Brot und Spiele
Drei Kurzopern (Uraufführungen)
In Kooperation mit dem Festival A.DEvantgarde
Verena Marisa Schmidt: Der Volksentscheid am Nockerlberg
Stefan Johannes Hanke / Michaela Hanke: all in
Manuela Kerer: tickende polli
Premiere: Samstag, 20. Juni 2009, 20 Uhr
Weitere Vorstellung: Sonntag, 21. Juni 2009, 20 Uhr
Reaktorhalle München, Luisenstraße 37a
Werkeinführung jeweils um 19:30 Uhr im Foyer
Musikalische Leitung: Ulrich Nicolai
Inszenierung: Antje Schupp
Bühne und Kostüme: Felicia Schick, Lilith Cremer
Dramaturgie: Martin Petschan
Mit Brigitte Bayer, Monika Lichtenegger, Tobias Neumann, Samuel Jaime Santana u.a.
Instrumentalisten der Hochschule für Musik und Theater München
„Brot und Spiele" – mit dieser Strategie hielten die Feldherren im antiken Rom ihr Volk bei Laune. Materieller Wohlstand und gute Unterhaltung sicherten ihnen die Sympathie der Untergebenen.
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Gerade in der Demokratie besteht zwischen Politikern und Bürgern ein gegenseitiges Machtverhältnis: Nur wer das Volk bedient, kann es beherrschen. Und weil sowohl Herrscher als auch Beherrschte dabei mitspielen, trifft die im Motto „Brot und Spiele" versteckte Kritik beide Seiten: die Herrschenden, weil sie mit öffentlichkeitswirksamer Großzügigkeit von wirklichen Problemen ablenken, und die Beherrschten, weil sie es nicht anders wollen.
„Brot und Spiele" verweist aber auch darauf, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt. In unserer Gesellschaft, wo Nahrungsmittel im Überfluss vorhanden sind, melden sich andere Bedürfnisse zu Wort: Man sucht Zeitvertreib, Herausforderung und Selbstbestätigung – und findet sie im Spiel.
Und ist nicht die Politik selbst ein Spiel, bei dem es Gewinner und Verlierer gibt – und nicht zuletzt die Bürger als Zuschauer, die unterhalten werden wollen? Vielleicht steht hinter so manchem politischen Ereignis ein Drehbuch, das der Öffentlichkeit verborgen bleibt…
„Spielend" lautet das Motto des 10. A*DEvantgarde-Festivals, das von 14. Juni bis 1. Juli zahlreiche Konzerte mit Neuer Musik und vielen Uraufführungen präsentiert. Erstmals schrieb das Festival einen Opernwettbewerb für junge Komponisten aus. Die Sieger – Michaela und Stefan Johannes Hanke, Verena Marisa Schmidt und Manuela Kerer – stellen in drei Kurzopern ihre Sicht auf das Thema „Brot und Spiele" dar. Die Uraufführung in der Inszenierung von Antje Schupp findet als Koproduktion mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding statt.
Die Veranstaltung wird gefördert vom Musikkreis Leyda-Ungerer der Freunde Junger Musiker e.V. und vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.




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