wie zum Beispiel Renée Fleming, Nathalie Dessay, Paul Gay, Roberto Alagna etc. in eine andere Welt entführt. Am meisten aber beeindruckte uns die Atmosphäre im Haus. Unter den über 2000 Mitarbeitern herrscht ein sehr freundliches Arbeitsklima und man spürt, dass die Leute gerne zur Arbeit kommen.

Was uns im Atelier auch sehr beeindruckt hat, war nicht nur die offene und hilfsbereite Umgangsweise mit uns, sondern auch wie die Kolleginnen und Kollegen sich untereinander verhielten. Es vermittelte sich uns hier wiklich der Eindruck eines starken Teams, das voneinander profitiert. Diese französische Offenheit und Gelassenheit hat uns förmlich in ihren Bann gezogen und am Ende unserer Praktikumszeit wünschten wir uns nichts sehnlicheres, als wieder dorthin zurückzukehren.

Dieser Traum erfüllte sich schließlich, als die Pariser Chefmaskenbildnerin im Juli 2010 als Gastprüferin zu unserer Bachelor-Prüfung anwesend war. Wir mochten unseren Ohren kaum glauben, als sie uns einlud, unseren Arbeitsweg bei ihr im Atelier zu beginnen.

Mit dem Jahresbeginn 2011 zogen wir also in ein neues Leben, das uns immer noch wie ein Traum vorkommt, aus dem wir nie erwachen wollen.

Da es in unserem "exotischen" Beruf viele unterschiedliche Herangehensweise gibt und wir in unserer Ausbildung die neuartigsten Techniken lernten, sind die Pariser Maskenbildner auch an unseren Techniken interessiert und es ist ein reger Austausch möglich. Zum Beispiel loben sie immer wieder die Feinheit und Natürlichkeit, mit der wir die Haare auf die Perückenmontur knüpfen. Dadurch werden ein großes Interesse an unserem Studium und der Theater-akademie allgemein geweckt, und wir haben schon einige französische Arbeitsanfänger nach München em-pfohlen. Wir können wirklich mit Stolz behaupten, dass unsere Ausbildung zum Maskenbildner in der Theaterakademie eine besondere und gute ist, denn das Lob, das wir von den Profis der Abteilung dafür ernten, bestätigt das.

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass es in Frankreich eine derartige Ausbildung wie die an unserer Bayerischen Theaterakademie August Everding nicht gibt. Selbst auf bundesweiter Ebene und international halten wir unsere Ausbildung für einzigartig.

Nicht nur, weil sie uns ein Leben ermöglicht hat, von dem wir nie zu träumen gewagt hätten. Diese Stadt hält sowohl beruflich sowie privat einfach alle Möglichkeiten bereit, sich weiterzuent-wickeln.

Seit dem Sommer 2011 arbeiten wir nicht nur in Paris, sondern sind auch auf den Salzburger Festspielen tätig, dem größten Opernfestival der Welt. Eine ebenso be-reichernde Erfahrung, die wir in unserem Lebenslauf nicht missen möchten.

Wir möchten uns von ganzen Herzen bei der Bayerischen Theaterakademie August Everding dafür bedanken, dass sie den Grundstein für all die bereichernden Lebenserfahrungen gelegt hat, die wir bisher sammeln durften.

Zusammenfassend möchten wir nun alle Studierenden dazu ermutigen, den Schritt ins Unbekannte zu wagen, auch wenn es zu Beginn nicht einfach ist. Es lohnt sich, um etwas zu kämpfen, denn nichts kann den Horizont so sehr erweitern, wie die Bereitschaft und Offenheit für das Neue.

Viele Grüße aus Paris!

 

nur eine transparente Linie
eMailImpressumSeitenanfang
nur eine transparente Linie