La Traviata
Melodramma in drei Akten
Libretto von Francesco Maria Piave nach Alexandre Dumas d.J.
Premiere am Freitag, 15. Dezember, 20 Uhr
Weitere Vorstellung: 17. Dezember, 20 Uhr
Reaktorhalle, Luisenstr. 37a
Musikalische Leitung: Martin Wettges; Inszenierung: Tobias Kratzer; Bühne und Kostüme: Rainer Sellmaier; Dramaturgie: Friederike Kampmann; Chorleitung: Christian Meister; Arcis-Ensemble
Violetta Valery: Anne Bredow; Flora Bervoix: Josette Micheler; Annina: Katrin Weiher; Alfredo Germont: Fabian Martino; Giorgio Germont:Felipe Peiro; Gastone: Florian Richter; Baron Douphol: Alejandro Araiza; Marchese d´Obigny: Conrad Hofer; Dottore Grenvil: Hans-Beat Hadorn sowie Lena Krylov, Carolin Graml und Nadin Gürtler
Chor: Magdalena Blank, Maria Dufter, Carolin Graml, Magdalena Kleber, Aline Lettow, Claudia Mundi, Elisabeth Scholz, Eva Summerer, Julia Wende; Attilio Glaser, Christian Hailer, Michael Köhler, Rudolf Laué, Christian Meister, Andreas Schirm, Christopher Verworner
Violetta Valery, die vom Weg Abgekommene („La Traviata"), zählt zu den berühmtesten Todesfällen der Operngeschichte. Dabei benennt das Stück selbst erst im letzten Akt jene Krankheit, an der seine Titelheldin so effektsicher wie zwangsläufig dahinsiecht: „la tisi", die Lungenschwindsucht. Diese Krankengeschichte ist aber nur eine von mehreren Tragödien, die das Stück erzählt. Liest man die Oper genau, ergibt sich kein zwingender Bogen, der von der tragischen Liebesgeschichte Violettas und Alfredos zum Tod der Titelheldin führt. Vielmehr folgt das ganze Werk einer Dramaturgie der Auslassungen. Welcher Entschluss liegt wirklich zwischen Violettas Gier nach Leben am Ende des I. Aktes und ihrem Rückzug aufs Land, der zu Beginn des II. Aktes stattgefunden hat? Was verbindet sie mit dem immer wieder auftauchenden Baron? Und wo, außer in den Unterstellungen dritter, äußert sich in der Oper überhaupt die viel beschworene ‚Verworfenheit‘ der Traviata?
Nicht nur die scheinbare Zwangsläufigkeit des Endes, sondern der gesamte Handlungsverlauf scheint auf einem System stillschweigender Vorvereinbarungen mit dem Publikum zu basieren. Das Werk wiederholt damit in seinen Wirkungsmechanismen, was es innerhalb der Handlungsfiktion kritisiert: es verfügt gleichsam von außen über das Schicksal seiner Titelheldin. Die Inszenierung der Bayerischen Theaterakademie zieht daraus ihre Konsequenzen und zeigt Verdis melodramma als einen Zyklus von vier Kurzopern, in deren Zentrum die jeweils selbe Frage steht: Woran stirbt Violetta?
Bayerische Theaterakademie / Hochschule für Musik und Theater München / 3. Jahrgang Studiengang Regie




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