Die Pilger von Mekka
Oper von Christoph Willibald Gluck (Uraufführung 1764)
Premiere I: 16. Februar 2008, 19:30 Uhr
Premiere II: 19. Februar 2008, 19:30 Uhr
Weitere Vorstellungen: 24. und 27. Februar 2008, jeweils 19:30 Uhr
Großes Haus
Werkeinführung 18.45 Uhr im Gartensaal
Musikalische Leitung; Alexander Liebreich, Inszenierung: Vera Nemirova, Bühne und Kostüme: Klaus Werner Noack, Dramaturgie: Lucas Reuter, Münchener Kammerorchester
Rezia, Favoritin des Sultans: Arantza Ezenarro, Guibee Yang
Dardané, Dienerin der Rezia: Sybille Diethelm, Lusi Yang
Amine, Dienerin der Rezia: Brigitte Bayer, Katja Stuber
Balkis, Dienerin der Rezia Nohad Becker a. G*., Theresa Holzhauser
Ali, Prinz von Balsora: Tobias Haaks, Jun Ho You
Osmin, Diener des Ali: Michael Berner a.G., Sebastian Schmid a. G.* *
Vertigo, ein französischer Maler: Andreas Burkhart, Hirotaka Nakamoto
Calender: Christian Eberl, Giorgeos Kanaris
Karawanenführer: Michael Hartinger, Florian Soyka ****
Achmed, Sultan von Ägypten: Anton Leiß-Huber, Marc Megele
Mann 1: Sebastian Strehler
Mann 2: Julian Luczakowski
Die Maler: Melanie Glanzmann, Nasri Niyousha, Florian Zeughan***
* Studentin der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen
** Student der Hochschule für Musik Augsburg
*** Studierende des Bachelor-Studiengangs Maskenbild
**** Studierende des Studiengangs Musical
Bayerische Theaterakademie und Hochschule für Musik und Theater München mit dem Studiengang Gesang / Musiktheater In Kooperation mit dem Staatstheater Nürnberg
Christoph Willibald Glucks unter dem Titel „La recontre imprevué" („Die unvermittelte Begegnung") 1764 im Wiener Burgtheater uraufgeführte opéra comique bedeutet ohne Zweifel auch den Höhepunkt dieses jungen Genres im 18. Jahrhundert. Die deutsche Fassung „Die Pilger von Mekka" von 1780, die erstmals wieder zu hören sein wird, fand – ebenfalls in Wien – die Zustimmung des Komponisten. Dass Mozart Glucks Werk kannte und schätzte, wird nicht zuletzt durch die Anleihen, die er für seine „Entführung aus dem Serail" genommen hat, deutlich (das Lied „Unser lieber Pöbel meint…" aus den „Pilgern von Mekka" ist das Thema der späten Klaviervariationen KV 455).
Die Handlung der „Pilger von Mekka" weist klare Parallelen zur späteren „Entführung" auf: Osmin ist mit seinem Herrn, dem Prinzen Ali, auf der Suche nach dessen Gattin Rezia, die von Seeräubern entführt wurde, nach Kairo gelangt. Damit beginnt eine verrückte und verwickelte Geschichte, in der schließlich Ali seine Rezia im Serail des Sultans von Ägypten wieder findet und beide als Mekka-Pilger die Flucht wagen. Durch Verrat entdeckt, will der Sultan sie zum Tode verurteilen. Als er aber vom Schicksal und der edlen Herkunft der getrennten und wieder gefundenen Gatten erfährt, verzeiht er großmütig die geplante Entführung Rezias und schenkt beiden die Freiheit.
Glucks Komposition ist überaus reich an unterschiedlichen stilistischen Ausformulierungen: vom einfachen vaudevilleartigen Lied bis hin zur ironischen Paraphrasierung des traditionellen Arientyps der opéra séria, vom volkstümlichen, schlichten Ausdruck für Osmin bis hin zu einem lyrisch empfindsamen Stil für die Liebenden entfaltet er ein musiktheatralisches Gewebe, das die Behauptung rechtfertigt, Gluck habe den „entscheidenden Beitrag zur Emanzipation der noch jungen Gattung opéra comique geleistet, ein Beitrag, der seinen Reformleistungen auf dem Gebiet der opéra séria durchaus zur Seite gestellt werden kann." (Rainer Franke)
Zum ersten Mal ist das Münchener Kammerorchester unter der musikalischen Leitung von Alexander Liebreich Kooperationspartner in einer Musiktheater-Produktion der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater München. Alexander Liebreich zählt wegen seiner spannungsvollen Programmatik zwischen Barock und neuer Musik zur innovativen Dirigentengeneration. Die junge Regisseurin Vera Nemirova machte mit ihren Inszenierungen u.a. am Freiburger Theater (2003, Carmen), der Deutschen Oper Berlin (2004, Das Mädchen aus dem goldenen Westen), der Oper Frankfurt (2007, Tannhäuser) und der Wiener Staatsoper (2007, Pique Dame) auf sich aufmerksam und gilt als eines der neuen Regietalente des Musiktheaters. Für Bühnenbild und Kostüme zeichnet Hans Werner Noack verantwortlich.




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