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Die Nacht

von Einar Schleef/Gabriele Gerecke/Bertrand Sauvat
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere: 24.06.2008, 19:30 Uhr
Weitere Vorstellungen: 28. Juni, 1., 3. und 5. Juli 2008, jeweils 19:30 Uhr
Großes Haus
Werkeinführung 18.45 Uhr im Gartensaal

 Musikalische Leitung: Christoph Hammer
Inszenierung und Bühnenbild: Anna Viebrock
Kostüme: Dorothee Curio
Dramaturgie: Laura Schmidt, Malte Ubenauf
Kammerensemble der Neuen Hofkapelle München

Mit Anna Borchers, Miriam Clark, Giorgos Kanaris, Tomo Matsubara, Anja Müllich, Tareq Nazmi, Roland Schneider; Robert Augustin, Hendrikje Bartett, Philipp Börner, Gisa Flake, Marian Kindermann, Bettina Lieder, Natalia Rudziewicz, Felix Steinhardt, Luise Weiß

Bayerische Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München mit den Studiengängen Gesang/Musiktheater und Schauspiel (2. Jahrgang) in Koproduktion mit der RuhrTriennale 2008

Als deutsche Erstaufführung zeigen die Bayerische Theaterakademie August Everding und die Hochschule für Musik und Theater München als Koproduktion mit der Ruhr-Triennale ab Dienstag, 24. Juni 2008 im Münchener Prinzregententheater Die Nacht  von Einar Schleef, Gabriele Gerecke und Bertrand Sauvat mit Vokal- und Instrumentalwerken von Wolfgang Amadeus Mozart.  Zum ersten Mal nach der Uraufführung beim Spoleto Festival 1987 in Italien wird dieses rätselhafte, vielleicht ungewöhnlichste Werk des Musiktheaters wieder zu erleben sein.    

 

Der 1944 im sachsen-anhaltinischen Sangerhausen geborene und 2001 in Berlin verstorbene Einar Schleef, Autor, Regisseur, Maler und Fotograf, hat Die Nacht  in mehrjähriger Arbeit gemeinsam mit seinem Freund Bertrand Sauvat und seiner Lebensgefährtin Gabriele Gerecke entwickelt. Die Nacht ist ein literarisches Szenario über nächtliche Begegnungen von Gefährde­ten und Verängstigten, von Verliebten, Betrunkenen und Enttäuschten, ein Text, in dem Schleef seine ver­traute Erzählstimme verschleiert, der keine Monologe und Dialoge kennt. Einar Schleef traf die Entschei­dung, dass Die Nacht vor allem eins sein sollte: eine von ihm strukturierte Abfolge von Kompositionen Wolf­gang Amadeus Mozarts. Mehr als siebzig Werke suchte er aus und wählte vor allem unbe­kannte, unvollendete und derbe Chöre, Kanons und Lieder. Vokalmusik, weit außerhalb des hochkulturellen Bereichs, die von alltäglichen Erfahrungen berichtet, von Wut und Anstrengung, Müdigkeit und den trügeri­schen Hoffnungen einer nicht privilegierten Gesellschaft. Darunter sind Lieder wie „Das Traumbild“, das Nocturne „Luci care, luci belle“ oder der Kanon „O du eselhafter Martin“, aber auch Instrumentalstücke wie ein „Kleiner Trauermarsch“, „Sechs ländlerische Tänze“ und Fragmente. Eine locker gefügte und heterogene Partitur, mit melancholisch-schmerzvollen, derben und fröhlichen Tönen: Versprengte Musik für versprengte Menschen.

 

Die Nacht wirft viele Fragen zur konzeptionellen Herangehensweise auf. So ist die Zuordnung des Textes zu den Musiknummern nicht eindeutig. Die Offenheit des Materials, das Streichungen und Neuordnungen durchaus zulässt, ja sogar zu fordern scheint, verlangt nicht nur nach einer Interpretation, sondern auch nach einer Definition: Begreift man das vorliegende Material als fertiges Stück oder als Aufforderung, ein Stück herzustellen? Thematisiert man ein denkbares Spannungsfeld zwischen Mozartscher Innigkeit und Schleefscher Monumentalität? Was ist an diesem Projekt überhaupt Schleef? Inwiefern bestehen Möglichkeiten, einen Abend nicht nur von Schleef, sondern auch über Schleef zu gestalten?

 

Christoph Hammer, der mit der Neuen Hofkapelle München bereits zahlreiche Produktionen der Bayerischen Theaterakademie leitete, zuletzt Reinhard Keisers Barockoper Fredegunda, übernimmt auch bei diesem Projekt mit dem Kammerensemble der Neuen Hofkapelle München die musikalische Leitung. Die Regisseurin und Büh­nenbildnerin Anna Viebrock erarbeitet die Inszenierung mit Studierenden der Studien­gänge Gesang/Musiktheater (Leitung: Prof. Daphne Evangelatos) und Schauspiel (Leitung: Prof. Jochen Schölch). Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihre Kostüm- und Bühnenbilder und machte in den letzten Jahren auch mit Inszenierungen wie Geschwister Tanner (Schauspielhaus Zürich, 2004), Ariane et Barbe Bleu (Opéra Nationale de Paris, 2007) oder Doubleface oder Die Innenseite des Mantels (Theater Basel, 2008) auf sich aufmerksam. Die Kostüme entwirft Dorothee Curio.

 

Zum Auftakt der Produktion besuchte das Ensemble Spuren suchend Schleefs Geburtsort Sangerhausen und eine Ausstellung mit dem bildnerischen Werk Schleefs in Halle (noch bis 20. Juli 2008 zu sehen), um so neben der Lektüre seiner Texte weitere Zugänge zu der komplexen Persönlichkeit dieses vielbegabten Künstlers zu finden. Aus der intensiven Beschäftigung mit dem Oeuvre Schleefs und in der Begegnung mit der Musik Mozarts entwickelt Anna Viebrock mit den 25 mitwirkenden Sängern, Schauspielern und Musikern während des Probenprozesses aus Schleefs Texten immer wieder neue szenische Situationen.       

Die Nacht ist eine Koproduktion mit der RuhrTriennale wird am 26., 27., 29. und 30. September 2008 im Salzlager Essen gezeigt.

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