Sieben Türen. Bagatellen
Schauspiel von Botho Strauß
19. - 22. Juni 2007, Jeweils 20 Uhr
Akademietheater im Prinzregententheater
Werkeinführung 19.15 Akademietheater-Ost
Bayerische Theaterakademie / Hochschule für Musik und Theater / 3. Jahrgang des Studiengangs Schauspiel
Inszenierung; Mario Andersen; Bühne: Jörg Brombacher; Kostüme: Adriana Taratufolo; Dramaturgie: Brit Ullrich; Musik: Martin Lutz
Mit: Franziska Beyer, Katharina Hauter, Lea Kohns, Henriette Schmidt, Annika Ullmann, Raffaele Bonazza, Sven Hussock, Philipp Moschitz, Tristan Seith, Pablo Sprungala, Sebastian Winkler.
Sieben Türen. Bagatellen in der Inszenierung von Mario Andersen ist die nächste Neuproduktion des Studiengangs Schauspiel (3. Jahrgang, Leitung: Prof. Jochen Schölch) der Bayerischen Theaterakademie 'August Everding' in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater München. Premiere ist am 18. April 2007 im Akademietheater des Prinzregententheaters. Die Produktion wird auch beim diesjährigen Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender vom 24. Juni bis 1. Juli 2007 in Salzburg gezeigt.
Botho Strauß, einer der wichtigsten deutschen Gegenwartsautoren, beschreibt in seinen 1988 in Stockholm uraufgeführten „Sieben Türen. Bagatellen" den alltäglichen Wahnsinn unserer Zeit:
Ein Mann, der ein Groupie vor seinem Idol rettet.
Eine Ehe, die auf der Kippe steht.
Ein Hausbesitzer, der seinen Besitz nicht kennt.
Zwei Kundinnen, die nichts kaufen wollen.
Ein Parkwächter, der bewacht und bewacht wird.
Ein Nichts, das nicht Nichts ist.
Die Szenen stehen nicht nur unabhängig nebeneinander, der Text wechselt abrupt die Genres, jongliert mit Stilmitteln und Strukturen, führt Gegensätzliches zusammen, verweist auf Mythen, Redensarten und andere Werke, reicht von tiefsinnig bis platt, und wird mit zunehmender Absurdität immer komischer.
Und schließlich fragt man sich, was diese Bagatellen, diese unbedeutenden Kleinigkeiten, zu bedeuten haben. Entspringen die sieben Türen Dantes „Göttlicher Komödie" und führen von der Vorhölle ins Paradies? Weisen sie unterschiedliche Wege in die Zukunft á la „Lola rennt"? Oder zeigen sie uns, dass die Welt nur im Kopf entsteht und jegliche Einheit konstruiert ist?
Auf der Suche nach dem System, einem Schema, in das man den Text einordnen könnte, eröffnet sich einem eine Vielzahl an Interpretationsmöglichkeiten, aber keine Gesamtlösung. Zuletzt findet man sich scheinbar wieder am Ausgangspunkt, nämlich bei jenen Zeilen, die der Autor dem Drama voran gestellt hat:
„Das könnte das wahre Ende bedeuten: die Ausgänge hoffnungslos in der Überzahl! Nicht ein freier Ausgang, sondern eine Serie von gleichen freien Ausgängen, die uns keine Chance lassen, den einzig richtigen Weg einzuschlagen. Angesichts der erbrochenen Geheimnisse – angesichts einer Arena von halb offenen, lockenden Türen ist Sitzenbleiben die beschlossenste Sache der Welt.




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