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Ausbildungskonzept

„So wie man zum Klavierüben ein Klavier braucht, braucht man zum Theaterüben ein Theater.“ Diese Maxime von Max Reinhardt diente dem Initiator und späteren Namensgeber der Bayerischen Theater­akademie, August Everding, als Impuls, um Anfang der 90er Jahre verantwortliche Politiker des Freistaates Bayern für die Gründung der Bayerischen Theaterakademie zu begeistern. Anders als in Amerika und einigen europäischen Ländern war die Ausbildung für den Bühnennachwuchs in Deutschland sehr hochschulmäßig, da sie für die einzelnen Bühnenberufe isoliert an unterschiedlichen Ausbildungsstätten erfolgte, ohne Verbindung zum Theater und ohne Möglichkeit eines „learning by doing“ in dieser sehr praxisbezogenen Kunstform.

Die Bayerische Theaterakademie wurde zum 1. September 1993 als eine Einrichtung des Freistaates Bayern gegründet. Sie setzt sich zum Ziel, in München bereits bestehende Ausbildungen für Bühnen-berufe wie Sänger, Regisseur und Bühnenbildner auf höchstes Niveau zu führen und neue Studiengänge wie Schauspiel, Dramaturgie, Lichtgestaltung, Musical, Kulturkritik und Maskenbild aufzubauen. Mittlerweile besitzt die Bayerische Theaterakademie die Funktion eines akademischen Lehrtheaters und versteht sich als Lehr- und Lerntheater. Als Kooperationsmodell konzipiert, ist die Theaterakademie keine eigenständige Hochschule. Die Studenten sind an ihren Ausbildungsinstituten immatrikuliert, werden aber für Spezialkurse und Seminare sowie für das Erarbeiten von Inszenierungen und Projekten und deren öffentliche Präsentation spartenübergreifend zusammengeführt. Die Studierenden erhalten hierbei die Möglichkeit, gemäß ihrem Ausbildungsstand und in Zusammenarbeit mit ihren Dozenten sowie mit Theater- und Filmprofis erste berufspraktische Erfahrungen zu sammeln. Somit fungiert die Theaterakademie als Dach, unter dem die Hochschule für Musik und Theater, die Ludwig-Maximilians-Universität, die Akademie der Bildenden Künste und die Hochschule für Fernsehen und Film gemeinsam mit den Bayerischen Staatstheatern – Bayerische Staatsoper, Staatstheater am Gärtnerplatz und Bayerisches Staatsschauspiel – den Bühnennachwuchs praxisnah auf das Berufsleben am Theater vorbereiten.
Kooperationen speziell im Bachelor-Studiengang Maskenbild bestehen mit der Akademie der Bildenden Künste (Projektarbeit der Studierenden) und mit der Hochschule für Fernsehen und Film (Filmprojekte). Obwohl das Berufsfeld Theater für viele Menschen sehr attraktiv ist, trägt die Bayerische Theater­akademie der kulturpolitischen Situation und ihrer voraussichtlichen Entwicklung Rechnung, indem die Zahl der Studienplätze begrenzt ist und nur die begabtesten Bewerber aufgenommen werden. Die kleinen Klassenstärken ermöglichen einen sehr persönlichen Kontakt von Studenten und Dozenten und die optimale Förderung der individuellen Begabungen.
Die Bayerische Theaterakademie verschreibt sich nicht einer bestimmten Methode. Die Studenten lernen im Verlauf ihrer Ausbildung viele, sehr unterschiedliche Größen ihres Berufes und der Theater- und Filmwelt kennen. Namhafte Künstler arbeiten in studiengangsübergreifenden Workshops mit den Studierenden und eröffnen ihnen dabei den Blick auf deren persönliche Ästhetik. In der Begegnung und in der Reibung mit den gegensätzlichen Anschauungen können die Studenten ihre eigene Persönlichkeit entfalten und ihre künstlerische Handschrift entwickeln.

 

 

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