Die Geschichte vom Soldaten
Igor Strawinsky: Die Geschichte vom Soldaten
[L’histoire du soldat]
Gelesen, gespielt und getanzt. In zwei Teilen (1918)
Dichtung von Charles Ferdinand Ramuz
Deutsche Übersetzung von Hans Reinhart
Premiere: Samstag, 4. März 2006, 20.00 Uhr
Weitere Vorstellung: 5. März 2006, 20.00 Uhr
Akademietheater im Prinzregententheater
Inszenierung:Cordula Jung
Musikalische Leitung:Ulrich Nicolai
Choreografie:Katja Wachter
Bühnenbild: Evelyn Schunn
Kostüme: Silvia Maradea
Dramaturgie: Eva Heußel
Licht: Michael Bauer
Maske: Studiengang Maskenbild
Erzähler: Katja Schild
Soldat: Julius Bornmann
Teufel: Nadine Schwitter
Prinzessin: Monika Varga
Arcis-EnsembleProduktion der Bayerischen Theaterakademie August Everding / 3. Jahrgang des Studiengangs Regie der Hochschule für Musik und Theater
Ein Soldat begegnet dem Teufel, lässt sich von ihm verführen und verliert seine Seele an die Hölle: ein uraltes und doch ständig wiederkehrendes Märchenmotiv. Auch Igor Strawinskys und Charles Ferdinand Ramuz’ Geschichte vom Soldaten aus dem Kriegsjahr 1918 erzählt vom ewigen Kampf des Menschen mit dem Teufel. Aber ist dieser Kampf denn wirklich immer ein Kampf? Gleicht er manchmal nicht eher einem Spiel? Die Geschichte vom Soldaten wird gelesen, gespielt und getanzt. Unendlich variationsreich umgarnt der Teufel den Soldaten. Wie die Autoren mit der russischen Märchenvorlage und auch die Musik mit dem Text spielen, spielt auch der Teufel mit dem Menschen und seinen Illusionen. Er weckt ihn auf, fordert seine Vorstellungskraft heraus und öffnet neue Welten. Es geht um den Wunsch vorwärts zu kommen. Im Leben wie in der Kunst. Der Soldat ist ein gutes Spielzeug und ein gelehriger Schüler. Er springt an, macht mit – und will mehr. Immer mehr. Das hat er bereits vom Teufel gelernt. Weiter, immer weiter, bis zur Erschöpfung. Das Gleichgewicht droht zu kippen. Doch das schöne Spielzeug darf noch nicht kaputt gehen. Just vor dem Zusammenbruch fängt der Teufel seinen Soldaten auf und lockt ihn mit Neuem. Eine Weile geht das gut, bis die Sucht nach mehr beide wieder einholt und in immer rasanteres Spiel treibt. Bald ist nicht mehr klar, wer denn nun wen benützt, wer gerade wen verführt oder wer wen braucht. Die Rollen des „Meisters" und des „Zauberlehrlings" vermischen sich. Die Teufelsspirale schraubt sich immer höher und höher, und der rechte Augenblick abzuspringen ist schon längst vorbei ...




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