Last Minute. Sommergäste
Schauspiel von Maxim Gorki
Premiere: Samstag, 29. Oktober 2005, 20.00 Uhr
31. Oktober, 20.00 Uhr
Inszenierung: Balász Várnai
Dramaturgie: Ann Christin Focke
Bühnenbild: Lena Gätjens
Kostüme: Christina Vogel
Licht: Michael Bauer
Maske: Studiengang Maskenbild
Bassow: Kaan Satik
Warwara: Sarah Schmidbauer
Suslow: Ulrich Walljasper
Julia: Nathalie Schott
Dudakow: Christoph Pabst
Olga: Catalina Navarro-Kirner
Marja: Silke Nikowski
Wlas: Florian Redecker
Schalimow: Jochen Paletschek
Produktion der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater / Diplominszenierung des Studiengangs Regie
Sie haben schöne Feuerzeuge, die Tickets, fünf Kinder, richtig große Locken, Bücher, drei falsche Zähne, Golfstunden, eine Fahne.
Und wollen eigentlich Burgfräulein, Frühsommer, Zuckerwatte, Blumen in Büchern, das Meer, Bonobo-Affen, Tempel, das „Unterwegs" ihrer Generation.
Sie sind Ärzte, Ingenieure, Rechtsanwälte, Studenten, Hausfrauen.
Und wären eigentlich gern Liebhaber, Nachteulen, auf jeden Fall und in jeder Beziehung bestimmter, Selbstmörder, ganz weit weg.
Also brechen sie auf, suchen, warten, wissen nicht genau worauf, bleiben hängen, kreisen um sich selbst. Und richten sich schließlich ein in der Warteschleife.
Maxim Gorki schrieb »Sommergäste« am Vorabend der Revolution von 1905, um die russische Intelligenz in ihrer Kleinbürgerlichkeit und ihrem Mangel an Idealen zu entlarven. In ihren Datschas auf dem Land schlagen sie die Zeit tot und verlieren immer mehr den Kontakt zum Volk. Am Ende aber lässt Gorki seine Figuren aufbrechen - in eine ungewisse Zukunft, aus der Perspektive des späteren Betrachters jedoch ein Aufbruch mit utopischen Zügen, ein Schritt Richtung Revolution.
Und ein Jahrhundert später - wo stehen die Sommergäste da? Wieder in den Startlöchern? Immer noch unterwegs? Endgültig angekommen - oder endgültig stecken geblieben in der Warteschleife?




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