MASTER-STUDIENGANG DRAMATURGIE: Ausbildung zur Dramaturgin / zum Dramaturgen für die Bühne (Sprech- und Musiktheater)
Leitung: Prof. Klaus Zehelein
Dramaturgie zu studieren heißt zuvörderst eine Entscheidung für eine zukünftige Theaterarbeit, die sich aber immer wieder infrage stellt im Bewusstsein, dass das Material, mit dem sie zu tun hat, sich jeglicher Eindeutigkeit widersetzt. Neben den pragmatischen Erfordernissen – die Redaktion und Herausgabe unterschiedlicher Publikationen wie Programmhefte, Monatsjournale, Plakate, Prospekte sowie die Arbeit mit der Öffentlichkeit durch Vorträge, Lesungen, Diskussionen – bestimmt sich dramaturgische Arbeit durch die Lust an der offenen Auseinandersetzung mit Texten oder Partituren und deren vielfältige Darstellungsmöglichkeiten. Sie ist wissenschaftliche Arbeit insoweit, als sie Fragen nach dem Text (oder der Partitur) stellt: In welcher Form ist er überliefert, ist er unverletzt, unverstellt, wie ihn der Autor hinterlassen hat, welche Spuren hat die Aufführungspraxis hinterlassen, welche analytischen Möglichkeiten eröffnen sich hinsichtlich seiner historischen, gesellschaftlichen, psychologischen Bedingungen etc. Dramaturgie ergreift damit die Chance, theoretische, intellektuelle Arbeit in die Praxis des Theaters zu überführen, an deren Beginn die Überprüfung des Standes eigener Forschung zusammen mit dem Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner und dem Dirigenten in einer sich annähernden Zusammenarbeit steht. Im Probenprozess erweitert sich der Diskurs, indem das Schauspiel- bzw. Sänger-Ensemble, Chor und Orchester, die Studienleitung, die Disposition bis hin zur Bühnentechnik einbezogen sind. Eingebunden in den Entstehungsprozess einer Aufführung wird das Außergewöhnliche und Einzigartige dieses Berufes sichtbar. Damit wird aber auch ein Spannungsfeld deutlich, da dramaturgische Arbeit nur vermittelt auf die Praxis, auf die Totale einer Aufführung zielt, die für Regie, Bühnenbild und für die musikalische Leitung von Beginn an der Zusammenarbeit gilt. Dramaturgie wird darüber hinaus mit den unterschiedlichsten Erwartungen, mit konvergierenden Traditionen, Erfahrungen und Interessen der am Arbeitsprozess Beteiligten sensibel umgehen, um sie produktiv in das gemeinsame Projekt einzubeziehen. Dramaturgie kann vom Lektorat über den Spielplan bis hin zur Produktion dem Theater Gestalt geben, indem sie in vielfältigen Diskursen die produktive Lust am gemeinsamen Entdecken des Fremden, des Anderen und Unabgesicherten wach hält. Die Chance des Theaters liegt ja in der Notwendigkeit dieser Arbeit an einer „kollektiven Ästhetik".
Prof. Klaus Zehelein
Der Masterstudiengang Dramaturgie
lehrt die grundlegenden Instrumentarien dramaturgischer Arbeit, deren Anwendung in den Praxisanteilen des Studiums erfolgt. Der Studiengang vermittelt entscheidende Kenntnisse über das Theater der Gegenwart und das Repertoiretheater, seine Geschichte und Theorie. Die Studierenden erwerben detailliertes Fachwissen der Theaterwissenschaft und setzen diese Kenntnisse mit adäquaten Fachmethoden in selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten um. Die theoretische Arbeit überführen sie im Rahmen von unterschiedlichen Formen der Projektarbeit und im Rahmen produktionsdramaturgischer Tätigkeit direkt in die Praxis des Theaters. Der Erwerb fächerübergreifender Fähigkeiten erfolgt im Studiengang sowohl auf theoretischer Ebene in Bezug auf die Beschäftigung mit interdisziplinärer Kunst- und Medienwissenschaft als auch auf praktischer Ebene, zeichnet sich der Produktionsprozess Theater doch grundsätzlich durch die Kooperation von Künstlern aus unterschiedlichen Disziplinen und Fachbereichen und somit gewissermaßen durch den Dialog zwischen den Künsten aus.
Voraussetzung
Bewerber nehmen an einem Eignungsverfahren teil. Formale Voraussetzung für den Masterstudiengang Dramaturgie sind ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss aus dem Inland oder Ausland aus den Bereichen Regie, Schauspiel, Gesang, Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft, Medienwissenschaft oder einem anderen verwandten Fach (insbesondere Philologien, Kunstwissenschaften, Philosophie, Soziologie). Voraussetzung sind außerdem praktische Erfahrungen im Berufsfeld der Dramaturgie von in der Regel insgesamt mindestens zwei Monaten Dauer. Zu Beginn des Studiums müssen die Studierenden ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen.Zusätzlich müssen die Studierenden an einem Eignungsverfahren teilnehmen.
1. Stufe: schriftlicher Antrag auf das Eignungsverfahren
Der Antrag auf Bewerbung zum Eignungsverfahren ist für das jeweils folgende Wintersemester bis zum 15. Juni bei der Theaterwissenschaft München einzureichen (Ausschlussfrist). Die Unterlagen gehen an folgende Postadresse:
LMU – Theaterwissenschaft München
Bewerbung Dramaturgie
Georgenstr. 11
80799 München
Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:
· ein tabellarischer Lebenslauf mit Foto als Grundlage für das Auswahlgespräch
· eine Kopie des Abschlusszeugnisses aus dem Erststudium, gegebenenfalls mit amtlicher Übersetzung zum Beleg der im Erstsudium erbrachten Inhalte. Sollte dieses Zeugnis noch nicht ausgestellt sein, ist ein „Transcript of Records" nach dem Leistungsstand des vollendeten 5. Fachsemesters, das sich aus den im Erststudium bis zum Zeitpunkt der Bewerbung erbrachten Prüfungsleistungen zusammensetzt, nachzuweisen.
· Kopie der schriftlich vorliegenden Abschlussarbeit aus dem Erststudium bzw. die Dokumentation von nicht schriftlich fixierten, künstlerischen Abschlussarbeiten (DVD, CD, Kritiken, Referenzen o. ä.), um einen Eindruck über das Niveau der Auseinandersetzung mit dramaturgischen Themen zu erhalten. Sollten diese noch nicht vorliegen, ist eine im bisherigen Studium erstellte schriftliche Abschlussarbeit als Kopie bzw. die Dokumentation von nicht schriftlich fixierten, künstlerischen Abschlussarbeiten im bisherigen Stadium (DVD, CD, Kritiken, Referenzen ö. ä.) einzureichen;.
· der Nachweis über praktische Erfahrungen im Arbeitsfeld der Dramaturgie von in der Regel insgesamt mindestens zwei Monaten Dauer.
· ein Aufsatz im Umfang von maximal sechs Seiten mit der Analyse eines Schauspiels bzw. einer Oper (jeweils die schriftlichen Vorlagen, keine Inszenierungen!) nach Wahl. Diese Analyse versteht sich als dramaturgische Vorarbeit für eine inszenatorische Umsetzung des gewählten Stückes und soll vor dem Hintergrund der praktischen Erfahrung der Bewerberin oder des Bewerbers Anlass und Eignung für ein vertiefes wissenschaftliches Studium der Dramaturgie vermitteln
· Erklärung, dass die vorgelegten Arbeiten selbstständig angefertigt wurden.
Gebeten wird außerdem um zwei ausreichend frankierte und mit der eigenen Adresse versehene Rückumschläge (ein Rückumschlag als Standardbrief, ein Rückumschlag als Großbrief).
Master-Studiengang der Ludwig-Maximilians-Universität München
2. Stufe: Auswahlgespräch
Das Eignungsverfahren bestehend aus einem mündlichen Leistungstest von 15 – 30 Minuten Dauer, dessen Gegenstand eine dramaturgische Fragestellung aus den Bereichen Schauspiel oder Musiktheater ist. Die Fragestellung wird der Bewerberin oder dem Bewerber bei der schriftlichen Ladung mitgeteilt.
Ausländische Studierende sind bei Nachweis über ausreichende Deutschkenntnisse ausdrücklich eingeladen, am Eignungsverfahren teilzunehmen.
Ein erfolgloses Eignungsfeststellungsverfahren kann einmalig wiederholt werden, jedoch nicht früher als zum nächsten Einschreibtermin. Eine weitere Wiederholung ist ausgeschlossen.
Studiengebühren
€ 500 pro Semester zzgl. Grundbeitrag € 42
(Ludwig-Maximilians-Universität)
Zulassung
Die Aufnahme des Studiums ist nur im Wintersemster möglich. Für die Aufnahme in den Masterstudiengang Dramaturgie ist die Teilnahme an einem Eignungsverfahren erforderlich.
Eignungsprüfung
Ende des Sommersemsters 2011
Studiendauer
4 Semester
Beginn des Studiums
Jährlich zum Wintersemester
Abschluss
Master of Arts, M.A



