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La finta giardiniera

Dramma giocoso in tre atti von Wolfgang Amadeus Mozart
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere: 10. November 2011, 19.30 Uhr
Weitere Vorstellungen: 12., 13., 15., 20. und 22. November, jeweils 19.30 Uhr
Großes Haus
Werkeinführung jeweils 18.45 Uhr im Gartensaal

Musikalische Leitung: Joachim Tschiedel
Inszenierung: Lydia Steier
Bühne: Peter Nolle
Kostüme: Thomas Kaiser
Dramaturgie: Judith Altmann, Vera Gertz

Sandrina: Dafni Georgali, Magdalena Hinterdobler
Serpetta: Katharina Preuss, Katharina Ruckgaber
Arminda: Nam Young Kim, Anna Stylianaki
Ramiro: Ulrike Malotta, Dorothea Spilger
Belfiore: Byeonghoon Chang, Mauro Peter
Podestà: Marko Cilic (als Gast), Felix Schrödinger (als Gast)
Nardo: Peter Cismarescu, Ludwig Mittelhammer

Münchener Kammerorchester

Bayerische Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München mit dem Studiengang Gesang/ Musiktheater (Leitung: Prof. Renate Ackermann, Prof. KS Andreas Schmidt). Koproduktion mit St. Gallen – Konzert und Theater.

Liebe ist ein schwierig Ding.

Was tun, wenn die Angebetete die eigenen Avancen zurückweist? Was, wenn eine Nebenbuhlerin einem den Platz streitig macht? Oder wenn man sich trotz tiefster Verletzungen einfach nicht von der einstmals geliebten Person lösen kann? Die Figuren, die im Anwesen des Podestà Don Anchise aufeinandertreffen, sehen sich gleich mit all diesen Fragen konfrontiert: Ramiro liebt Arminda, Arminda den Grafen Belfiore. Der Podestà wirbt um Sandrina, Nardo um Serpetta, und Serpetta möchte ihren Dienstherrn, den Podestà, für sich gewinnen. Und zu allem Überfluss haben der Graf und Sandrina auch noch eine gemeinsame Vergangenheit …Was wie eine shakespearesche Komödie oder Hollywoods aktuelle Sommer-Lovestory anmutet, ist die Ausgangssituation in Wolfgang Amadeus Mozarts Frühwerk La finta giardiniera.

„Wenn Mozart nicht eine im Gewächshaus getriebene Pflanze ist, so muss er einer der größten Komponisten werden, die jemals gelebt haben“, schrieb der Musiktheoretiker Christian Schubart unter dem Eindruck der ersten Aufführungen von La finta giardiniera im Jahr 1775. Tatsächlich war die Uraufführung des Werks anlässlich der Münchener Karnevalssaison ein großer Erfolg. Danach wurde es still um die Finta – denn mit Ausnahme einer deutschen Singspielfassung von 1780 war ihr kein bleibender Erfolg vergönnt. Zu Unrecht, denn das Werk des erst Achtzehnjährigen deutet bereits viel von dem an, was Mozarts spätere Opern so einzigartig macht. Mozart spricht in dieser Oper erstmals eine sehr individuell geprägte musikalische Sprache. Er zeigt die ganze Palette seiner musikalischen Ausdruckskraft, wobei er die Opernkonventionen seiner Zeit bereits in Ansätzen hinter sich lässt. So entsteht ein komplexes Geflecht von sich wandelnden Stimmungen und Affekten – im Gegensatz zur starren Form der barocken Arie geht Mozart in seiner Komposition auf die Veränderlichkeit der Gefühle seiner Figuren ein und verleiht so ihren Charakteren eine neue Vielschichtigkeit und Plastizität.

Mit La finta giardiniera gibt die junge amerikanische Regisseurin Lydia Steier ihr München-Debüt. Bereits 2009 wurde sie für den Doppelabend Der Bajazzo/Turandot (Busoni) am Deutschen Nationaltheater Weimar von Deutschlandradio Kultur als „Neuentdeckung des Jahres“ ausgezeichnet. Sie inszenierte u.a. Lohengrin an der Los Angeles Opera sowie Madame Butterfly am Theater Bremen und Saul am Oldenburgischen Staatstheater. Für Lydia Steier befinden sich die Figuren der Finta in einem Zustand der ständigen Überforderung. Das Übermaß der Gefühle führt zu einem Schwanken zwischen Imagination und Wirklichkeit, in dem sie verzweifelt um ihren angestammten Platz kämpfen. Das Münchener Kammerorchester setzt anlässlich dieser Neuinszenierung die enge Zusammenarbeit mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding fort - es ist die vierte gemeinsame Produktion mit dem Münchener Kammerorchester. Die Solistinnen und Solisten sind Studierende des Studiengangs Gesang/Musiktheater der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater München.

 

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