Lear
Text von William Shakespeare
in der Übersetzung von Borkmeyer
Premiere: Samstag, 18. Februar 2006, 20.00 Uhr
Weitere Vorstellung:19. Februar 2005, 20.00 Uhr
Akademietheater im Prinzregententheater
Inszenierung: Nora Bussenius
Ausstattung: Anna Schölß, Clea Stracke
Dramaturgie: Gösta Fischer, Karoline Wernicke
Licht: Michael Bauer
Maske: Studiengang Maskenbild
Lear: Uwe Schmieder
Kent: Matthias Friedrich
Narr:Annika Ullmann
Edgar / Tom: Andreas Thiele
Goneril: Kathrin von Steinburg
Regan: Franziska Beyer
Cordelia: Birthe Wolter
Oswald: Golo Euler
Albany: Norman Sonnleitner
Cornwall: Jörn Kolpe
Edelmann: Sergeij Ivanov
Frankreich: Nathanael Schaer
Burgund: Jonathan Müller
Arzt: Felix Schepp
Edmund: Florian Claus
Produktion der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater / 3. Jahrgang des Studiengangs Regie
Als Lear am Weihnachtsabend in den Kreis seiner Nächsten tritt, glaubt er sich geachtet und geliebt. Im Spiegel des festlichen Zeremoniells sieht der Vaterkönig seine Ehrwürdigkeit hell erstrahlen. Drei gehorsame Töchter überbieten sich in Fürsorge, die Untergebenen wetteifern um seine Gunst. Er bemerkt nicht die Blicke, die nur kostbare Stoffe über dürren Gliedern sehen, teures Mobiliar unter einem müden Leib. Eingehüllt in zärtliche Gesten, verlockende Düfte und allerlei Geglitzer spürt Lear nichts von der untergründigen Kraft, die seine Existenz zermahlt. Reichten seine Augen hinter Dienstbarkeit und Schmeicheleien, sähe er sich nackt, elend und vergessen, sähe sich aus der Mitte seines Universums geschleudert und ziellos durch die Kälte treiben. Seine Würde, einst eine machtvolle Stimme, flüstert nur noch zu ihm selbst, wie ein Gerücht aus fernen Zeiten. Papa Lear, ein Tyrann ohne Zähne mit getrübtem Geist, voller Angst, der Welt verloren zu gehen, kämpft trotzig um die letzten Fasern seines Selbst. Unmöglich! Unmöglich, dass man ihn, das Gefäß der göttlichen Weisheit, je fallen ließe. Jeder Zoll ein König: Wenn er starrt, sieh, wie die Untertanen zittern! Ihre Undankbarkeit würde durch Naturgewalt gesühnt, sein Unglück im Himmel widerhallen und als richtender Sturm über die Erde fegen.




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