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Die Stadt der Blinden

Ein Theaterstück in einer Textfassung von Claudia Grehn nach dem Roman von José Saramago

Welturaufführung zur Wiedereröffnung der Reaktorhalle
Premiere: Sa, 22.11.2008 20 Uhr
Weitere Termine: Do, 27.11 und So, 30.11 jeweils 20 Uhr
Reaktorhalle, Luisenstr. 37a

Bayerische Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München mit dem Studiengang Regie (Leitung: Prof. Cornel Franz)

Inszenierung: Moritz Schönecker
Musik: Joachim Schönecker, Felix Lange
Bühne: Benjamin Schönecker
Video: Peer Engelbracht
Kostüme: Veronika Bleffert
Dramaturgie: Antonia Beermann, Jonas Zipf
Roduktionsleitung: Julia Huber

Mit: Isa Weiß, Dimitrij Schaad, Julius Bornmann, Benjamin Mährlein, Sonja Beck, Stefan Lewetz, Julia Kunze

Zunächst ist es nur ein Einzelfall. Ein Autofahrer erblindet von einem Moment auf den anderen, die Ursache bleibt unklar. Den freundlichen Helfer ereilt kurz darauf das gleiche Schicksal. Wie eine Seuche breitet sich die Blindheit in der ganzen Stadt aus. Um die Ausbreitung der rätselhaften Epidemie einzudämmen, ordnet der Staatsapparat brutale Quarantänemaßnahmen an. Schließlich werden die Erblindeten sich selbst überlassen. José Saramagos gedankliches Experiment stellt die Bewohner der „Stadt der Blinden" vor fast unlösbare Aufgaben. Im Ausnahmezustand wird schnell klar, wie hauchdünn die Schicht der menschlichen Zivilisation ist: Alle Regeln scheinen außer Kraft gesetzt, jeder ist sich selbst der Nächste. Die einzige Chance, zu überleben, besteht darin, aufzubrechen und sich in kleinen Gruppen zu organisieren…

Die Parabel von der „Stadt der Blinden" brachte dem portugiesischen Schriftsteller José Saramago 1998 den Literaturnobelpreis - jetzt wird sie in der Bearbeitung der Kleist-Preis-Trägerin Claudia Grehn welturaufgeführt. Der Regiestudent Moritz Schönecker erarbeitet zur Wiedereröffnung der renovierten Reaktorhalle in der Luisenstraße seine Diplominszenierung,

die das Gedankenspiel von einer plötzlichen kollektiven Blindheit theatral erforscht und nach seinen Konsequenzen fragt. Sieben Schauspieler und zwei Musiker sind gleichzeitig Leiter und Probanden dieses Experimentes. Sie folgen Saramagos Figuren in diesem Verwirrspiel der Wahrnehmung durch ein apokalyptisches Szenario in eine Welt, in der eigentlich alles nach den Gesetzen der Vernunft läuft: einer blinden Vernunft, die sich an ihre ethische Funktion nicht mehr erinnert.

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