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Die Verlobung in St. Domingo

nach einer Novelle von Heinrich von Kleist

Premiere am Samstag, 2. Februar 2008, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen: 3., 9. und 10. Februar 2008, 20 Uhr
Akademietheater im Prinzregententheater
Werkeinführung 19.15 Uhr im Akademietheater West

Inszenierung: Tobias Kratzer, Bühne und Kostüm: Rainer Sellmaier,
Dramaturgie: Margareta Klein

Congo Hoango: Raffaele Bonazza
Babekan: Barbara Böhler
Toni: Andrea Hintermaier
Gustav von der Ried: Benjamin Hille
Herr Strömli: Sven Hussock

Bayerische Theaterakademie und Hochschule für Musik und Theater München mit dem 4. Jahrgang Studiengang Regie (Leitung: Prof. Cornel Franz)

 

Anfangs des 19. Jahrhunderts kommt es auf St. Domingo, dem heutigen Haiti, zum ersten erfolgreichen Sklavenaufstand der Weltgeschichte. In einem blutigen Befreiungskrieg kämpft die schwarze Bevölkerung um ihre Menschenrechte, die Abschaffung der Sklaverei und die Befreiung von der französischen Kolonialmacht. Vergebens schickt Napoleon Bonaparte seine Truppen auf die Insel, um den Aufstand niederzuwerfen. St. Domingo wird zur ersten unabhängigen von Schwarzen gegründeten Republik.

Nur wenige Jahre später greift der junge Heinrich von Kleist diese Ereignisse in seiner Erzählung Die Verlobung in St. Domingo auf.

Congo Hoango ist einer jener Schwarzen, die mit äußerster Härte gegen ihre ehemaligen Herren vorgehen. Ausgerechnet in seinem Haus sucht der weiße Offizier Gustav nach Helfern, die ihn bei seiner Flucht von der Insel unterstützen. In der Mulattin Babekan, die ein doppeltes Spiel mit dem Vertrauen des Fremden treibt, findet er nur scheinbare Hilfe – in ihrer Tochter Toni dagegen eine neue Liebe. Allgemeine Rassenvorurteile und persönlicher Hass verknüpfen sich mit Misstrauen und Gleichgültigkeit zu einem Netz von Gefahren. Toni und Gustav kämpfen verzweifelt um Rettung.

Das Recht auf eine eigene Geschichte steht im Zentrum der Bühnenfassung, die für die Inszenierung der Bayerischen Theaterakademie entsteht. Anstelle eines allwissenden Erzählers schildern die Figuren das Geschehen. Selbst zu erzählen und erzählt zu werden ist die Gemeinsamkeit, die sie verbindet. Aber was geschieht mit einer Geschichte, wenn sie nicht mehr von einer, sondern von fünf Personen wiedergegeben wird? Welcher Perspektive soll man glauben?

 

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