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Barcode

Musiktheater in drei Teilen
für 2 Sänger, 2 Schauspieler, 8 Chorsolisten, 2 Turntablisten,
4 Turntables und Live-Elektronik
Idee und Text von Cornel Franz
Uraufführung im Rahmen der Münchener Biennale 2006

Premiere: Samstag, 13. Mai 2006, 20.00 Uhr
Weitere Vorstellungen am 14. und 16. Mai 2006, jeweils 20.00 Uhr
Akademietheater im Prinzregententheater

Einführungsgespräch, moderiert von Peter Ruzicka, am Samstag, 13. Mai 2006,
18.00 Uhr, im Opernstudio des Prinzregententheaters

Musikalische Leitung: Alexandra Holtsch
Klangmaterial: Siegfried Mauser, Peter Ruzicka
Inszenierung: Nilufar K. Münzing
Choreografie: Katja Wachter
Ausstattung: Andrea Wagner
Dramaturgie: Maria Schneider
Licht: Michael Bauer
Maske: Bachelor-Studiengang Maskenbild

B: Thomas E. Bauer
R: Salome Kammer
Barcode-„Gott": Klaus Meile
Chorsolisten: Ulrike Gronow, Maria Helgath, Jannike Schubert, Martin Danes, Christian Eberl, Michael Kilian, Markus Neisser
Tänzer: Vivien Holm, Kristian Refslund
Turntables: DJ Spin-O, DJ Illvibe

Sie kennen es, Sie nutzen es, vielleicht verweigern Sie sich auch, so gut und so lang es geht und kapitulieren doch irgendwann vor den Strapazen Ihrer Prinzipientreue: das schnelle System der vernetzten Elektronik. Eigentlich könnten Sie ja alles mit einer Karte, mit einem Chip erledigen: sich ausweisen, sich an- und abmelden, ein- und auschecken, bezahlen, telefonieren, chatten, sich behandeln oder verurteilen lassen. Denn irgendwo ganz innen, wo die Stränge des weltweiten Netzes zusammenlaufen, da sind Sie, dicht komprimiert, lückenlos präsent (Ihr Gedächtnis ist dagegen eine Steinzeitmaschine), alles gut sortiert hinter einem Strichcode, ganz unabhängig von ihrer körperlichen Präsenz oder Existenz: Hier haben Sie sogar ein Leben nach dem Tod! Aber Sie kommen im Labyrinth des World Wide Web an den Ort nicht heran, an dem Sie als Digital-Minotaurus gehalten werden, Sie kommen nicht zu sich.

Barcode führt Ihnen diese virtuelle Umwelt, die überall und nirgends ist, vor. Singend, sprechend, scratchend, mit Klangflächen aus Texten, die wie Hintergrundmusik wirken. Der Weg führt vom Vorraum eines Einkaufsparadieses in die Hinterzimmer der Existenzprüfung – über die unterschiedlichsten Begegnungen, durch Situationen bizarrer Selbstverständlichkeit, durch elektronische Klanglandschaften, die eisklar, schroff, schwebend, fliegend wie im Cyberspace wirken. Alexandra Holtsch bringt das ganze Spektrum ihrer Erfahrungen als Theatermusikerin, als DJ, als Virtuosin in der Mischung verschiedenster Stile mit der zeitgenössischen elektronischen Musik zur Geltung.

Ihnen bleibt gar keine andere Wahl, als ein Strich Ihres persönlichen Barcodes zu werden – oder?

Koproduktion der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Münchener Biennale, Festival für Neues Musiktheater / Diplominszenierung des Studiengangs Regie der Hochschule für Musik und Theater

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