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Schwarze Jungfrauen

Schauspiel von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel
In einer bearbeiteten Fassung von Daphne Ebner und Malte C. Lachmann
Musik von Dean Wilmington

Premiere: 17. Dezember 2011, 20  Uhr
Weitere Vorstellung: 18. Dezember 2011, 20 Uhr
Akademietheater im Prinzregententheater
Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellungen

Musikalische Leitung: Dean Wilmington
Inszenierung: Malte C. Lachmann
Choreographie: Daniel Feik
Dramaturgie: Daphne Ebner

Mit: Sarah Grunert, Sybille Lambrich, Charlotte Thompson, Kevin Körber, Patrick Nellessen

Bayerische Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater
München mit dem Studiengang Regie (Leitung: Prof. Cornel Franz)

Schwarze Jungfrauen erzählt die Geschichte junger Muslimas in Deutschland und stellt dabei die Frage, was es heißt, sich in unserer heutigen Gesellschaft zu seinem Glauben zu bekennen.

„Wer hat Angst vor den Schwarzen Jungfrauen?“, so wendet sich eine orthodoxe Muslima direkt an das Publikum. Zehn Monologe entstanden auf der Basis von Interviews, in denen die Autoren Feridun Zaimoglu und Günther Senkel junge Muslimas in Deutschland zu ihren individuellen Glaubenssätzen befragten. Die Frauen sind dabei so unterschiedlich, wie ihre Vorstellungen vom Islam selbst: die bosnische Muslima, die, auf der Suche nach der wahren Liebe, ihre Jungfräulichkeit verteidigt. Das Berliner Party-Mädchen, das peinlich genau die fünf Gebete am Tag einhält. Die deutsche Konvertitin, die „den fremden Glauben in eigener Regie“ verarbeitet hat und sich „ihren Glauben nicht von irgendwelchen daher gelaufenen Ausländer kaputt stinken lassen“ möchte. Die Schülerin mit den guten Noten, die mit Osama bin Laden sympathisiert und im Unterricht offen zum Dschihad aufruft.
„In einer Gesellschaft, die sich von Integrationskrisen geschüttelt und von Fundamentalisten bedroht glaubt, sind diese Neo-Musliminnen starker Tobak. Zum einen, weil einige ihrer Ansichten so radikal wie dumm sind. Dann, weil ihre Wut und ihr Stolz das Bild des braven, schamvoll verschleierten Weibchens Lügen strafen. Und schließlich, weil sich dahinter Erfahrungen und Verletzungen auftun, die durchaus mit einem vorurteilsgesättigten Klima und den Problemen des Lebens zwischen zwei Kulturen zusammenhängen.“ (Theater heute)
Der Regisseur Malte C. Lachmann und die Dramaturgin Daphne Ebner montierten eine Auswahl von sechs Monologen zu einer Gesprächs-Revue, die zusammen mit dem Musiker Dean Wilmington, dem Choreographen Daniel Feik und Darstellern der Studiengänge Musical und Schauspiel der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Theater und Musik erarbeitet wurde.
Feridun Zaimoglu (*1964) zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Theater- und Romanautoren Deutschlands. Als ehemaliger Wahlmann der Grünen in Schleswig-Holstein, Mitbegründer von Kanak Attak und Teilnehmer an der ersten deutschen Islamkonferenz, die er in der Folge heftig kritisierte, beteiligt er sich aktiv am politischen Diskurs. Zusammen mit Günter Senkel veröffentlichte er zahlreiche Theaterstücke, Drehbücher und Klassikerbearbeitungen.

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