Das Wundertheater, Ein Landarzt, Das Ende einer Welt
Premiere: 17.11.2006, 20Uhr
Weitere Vorstellungen: 18., 27. und 29.11.2006, 20 Uhr
Jugendkonzerte des BR: 23. (11 Uhr) und 24.11.2006 (11 Uhr)
Prinzregententheater
Musikalische Leitung Ulf Schirmer
Inszenierung Christof Nel
Szenische Analyse Martina Jochem
Bühnenbild und Kostüme Marc Weeger und Silke Willrett
Dramaturgie Barbara Scherm und Heiko Voss
Münchner Rundfunkorchester
Das Wundertheater / Ein Landarzt / Das Ende einer Welt
Ensemble / Landarzt 2 / Maggiordomo: Andreas Burkhart
Gobernadór / Vater / Ensemble: Sebastian Campione
Juan Castrado / Landarzt 1 / Ensemble: Christian Eberl
Chanfalla / Landarzt 3 / Ensemble: Tobias Haaks
Ensemble / Mutter / Marchesa Montetristo: Stephanie Hampl
Teresa / Rosa / Ensemble: Angelika Huber
Knirps / Pferdeknecht / Ensemble: Anton Leiß-Huber
Fourier / Patient / Herr Fallersleben: Sebastian Schmid a. G.*
Chirinos / Ensemble / Ensemble: Vera Semieniuk
Ensemble / Ensemble / Signora Sgambati: Maria Sushanskyy
Pedro Capacho / Ensemble / Die Dombrowska: Markus Vollberg a. G.
Benito Repollo / Ensemble / Prof. Kuntz-Sartori: Tomi Wendt a. G.*
Ensemble / Landarzt 4 / Golch: Johannes Wimmer a. G.
Juana Castrada / Tochter / Ensemble: Lusi Yang
* Studenten der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg / Abteilung Augsburg
Henze bearbeitete Anfang der 60er Jahre seine Funk-Opern »Ein Landarzt« (nach Franz Kafka) und »Das Ende einer Welt« (nach Wolfgang Hildesheimer) für die Bühne. Zur Trilogie komplettiert werden sie durch Henzes erstes szenisches Musiktheaterwerk »Das Wundertheater« (nach Cervantes) in der zweiten Fassung von 1964. Durch die Produktion der Bayerischen Theaterakademie erfahren die Werke in dieser Zusammenstellung ihre Münchner Erstaufführung
Bayerische Theaterakademie, Hochschule für Musik und Theater, Studiengang Gesang/Musiktheater, Bayerischer Rundfunk
Mit der Henze-Trilogie beginnt die Kooperation der Bayerischen Theaterakademie mit dem Münchner Rundfunkorchester. Die drei Einakter werden auch im Jahresprogramm des Münchner Rundfunkorchesters in der neuen Reihe „Klassik zum Staunen" gespielt. Chefdirigent Ulf Schirmer wird die musikalische Einstudierung und die Leitung der Aufführungen übernehmen.
Erstmals arbeitet bei dieser Produktion der Regisseur Christof Nel mit Studierenden der Bayerischen Theaterakademie. Nel, der die Beziehungsgeflechte zwischen den Figuren der von ihm inszenierten Werke aufs Genaueste analysiert und sie in eine packende szenische Sprache zu übersetzen vermag, hat in München zuletzt mit der Inszenierung von Karl Amadeus Hartmanns „Simplicius Simplicissimus" an der Staatsoper Stuttgart beeindruckt. Zur Eröffnung der Münchner Opernfestspiele 2005 gastierte die Produktion im Prinzregententheater. Sie wurde von ARTE, dem SWR und dem BR aufgezeichnet und erscheint in den nächsten Monaten als DVD in der ARTE-Edition bei Arthaus. Weitere herausragende Arbeiten schließen „Die Walküre" im Stuttgarter „Ring des Nibelungen", Luigi Nonos „Intollearnza 1960" von Luigi Nono in Stuttgart, „Die Frau ohne Schatten" an der Oper Frankfurt oder „Die Bakchen" von Paul Schrott nach Euripides am Schauspiel Frankfurt ein. Die Henze-Einakter werden nicht als jeweils abgeschlossene Einzelwerke aufgeführt werden, sondern miteinander verbunden ohne Pause durcherzählt.
Henze, der die drei Einakter im Alter zwischen 22 und 27 Jahren komponierte, setzt sich darin mit der von ihm selbst traumatisch erlebten Kriegs- und Nachkriegszeit auseinander. Anders als viele Literaten seiner Zeit verarbeitet er die Vergangenheit jedoch leise und schreit die Wut darüber nicht hinaus. Er verwendet zwölftöniges Material, lässt dabei aber auch immer wieder eine schmerzhafte Tonalität anklingen.
Die drei frühen Einakter sind seit langem aus den Spielplänen der Opernhäuser verschwunden. Die Aufführungen der Bayerischen Theaterakademie im Prinzregententheater sollen diese selten gespielten Kammeropern wieder neu ins Bewusstsein bringen.




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